«Fünf Grad im Kinderzimmer»

Ukraine: Sergej*, 8 Jahre alt, aus Kiew hat jetzt gerade sein Weihnachtspäckli mit gestrickten Socken und Lebensmitteln erhalten. Das braucht er, denn momentan ist es in Kiew kaum zum Aushalten: Tausende Wohnungen sind im Dunkeln – ohne Strom, ohne Heizung, oft ohne Wasser.

Sergej und seine Grossmutter leben aber schon seit über 2 Monaten ohne Heizung. Ein Rohrbruch im Haus wurde nie repariert. Die Kälte kriecht durch Wände und Böden, Tag und Nacht. Es gibt lediglich einen kleinen elektrischen Heizlüfter, doch Strom ist unzuverlässig: Im Durchschnitt steht er nur drei bis fünf Stunden pro Tag zur Verfügung. Zu wenig, um einen Raum wirklich zu wärmen. Die Temperatur in der Wohnung fällt regelmässig auf fünf Grad. Draussen ist es momentan für die Jahreszeit sehr kalt mit maximalen Temperaturen zwischen -20 und -15 Grad.

Sergej ist acht Jahre alt. Ein Alter, in dem Kinder spielen, lernen und lachen sollten. Doch Sergejs Alltag sieht anders aus. Die Schule fällt aus wegen der Kälte und den Bombardierungen. Sergej ist alleine zu Hause und trägt fast ständig mehrere Schichten Kleidung. Auch nachts. Seine Grossmutter achtet darauf, dass er sich bewegt, dass er warm bleibt, dass er nicht krank wird. Sie kocht, wenn Strom da ist. Sie wärmt Wasser, wenn es möglich ist. Sie tut alles, was in ihrer Kraft steht – trotz ihres Alters, trotz der Erschöpfung. Sergejs Vater ist verstorben. Seine Mutter befindet sich im Gefängnis.

Sergejs Geschichte steht stellvertretend für unzählige Familien. Für Menschen, die durch den Krieg alles verloren haben: Angehörige, Sicherheit, Verlässlichkeit. Für Haushalte, in denen Strom, Wärme und Wasser nicht selbstverständlich sind, sondern kurze, kostbare Momente.

Als HMK Schweiz begegnen wir diesen Geschichten nicht aus der Distanz. Wir sind vor Ort. Wir betreiben Generator-Hotspots, stellen Strom zur Verfügung und schaffen Orte, an denen Menschen sich aufwärmen, ihre Handys laden und für einen Moment aufatmen können. Orte, an denen Hoffnung Raum bekommt. Unser Partner laden Frierende in Kirchen ein, wo sie dann auch mit jemanden sprechen können und von Gott hören.

Wenn Sie helfen möchten, unterstützen Sie uns dabei, jetzt weitere Generatoren zu kaufen. Damit können wir weitere Hotspots eröffnen.Jeder Beitrag hilft mit, dass Familien wie Sergej und seine Grossmutter diesen Winter überstehen. Herzlichen Dank!

*Name geändert

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