Usbekistan: Jedes Mal, wenn sie nach dem Gottesdienst nach Hause kommt, wird Kamilla* bestraft. Sie ist schon länger Christin. Jeden Sonntag trifft sie sich mit anderen Christen, um zusammen zu beten und zu singen.
Zuhause wartet ihr Ehemann. Er fragt sie, wo sie gewesen ist. Sie antwortet ehrlich. Er schlägt sie. Ihr Mann ist Muslim und will nicht akzeptieren, dass Kamilla Jesus nachfolgt. Scheiden lassen will er sich aber auch nicht.
Wenn er vom Schlagen ermüdet, erzählt Kamilla ihm mit schwacher Stimme von Jesus. Der Mann bricht zusammen, weint und bittet um Vergebung. Aber am nächsten Sonntag beginnt alles von vorn.
Kamilla kennt das Muster. Er wird sich nicht bessern. Doch wider aller Erfahrungen hofft sie und bekräftigt: «Solange ich lebe, werde ich Christus nachfolgen und meinem Mann von ihm erzählen. Denn wenn nicht ich, wer sonst?»
Den Christen in Usbekistan geht es heute besser als früher: Der Staat unterdrückt sie nicht mehr so stark wie noch vor zwanzig Jahren. Dafür haben der gesellschaftliche und der familiäre Druck zugenommen. Ehemalige Muslime, die zu Jesus gefunden haben, erleben oft massiven Druck von ihrer Familie oder der Dorfgemeinschaft, um zum Islam zurückzukehren.
Die HMK unterstützt mutige Christen wie Kamilla, die in Usbekistan trotz Verfolgung ihren Glauben an andere weitergeben. Im ganzen Land entstehen so kleine Hausgemeinden. Dort können ehemalige Muslime im Glauben wachsen.
* Name aus Sicherheitsgründen geändert, Symbolfoto




