Südostasien: Fröhlich, entspannt und wie ein Mann mit einem grossen Herzen – so wirkt Adam*, wenn er im Interview mit uns von seiner Arbeit unter Muslimen berichtet.
Adam, wie werden Christen in deinem Land verfolgt?
Manche werden bedroht oder sogar inhaftiert. Häufiger ist aber die Diskriminierung durch staatliche Vorschriften. Für eine Kirche braucht man eine offizielle Bewilligung. Dafür sind mindestens 90 Mitglieder und 60 Unterschriften von muslimischen Nachbarn nötig – für die meisten Gemeinden unmöglich.
Auch christliche Schulkinder und Lehrpersonen werden benachteiligt. Christlicher Religionsunterricht ist zwar erlaubt, doch der Staat unterstützt ihn kaum. Meine Schwester unterrichtet 285 Kinder. Obwohl sie seit 17 Jahren Religionslehrerin ist, ist sie noch immer nicht offiziell anerkannt und verdient sehr wenig.
Viele Christen geben ihren Glauben auf, um Karriere zu machen. Manche konvertieren zum Islam, damit sie ihre Arbeit im Militär oder beim Staat behalten können.
Wie betest du und was bedeutet Gebet für dich?
Ich bete oft für die Muslime, unter denen ich arbeite. In meinem Land spricht man gewöhnlich nicht über Glaubensfragen. Gebet hilft mir, geduldig auf die richtigen Momente zu warten.
Du begleitest Kinder und Jugendliche aus der Armut und erzählst ihnen von Jesus. Wie verändert Gott sie über die Jahre?
Ich möchte ein Beispiel erzählen, das mich sehr ermutigt hat. Antonius ist heute 23 Jahre alt. Er wuchs mit acht Geschwistern in grosser Armut auf. Sein Vater starb früh an Tuberkulose und seine Mutter verursachte immer wieder finanzielle Probleme. Seit seiner Kindheit besuchte Antonius unser Nachmittagsprogramm. Dort wurde er gefördert und lernte, auf Gott zu vertrauen.
Nach der Schule arbeitete er in einem Hotel, sparte Geld und baute ein kleines Haus – das schafft in seiner Umgebung fast niemand. Als seine Mutter die Familie verliess, nahm Antonius seine jüngeren Geschwister bei sich auf. Heute leben elf Personen in seinem kleinen Haus und er übernimmt die Rolle von Vater und Mutter.
Er hatte Angst, die Familie nicht ernähren zu können. In dieser Situation ermutigte ich ihn, jeden Morgen mit seinen Geschwistern zu beten und Gott zu vertrauen. Seit drei Monaten tun sie das täglich. Wir unterstützen die Familie finanziell, fördern aber auch ihre Eigenverantwortung. Einige seiner Geschwister arbeiten nach der Schule oder helfen in den Ferien auf unserer Ananasplantage.
Ich erkenne Gottes Wirken, wenn ich Antonius und seine Geschwister sehe. Trotz Scham und schwieriger Umstände lernen sie, Verantwortung zu tragen und Hoffnung weiterzugeben. Das ermutigt mich sehr.
Adam und sein Team erreichen Kinder und Jugendliche aus muslimischen Familien. Mit Ihrer Hilfe betreiben sie mehrere Vorschulen und fördern Jugendliche im Studium. Mit 175 Franken helfen Sie einem Kind, ein Jahr lang die Vorschule zu besuchen.
* Name von der Redaktion geändert, Symbolbild




