«Meine Familie hat mich ersetzt»

Bhutan: Chimi* ist eine Frau um die 40. Sie lebt in Bhutan – einem kleinen Königreich im Himalaya mit nur etwa 800’000 Einwohnern. Die meisten Einheimischen sind sehr arm: Auf über 3000 Metern über Meer leben sie in Bambus- oder Wellblechhütten, haben keine Heizung und keine Isolation.  

Chimi jedoch kommt aus einer religiös angesehenen Familie. Sie hat einen hohen Lebensstandard – ihre Familie besitzt mehrere grosse Häuser. Das alles ändert sich für sie, als sie zum Glauben an Jesus findet: Ihre Familie verstösst sie und entzieht ihr das Recht auf ihr Erbe. Sie sagen ihr: «Wenn du eine Woche lang jeden Tag hierherkommst und dich vor dem Buddha verbeugst, bekommst du alles wieder zurück.»

Chimi ist zuerst ratlos. Soll sie es tun? Es wäre so einfach. Doch sie entscheidet sich, dass sie das nicht mit ihrem Glauben an Jesus vereinbaren könnte. Sie betet den Buddha nicht an.

Danach kommt es noch schlimmer: Die Familie nimmt ihr nicht nur das Erbrecht, sondern auch ihren Namen weg. Sie darf offiziell den Familiennamen nicht mehr tragen. Sie ist ohne Erbe, ohne Haus, ohne Namen, ohne Familie.

Kurze Zeit später erfährt Chimi, dass ihre Familie eine verwaiste junge Frau adoptiert und ihr einen neuen Namen gegeben hat: Chimi. Die Botschaft könnte klarer nicht sein: Ihre Familie hat sie endgültig verstossen, für tot erklärt und ersetzt. Es gibt kein Zurück mehr für sie.

Zum Glück hat Chimi noch ein bisschen Geld übrig. Damit kann sie ein kleines Geschäft starten. Doch es ist nicht viel: Sie kann nur die billigsten Produkte einkaufen und für einen kleinen Gewinn weiterverkaufen. Die HMK und ihre lokalen Partner stehen Chimi in dieser schwierigen Zeit bei und zeigen ihr, dass sie nicht vergessen oder allein ist.

* Name von der Redaktion geändert, Symbolbild

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