Naher Osten: Auf den hölzernen Bankreihen einer Kirche sitzen die Teilnehmenden der Konferenz. Darunter Männer und Frauen, Kopftuchträgerinnen sowie Frauen, die ihr langes Haar offen tragen, Männer mit Schnurrbart und Pluderhosen, junge Leute mit amerikanischer Kleidung und Kopfhörer im Ohr. Alle diese Christen kommen aus anderen Lebenswelten. Sie reden verschiedene Sprachen – nicht nur sprichwörtlich, sondern tatsächlich. Sie alle leben in einem Land, das tief gespalten ist durch die verschiedenen ethnischen Gruppierungen. Die Menschen in der Kirche sehen so unterschiedlich aus wie die Tiere in Noahs Arche.
Zeit für Worship! Zuerst singen sie bekannte christliche Lieder auf Arabisch. Für einige von ihnen ist das eine Seltenheit: mit so vielen anderen Christen gemeinsam zu singen! Spontan drängen sich drei Männer in traditioneller Kleidung auf die Bühne. Sie singen zu Gott, zuerst nervös. Einer hält das Mikrofon, einer singt falsch, der Dritte ist sehr leise und schüchtern.
Der Moment ist ergreifend. Einer der drei musste sich bis vor Kurzem aufgrund von Todesdrohungen verstecken. Ein anderer wurde vom Geheimdienst eingeschüchtert und bedroht. Nun stehen sie zusammen vorne und singen für Jesus. Bald beginnen sie, Arm in Arm zu schunkeln und zur Musik zu klatschen. Alle anderen klatschen mit. Sie geniessen die Freiheit in diesem Raum. Diese Anbetungszeit wird noch lange in ihren Herzen nachhallen.
Dina* ist eine kleine, ernst aussehende Frau. Das Publikum hängt an ihren Lippen, als sie von ihrer Arbeit erzählt. Sie hat von Gott den Ruf bekommen, in einem radikal islamischen Quartier anderen Frauen von Jesus zu erzählen. Ihre kurzen Haare verbirgt sie jedes Mal unter einem Kopftuch, wenn sie durch die Checkpoints fährt. Bei den meisten Frauen, denen sie begegnet, sind nur die Gesichter oder Augen unter den schwarzen Gewändern sichtbar. In den Räumen, in denen sie sich treffen, hängen an den Wänden Kalaschnikows und Bilder von Selbstmordattentätern, die andere mit in den Tod rissen.
Inzwischen sind durch ihren Dienst in diesem Quartier viele Bibelgruppen entstanden. «Ich bete und faste immer, bevor ich gehe», sagt Dina. Ihre Besuche nimmt sie nicht auf die leichte Schulter. Sie ist selbst erstaunt darüber, dass Gott sie so viele Jahre beschützt hat. Sie berichtet sprudelnd von Heilungen, die sie erlebt hat. Mittlerweile multiplizieren sich die Gruppen, ohne dass Dina alles mitbekommt. Sie ist stolz, ein Teil dieser liebevollen Revolution zu sein, die eine Gesellschaft von innen heraus verändert.
Herzlichen Dank für Ihre Hilfe! Mit 15 Franken schenken Sie ein Lebensmittelpaket für eine Witwe und ihre Kinder. Mit 200 Franken finanzieren Sie ein Fest für eine Bibelgruppe im Untergrund. Auch Muslime werden an diese Feste eingeladen und sind oft berührt.
* Name von der Redaktion geändert, Symbolbild




