Nepal: Surya* gehört zum Volk der Sherpas. Als junger Mann trug schwere Säcke mit Salz aus dem Norden oder Süden in die Everest-Region. Für einen Weg brauchte er zwei Wochen. Der Rückweg mit leeren Säcken ging schneller, etwa eine Woche.
Einmal hörte Surya, dass die Briten in Indien nepalesische Soldaten rekrutierten. Also ging er hin, um sich anzumelden, weil er sich einen besseren Lohn erhoffte. Doch nachdem sie ihn begutachtet hatten, sagten sie ihm, dass er nicht gut genug sei. Dafür schämte sich Surya so sehr, dass er sich nicht mehr traute, in sein Dorf zurückzukehren. Stattdessen blieb er in Indien.
Dort fand er ein paar Jahre später zu Jesus. Indische Christen ermutigten ihn, zu seinem Volk zurückzukehren und ihnen das Evangelium zu bringen. Doch Surya weigerte sich. Er war der einzige Christ aus seiner Region und wusste: sie würden ihn umbringen, wenn er dort von seinem Glauben erzählte. 13 Jahre lang drückte sich Surya davor. Doch dann sprach Gott zu ihm, dass jetzt die Zeit gekommen sei, um zurückzukehren.
Tatsächlich: Kaum begann er in seiner Heimat von Jesus zu erzählen, wollten sie ihn töten. Doch dann sagte jemand: «Lasst uns wenigstens zuerst hören, was er zu sagen hat.» Danach kamen 51 Menschen zum Glauben. Sie wurden allesamt für kurze Zeit ins Gefängnis gesteckt.
Heute ist Surya ein älterer Mann, durch den viele Menschen zum Glauben gekommen sind. Nun steht er vor einem anderen Problem: Um das Gemeindewachstum einzudämmen, entwickelten die Buddhisten vor einigen Jahren eine Strategie. Sie bauten einen Tempel und führten die Regel ein, dass jede Familie mindestens einen Sohn im Schulalter in den Tempel schicken muss, um Mönch zu werden. Dort erhalten sie buddhistischen Unterricht und es wird erwartet, dass sie ihr Leben lang dort bleiben.
Als Antwort gründete Surya eine Bibelschule. Damit will er die Kinder und ihre Familien auf die Zeit im Tempel vorbereiten, damit den Christen nicht die Kinder gestohlen werden. Ausserdem hat Surya einen Weg gefunden, um die jungen Menschen nach einiger Zeit wieder aus dem Tempel herauszuholen. Das ist allerdings schwierig und bringt in den Augen der Bevölkerung grosse Schande auf ihre Familien.
Auch andere Christen kommen von weit her, um während sechs Wochen ein Kurz-Bibelstudium zu absolvieren. Oft wandern sie dafür mehrere Tage durch unwegsames Gelände. Doch das Engagement lohnt sich: Die Studentinnen und Studenten kehren zurück, gründen neue Gemeinden und verändern ihr Umfeld.
Für 80 Franken kann eine Person sechs Wochen lang die Bibelschule besuchen. Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!
* Symbolbild, Name von der Redaktion geändert




