Arabische Halbinsel: Bürgerkrieg, Hungersnot, Jobmangel, zerstörte Schulen und Spitäler. In dieser Realität lebt Hassan*. Allein kann er nicht viel dagegen unternehmen. Doch an einer Hygiene- und Gesundheitsschulung der HMK lernte er, mit kleinen Schritten sein Umfeld positiv zu verändern. Sein christlicher Glaube gibt ihm die nötige Kraft, um dranzubleiben.
Hassan wird bald 40 und ist Vater von acht Kindern. Seit Beginn des Kriegs vor über zehn Jahren mussten er und seine Familie mehrfach fliehen. Anfangs nahm Hassan seine Schafherde überallhin mit und bestritt damit seinen Lebensunterhalt. Doch eines Tages löste er beim Weiden seiner Schafe eine Landmine aus. Sein rechtes Bein musste vollständig amputiert werden. Seitdem kann er nicht mehr arbeiten. Dennoch versucht Hassan, alles zu tun, was in seiner Macht steht.
Besonders aufmerksam hörte er zu, als Partner der HMK in sein Flüchtlingslager kamen. Im Rahmen einer Lebensmittelverteilung klärten sie die Flüchtlinge über Hygiene und Sanitärversorgung auf. Seine Kinder sowie viele andere litten unter verschiedenen Haut- und anderen Krankheiten. Die meisten Einwohner wissen nicht, dass Abfall und Abwasser mit Krankheiten einen Zusammenhang haben. Abfalltrennung ist ein Fremdwort.
Hassan beschloss, die vom Team erklärten Massnahmen auszuprobieren. Er stellte Mülleimer vor sein Zelt, um organische Abfälle von anderem Müll zu trennen, richtete eine Handwaschstation ein und ermunterte alle in seiner Umgebung, sich vor dem Essen und nach dem Toilettengang die Hände zu waschen.
Zunächst murrten einige Nachbarn. Denn Wasser ist dort schwer zu beschaffen. Sie fragten sich, ob das wirklich eine sinnvolle Nutzung dieser kostbaren Ressource sei. Aber Hassan blieb hartnäckig. Schliesslich folgten die meisten seinem Rat. Und die Wirkung überzeugte sie: Die Infektionen unter den Kindern in diesem Teil des Lagers gingen zurück.
Danach luden er und seine Frau ihre Nachbarn dazu ein, jeden Freitag gemeinsam die Bereiche zwischen ihren Zelten zu säubern. Sie sammeln Abfall in Säcken und deponieren ihn in dafür vorgesehene Gruben weit entfernt von den Zelten. Einige Abfälle wie Plastikbehälter können sie auch zu Recycling-Zentren bringen. Das Resultat dieser Aktion: Üble Gerüche nahmen ab, Hautkrankheiten gingen weiter zurück und die Lagerbewohner entwickelten sogar einen gewissen Stolz auf ihren verbesserten Lebensstandard.
Doch es bleibt eine örtlich und zeitlich begrenzte Lösung. Denn dort existiert keine funktionierende Müllsammlung oder -verwertung. Die offene Verbrennung auf Deponien erzeugt giftige Dämpfe, die verschiedene Krankheitsrisiken erhöhen. Gefährliche Stoffe sickern aus Deponien in das Oberflächen- und Grundwasser und werden von Nutzpflanzen und Tieren aufgenommen.
Langfristige Lösungen der verschiedenen landesweiten Krisen sind dringend nötig. Aber alle Versuche, auf staatlicher Ebene etwas zu bewirken, scheitern an der Korruption. In einer Stadt wurde die Leiterin einer Reinigungsabteilung ermordet, weil sie versucht hatte, veruntreute Gelder für Sanitärprogramme zurückzugewinnen.
Menschen wie Hassan können nicht viel tun. Aber durch einfache Aktionen minimieren sie die Auswirkungen der Krise in ihrem Umfeld und stärken das kollektive Verantwortungsbewusstsein. Die HMK führt Schulungs- und Sensibilisierungsprogramme für die lokale Bevölkerung durch. Das ist eine wichtige Voraussetzung, damit irgendwann eine landesweite Veränderung möglich wird.
Schon mit 10 Franken helfen Sie einem Kind, einen Monat lang die Schule zu besuchen. Mit 130 Franken tragen Sie zur monatlichen Versorgung einer Familie bei. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!
* Name von der Redaktion geändert, Symbolbild




