«Dank euch bin ich wieder frei!»

Pakistan: Sohail lebt mit seiner Frau und den vier Töchtern in einem Dorf auf dem Land. Eines Tages lässt er sein Handy unbeaufsichtigt. Ein muslimischer Bekannter schnappt sich das Handy und teilt damit einen Post, der den Propheten Mohammed beleidigt. Die Dorfbewohner klagen Sohail an. Er wird verhaftet und zwei Tage später verurteilt.

Das Blasphemie-Gesetz stellt die Beleidigung des Propheten Mohammed unter Strafe. Um jemanden anzuklagen, sind kaum Beweise notwendig. Den Verurteilten droht lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe. Lokale und internationale Menschenrechtsorganisationen wie die UNO kritisieren diese Gesetzgebung, die es nur in Pakistan gibt.

Während Sohail im Gefängnis sitzt, bleibt seine Familie ohne Einkommen zurück. Sie haben keine Ersparnisse und können sich nichts mehr zu essen kaufen. Die Frau und die vier Töchter landen auf der Strasse – verstossen von der Verwandtschaft und verfolgt von den Dorfbewohnern.

Lokale Partner der HMK erfahren von der Situation und nehmen Kontakt mit Sohails Familie auf. Sie versorgen sie finanziell und helfen ihnen, eine neue Wohnung zu finden. Gleichzeitig beauftragen sie einen Anwalt, der sich um Sohails Fall kümmert. Über zwei Jahre lang versucht dieser Anwalt, einen Freispruch zu erwirken. Jede Gerichtsverhandlung entscheidet über Freiheit oder Gefängnis, Leben oder Tod.

Gott sei Dank – im August 2022 wird Sohail freigesprochen und kann zu seiner Familie zurückkehren! Sohail sagt: «Ohne diese Hilfe würde ich immer noch im Gefängnis sitzen und meine Familie wäre am Boden zerstört.» Ihm und seiner Familie geht es nun besser. Doch sie haben immer noch Angst und sind nicht in ihr Dorf zurückgekehrt.

Der Projektverantwortliche der HMK erklärt: «In Pakistan wird dieses Gesetz benutzt, um zwischenmenschliche Probleme zu regeln. Pakistanische Christen vergleichen es mit einem Damoklesschwert. Es kann jederzeit jeden treffen: reich oder arm, bekannt oder unbekannt.» Nicht nur Christen, sondern auch Hindus und Muslime können schnell mit erfundenen Anschuldigungen zu Opfern dieses Gesetzes werden.

«Betroffen sind vor allem Christen, die weder lesen noch schreiben können. Davon gibt es in Pakistan viele. Angehörige der christlichen Minderheit erhalten kaum Bildung und bleiben im Kreislauf der Armut. Pastoren, die lesen können und gebildeter sind, werden weniger oft der Blasphemie angeklagt. Deshalb ist Bildung so wichtig. Christen müssen auch sensibilisiert werden: Wer sein Handy nicht aus der Hand gibt und mit Passwort schützt, ist viel sicherer.»

Mit 75 Franken helfen Sie einer christlichen Familie einen Monat lang mit Mietkosten und Lebensmitteln, während der Hauptverdiener oder die Hauptverdienerin inhaftiert ist. Herzlichen Dank!

* Symbolbild

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