«Wenn du in die Gemeinde gehst, komm nicht mehr zurück!»

Liberia: Im muslimisch dominierten Nordwesten werden Christen verfolgt. Besonders betroffen sind Frauen, die aus muslimischen Familien stammen. Oft verbietet der Mann seiner Frau, den Gottesdienst zu besuchen. Manche Frauen werden sogar geschlagen, misshandelt oder mitsamt ihren Kindern auf die Strasse gesetzt.

Eine der Betroffenen ist Oretha*. Vor ihrer Hochzeit sagt ihr muslimischer Mann ihr, dass er kein Problem damit habe, wenn sie in die Gemeinde geht. Doch nachdem sie zusammen ein Kind bekommen, verbietet ihr Mann ihr, das Baby mit in den Gottesdienst zu nehmen. Er sagt ihr, sie könne weiterhin allein hingehen. Aber Oretha hat niemanden, dem sie ihr Baby geben kann. Sie realisiert: Eigentlich möchte ihr Mann, dass auch sie der Gemeinde fernbleibt.

Als das Baby drei Jahre alt ist, beschliesst Oretha, ohne ihr Kind in die Gemeinde zu gehen. Nun zeigt sich das wahre Gesicht ihres Mannes. Er sagt: «Wenn du in die Gemeinde gehst, komm nicht mehr zurück!» Oretha ruft Pastor John* an, den lokalen Partner der HMK, und informiert ihn über ihre Situation. Er bietet ihr an, zu ihr nach Hause zu kommen und zu vermitteln. Doch sie erwidert, dass das die Situation nur verschlimmern würde. Seither geht Oretha nicht mehr in den Gottesdienst. Sie bleibt traurig zu Hause und sieht keinen Ausweg. Ihre Gemeinde betet mit ihr, dass Gott die Kontrolle übernimmt und die Situation ändert.

Noch schlimmer erlebte es Matilda. Vor einigen Jahren erfuhr ihr Mann von ihrem christlichen Glauben und warf sie mitsamt ihren zwei Söhnen aus dem Haus. Pastor John hörte von ihr und nahm sie in sein Hilfsprogramm auf. Er unterstützte sie mit Mietkosten für ein Jahr und finanzierte einen Ausbildungskurs.

Später befindet sich Matilda erneut in Schwierigkeiten. Sie kann die Miete für ihr neues Zimmer nicht mehr bezahlen. Der Vermieter stellt sie und ihre Kinder auf die Strasse. Doch bald darauf kann Pastor John eine neue Wohnung für sie finden und bezahlt erneut am Anfang ihre Miete. Matilda ist Gott und der HMK überaus dankbar für die neue Wohnung. Sie erzählt, dass ihr vorheriges Zimmer in einem sehr schlechten Zustand war. Immer, wenn es regnete, stand das Zimmer unter Wasser und ihre Kleider und ihr Bett wurden nass. Vielleicht hat Gott gerade diese finanzielle Notlage benutzt, um ihr eine bessere Unterkunft zu geben?

Die Probleme in diesem westafrikanischen Land sind vielfältig. Viele Erwachsene finden keine Arbeit. Viele Kinder können die Schule nicht besuchen, weil ihre Eltern es nicht vermögen. Die Einheimischen leben von Tag zu Tag – morgens suchen sie Arbeit, nach Sonnenuntergang kommen sie nach Hause und bereiten von ihrem kleinen Lohn das Essen für ihre Familie zu – meist die einzige Mahlzeit des Tages.

Pastor John betreut über 50 Frauen und 40 Kinder. Mit 35 Franken pro Woche kann eine Frau eine berufliche Ausbildung machen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

*Symbolbild, Name von der Redaktion geändert.

News, die bewegen

Erhalten Sie regelmässig Informationen über die Arbeit in unseren Projektländern.

Wählen Sie, über welche Kanäle Sie Informationen erhalten wollen:

* Pflichtfeld