Kambodscha: Die HMK unterstützt in Kambodscha ein Bildungszentrum. Früher kamen Kinder dorthin, die auf den Abfallbergen der Stadt nach brauchbaren Gegenständen wühlten. Heute haben sich die Lebensumstände im Quartier verbessert und die Armut hat abgenommen. Wir begleiten die Kinder und Familien weiterhin auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft.
Direkt neben dem Zentrum betreibt ein älteres Ehepaar ein Kleidergeschäft. Sie kümmern sich um ihre Enkelin Nang*, deren Eltern sie zurückgelassen haben und im Ausland arbeiten. Das tun viele Eltern in Kambodscha. Nang wohnt seit Geburt bei ihren Grosseltern und ist heute vier Jahre alt. Obwohl sie zu klein für das Kinderprogramm ist, darf sie so oft kommen, wie sie will. Eine der Lehrerinnen hat einen guten Draht zu ihr. Die Kleine darf bei den Mahlzeiten mitessen, wohnt dem Unterricht der älteren Kinder bei und lernt fleissig mit. Die Grosseltern sind sehr dankbar dafür und beschenken das Zentrum regelmässig mit Essen.
Phanny* ist 19 Jahre alt. Seine Familie lebt in der grossen Stadt in Armut. Doch Phanny hat das Privileg, dass er als Kind das Bildungszentrum der HMK besuchen durfte. Er erhielt regelmässig Mahlzeiten, Hilfe bei den Hausaufgaben sowie Nachhilfe, wenn er etwas in der Schule nicht verstand. Er nahm auch an Computer- und Englischkursen des Zentrums teil. Charia und ihr Team arbeiteten mit seinen Eltern zusammen und erklärten ihnen den Vorteil der Bildung: dass sie Phanny einen Weg aus der Armut gibt.
Ohne das Bildungszentrum hätte Phanny wahrscheinlich früh die Schule abgebrochen. Doch heute studiert er an der Uni. Einen Teil der Studiengebühren zahlt seine Familie, denn sie haben gelernt, wie wichtig Bildung ist. Einen weiteren Teil kann er selbst aufbringen, weil er nebenbei arbeitet. Was übrig bleibt, übernimmt die HMK.
Wie verdient Phanny Geld? Er hat drei verschiedene Jobs: Er steht vor Sonnenaufgang auf, um mit seinem Vater Poulets vom Grosshändler zu Geschäften zu liefern. Danach hilft er bis zum Mittag seiner Mutter, Frühlingsrollen auf der Strasse zu verkaufen. Am Nachmittag hilft Phanny im Bildungszentrum mit, von dem er selbst als Kind profitieren konnte. Er gibt Computerkurse für jüngere Schülerinnen und Schüler. Sein Lohn dafür wird von der HMK bezahlt. Abends besucht Phanny die Kurse der Uni.
Er hat ein hartes Leben. Aber die Perspektive, einmal aus der Armut auszubrechen und seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen, motiviert ihn dranzubleiben. Schon heute geht es der Familie viel besser als früher.
Theoretisch sollten in Kambodscha alle Kinder die Schule abschliessen können. Aber armutsbetroffene Kinder gehen oft unregelmässig oder nur für wenige Jahre in die Schule, denn sie müssen schon von klein auf ihren Eltern bei der Arbeit helfen. Lehrpersonen sind oft schlecht ausgebildet – manche erscheinen zu spät oder gar nicht zum Unterricht. Davon sind vor allem arme Familien auf dem Land betroffen. In den Städten gibt es gut ausgerüstete Privatschulen und die Mittelklasse legt hohen Wert auf Schulbildung.
Möchten Sie das Bildungszentrum unterstützen? Mit 175 Franken schenken Sie einem Kind ein Jahr lang sechs Mahlzeiten pro Woche.
* Symbolbild, Namen von der Redaktion geändert




