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Turkvölker: "Oh, ich kann wieder laufen!"

Februar 2018 - Mehr als 200 Millionen Menschen zählen sich zu den Turkvölkern, vom Balkan über die Türkei bis zu den Uiguren in China. Obschon in manchen von diesen Ländern Christen unter Druck stehen, erleben die Gläubigen faszinierende Aufbrüche.

Zentralasien – Die Turkvölker auf dem Herzen

Hier auf dem Balkan gibt es viele Romas. Die Romas kamen ursprünglich aus Indien. Sie galten schon immer als minderwertige Menschen ohne Rechte. Man schaut auf sie herab, sie werden diskriminiert und leben oft in sehr armen Verhältnissen. Es sind die ärmsten Menschen in Europa. Sie wachsen in elenden Orten auf, es gibt viele Krankheiten.

livenet. „Ich bin in der Schweiz geboren und islamisch erzogen worden“, so der HMK-Projektleiter für die Region Türkei/Zentralasien. Er habe den Koran gelesen, darin aber keine Erfüllung gefunden. In der Berufsschule habe einer seiner Mitschüler tiefgründige Freude verströmt – er sei Christ gewesen. „Heimlich begann ich, im Neuen Testament zu lesen.“ Nach einem dreijährigen Prozess fand Eno zu Christus. Seine Eltern schlugen auf ihn ein, als sie von seiner Entscheidung erfahren hatten, doch mit den Jahren habe sich die Situation etwas entspannt.
Seit vielen Jahren investiert sich Eno in die Turkvölker, die aus rund vierzig Ethnien und über 200 Millionen Menschen bestehen. „Die Region entlang der Seidenstrasse – Türkei, Aserbaidschan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan, Kasachstan bis nach Nordwestchina – gehört zu denjenigen, die weltweit am unerreichtesten ist mit dem Evangelium. Manche Völker verfügen weder über Bibelübersetzungen in ihren Sprachen noch über Gemeinden.“

Türkischsprachige Roma als Brückenbauer
In verschiedenen Ländern dieser Gegend trainiert Eno mit seinem Netzwerk die einheimischen Nachfolger Jesu und bildet sie zu Gemeindegründern aus. Ein Aufbruch sei unter bulgarischen Roma mit Turk-Wurzeln zu verzeichnen. „Viele von ihnen konnten geschult und ausgesandt werden. In manchen Ländern sind sie wie Brückenbauer.“ Einen weiteren Vorteil hätten diese Trainings: „Es entstehen Freundschaften unter den Jesus-Nachfolgern der Turkvölker. Sie bleiben miteinander in Kontakt und tauschen sich aus, was für sie sehr wertvoll und ermutigend ist.“

 

Geheilt
Eno erzählt von einer jungen Frau, die einen Unfall erlitt und ins Spital eingeliefert wurde. „Dort haben sie die Ärzte vergewaltigt. Wieder daheim, zogen die Eltern einen Schamanen bei. Danach wurde die Frau depressiv und konnte nicht mehr hören, nicht mehr sprechen und nicht mehr sehen.“ Den Eltern sei empfohlen worden, einen weiteren Schamanen beizuziehen. „Doch der erste Schamane konnte nicht helfen, auch der zweite war hilflos. Dann wurde sie zu einem Imam geschickt. Auch dieser konnte nicht helfen. Schliesslich wurde den Eltern empfohlen, eine Christin aufzusuchen. Diese sagte: ‚Nur Jesus kann dir helfen.‘ Ein Gemeindegründer aus unserem Team wurde beigezogen und gebot: ‚Im Namen Jesu, sei frei!‘ Umgehend wurde die junge Frau geheilt. Sie und ihre Familie fanden zu Christus.“

In 45 von 81 Provinzen keine Gemeinde
In der Türkei existieren in 45 von 81 Provinzen noch keine christlichen Gemeinden. Gerade Gebiete im östlichen Teil des Landes sind noch weitgehend unerreicht. „Doch der geistliche Hunger ist gross, gerade auch in Dörfern. Wir sind vor Ort und sehen, wie neue Gemeinden entstehen.“ Die Menschen würden dabei oft Heilungen erleben. So zum Beispiel, als eine an den Beinen gelähmte Frau unsere einheimischen Gemeindegründerinnen in ihrem Haus willkommen hiess, damit diese mit ihr beten konnten. „Dann wurde ihr ganz kalt, sie erschrak und wusste nicht, was ihr widerfuhr. Und so befahl sie den Besuchern, dass sie doch das Haus verlassen mögen. Sie stand auf und begleitete die Besucher höflich hinaus in Richtung Türe. Dort angekommen, realisierte sie: ‚Oh! Ich kann ja wieder gehen! Kommt wieder rein!‘ Sie fand zu Christus.“
An einem anderen Ort in Osteuropa haben Eno und sein Team Besuch erhalten von einem Mann, bei dessen Frau die Ärzte einen Knollen in der Brust entdeckten. „Der Mann fragte, ob wir für seine Frau beten könnten. Wir beteten für sie und mehrere Tage später besuchte sie uns selbst, und zwar mit Tränen in den Augen: ‚Die Ärzte haben den Knollen nicht mehr gefunden, ich bin gesund!‘ Durch solche Erlebnisse finden unter den Turkvölkern zusehends Menschen zu Christus“, so Eno.•

Autor: Daniel Gerber, livenet.ch

Das Verbreitungsgebiet der heutigen Turkvölker. Sie siedeln hauptsächlich von Osteuropa bis Zentralasien. Quelle: „Metzler Lexikon Sprache”, erstellt durch Michael Postmann

Damit die Turkvölker die Liebe von Jesus Christus erfahren

Die Arbeit von Eno können Sie finanziell unterstützen. So belaufen sich die monatlichen Lebenshaltungskosten eines einheimischen Gemeindegründers samt Familie auf rund 200 Franken (174 Euro).