«Dann faste ich»

Turu, wie und warum betest und fastest du?
Ich faste regelmässig – früher einen Tag pro Woche, mittlerweile seltener, aber dafür 21 Tage am Stück. Ich trinke, aber esse nur einmal pro 24 Stunden. Ich faste, um Klarheit darüber zu erhalten, was vor mir liegt und was Gott von mir möchte. Ich faste auch, um eine Verbindung zu Gott herzustellen. Und weil es gut für meinen Körper ist. Ich faste auch gerne mit anderen zusammen. Wir beten dann gemeinsam, gehen gemeinsam durch diese Herausforderung und ermutigen uns.

Wenn mich etwas herausfordert – ein Problem, eine Frage, ein Schmerz – dann faste ich darüber. Ich nehme es mit zu Gott, bete darüber, und er antwortet mir. Ich glaube, das ist mein Anteil an der Antwort Gottes. Gott antwortet immer – und mein Teil liegt darin zu sagen: Ich weiss, du wirst antworten.

Viele Christen haben Angst, ihre eigenen Gedanken mit Gottes Stimme zu verwechseln im Hören auf Gott. Was würdest du ihnen sagen?
Diese Angst ist real. Ich denke auch, jeder sollte diese Angst haben. Für mich klingt die Stimme Gottes einfach ganz anders. Sie verstummt nicht einfach. Wenn Gott mit mir spricht, dann bleibt es. Ich erinnere mich immer wieder daran. Es kommt plötzlich in mir auf. Andere Stimmen, die ich höre, werden mit der Zeit leiser und haben keinen Einfluss auf mich.

Hast du schon einmal erlebt, wie Gott in der Gebetszeit ganz konkret zu dir gesprochen hat?
Vor ein paar Jahren habe ich jeden Donnerstag gefastet und gebetet. Ich unterbrach dann auch immer meine gewohnte Arbeit und nahm mir wirklich Zeit fürs Gebet. Ich ging in mein Zimmer und begann auf den Knien zu beten. Und Gott gab mir Gedanken an meinen Vater.

Mein Vater war damals Anfang 60 und lebte in einem anderen Land. Es ging ihm gut, er glaubt auch an Gott. Ich konnte einfach nicht aufhören, für ihn zu beten. Ich weinte, und flehte Gott an ihn zu beschützen. Ich betete: “Gott, du kennst seinen Körper, seine Nerven, sein Gewebe, seine Muskeln – du kennst alles, denn du hast ihn gemacht.” Ich betete stundenlang. Ich konnte nicht aufhören und fragte mich: Warum bete ich so für meinen Vater? Aber der Heilige Geist lenkte mich immer wieder zurück.

Am nächsten Tag erhielt ich einen Anruf von meiner Familie. Man sagte mir, dass mein Vater gestern Abend einen Schlaganfall gehabt habe. Ein Blutgefäss in seinem Gehirn war geplatzt und er kam ins Spital. Die Ärzte waren überrascht, dass er immer noch lebte und vor ihnen stand. Er war nur einseitig gelähmt. Schlussendlich musste er gar nicht im Spital bleiben, er bekam Medikamente und konnte wieder nach Hause. Auch meine Stiefmutter und ihr Pastor hatten an dem Tag für meinen Vater gebetet, ohne zu wissen, dass er einen Schlaganfall haben würde.

Es geht ihm heute gut, auch wenn er nicht mehr so aktiv ist. Ich liebe ihn sehr und bin Gott sehr dankbar.

Danke für das Gespräch, Turu!

Die HMK arbeitet mit christlichen Leitern am Horn von Afrika auf Augenhöhe zusammen. Sie lassen sich vom Heiligen Geist leiten und entgehen damit immer wieder gefährlichen Situationen.

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