«Noch heute kommen mir die Tränen»

Dankbar für Familie

«Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.»

2. Mose 20,12

Nordafrika: Viele Muslime, die Jesus kennenlernen, müssen den Kontakt mit ihrer Familie abbrechen. So erging es auch Mochtar*, einem lokalen Partner der HMK in einem verschlossenen und konservativen Land in Nordafrika. Er wurde als junger Mann von seinem Vater aus dem Haus geworfen und als «Kafir» (Ungläubiger) bezeichnet.

Als ein Verwandter stirbt, besucht er wie in dieser Kultur üblich die trauernde Familie, um sein Mitleid zu bekunden. Der ganze Stamm ist ebenfalls da. Ein Getränk wird im Kreis herumgereicht. Mochtar reicht das Getränk seinem Onkel, der neben ihm sitzt. Doch dieser macht eine abfällige Handbewegung, wie wenn er nicht trinken möchte. Mochtar stellt das Gefäss auf den Boden. Danach bestellt der Onkel mit lauter Stimme ein frisches Getränk, denn dasjenige am Boden sei unrein. Mochtar versteht, was der Onkel ihm signalisieren will, steht auf und geht. Die anderen Anwesenden schauen ihm nach, tuscheln und zeigen auf ihn. Alle sind froh, dass er geht.

Noch viele Jahre später, als er uns diese Geschichte erzählt, kommen ihm Tränen beim Erzählen – denn eine solche Erniedrigung, Blossstellung und Ausgrenzung durch seinen eigenen Stamm in aller Öffentlichkeit tut weh.

Einige Zeit später wird Mochtars kleine Schwester krank. Sie braucht eine gute medizinische Versorgung, die es in seinem Land nicht gibt. In Mochtars Kultur ist es üblich, dass man sich in der Familie gegenseitig hilft. Doch niemand möchte den Aufwand auf sich nehmen, mit der Schwester eine gute Versorgung im Ausland zu suchen. Doch Mochtar entscheidet sich, mit seiner kranken Schwester ins Ausland zu reisen und sie zu versorgen. Er geht die Extrameile, zahlt den Flug und pflegt sie während der ganzen Reise. Sogar das Essen im Spital muss Mochtar separat bezahlen. Das alles kann er nur tun, weil die HMK ihn dabei unterstützt. Nach einiger Zeit geht es seiner Schwester besser und sie reisen wieder nach Hause.

Viele Verwandte kommen danach im Geheimen zu Mochtar und bekundeten ihre Bewunderung: «Du hättest alles Anrecht, nichts mehr mit uns zu tun haben zu wollen. Niemand von uns war bereit dazu, diese Reise zu machen. Aber du hast sie gemacht.» Mochtar wird langsam wieder akzeptiert. Sogar sein Vater sagt: «Der Weg, den du gewählt hast, ist kein schlechter Weg.» Und Mochtars Mutter folgt heimlich Jesus nach. Gott hat Mochtar geholfen, durch Demut und Gnade wieder ein Teil seiner Familie zu sein. Die HMK hat Mochtar dabei unterstützt.

*Symbolbild, Name von der Redaktion geändert

Danke Gott…

… dass du Versöhnung in Mochtars Familie geschaffen hast
… dass du mir meine Familie geschenkt hast

100 Franken ermöglichen einer Person einen Spitalbesuch.

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