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Nordafrika: Berufen, um in der Wüste zu dienen

Mein Name ist Deborah*. Schon früh spürte ich, dass ich ein Herz habe für meine Mitmenschen in der arabischen Welt. Seit vielen Jahren lebe ich unter einer muslimischen Volksgruppe in der Wüste. Hier gebe ich Ihnen einen Einblick in mein Leben.

hmk./ Januar 2018 – Einer meiner Mitarbeiter, den ich seit seiner Kindheit kenne, zählt sich heute zum „Islamischen Staat“ (IS). Er weiss, dass ich Christin bin. Wir kommunizieren offen miteinander, und auch schwarzer Humor hat hin und wieder Platz. So sagte ich ihm kürzlich: „Wenn du mich eines Tages töten willst, bitte informiere mich vorher, damit ich mich verstecken kann. Und wenn du mich umbringst, tu es auf eine Art, dass ich keine Schmerzen erleiden muss. Vergiss nicht: Ich habe dich lieb.“ Er antwortete mir: „Du musst wissen, dass ich dir nie etwas antun würde. Bitte vergleiche mich nicht mit anderen. Ich respektiere dich.“ Ich weiss, dass er nach Libyen oder nach Syrien gehen würde, wenn er die Möglichkeit dazu hätte. Aber Gott scheint einen anderen Plan mit seinem Leben zu haben. Ich wünsche mir, dass er ein Nachfolger Jesu wird.

Nordafrika – Gott tut Wunder

Sobald du Jesus kennen lernst, musst du entscheiden, ob du wirklich Christ bist und bereit bist, alles zu verlieren, was du hast: Besitz, Familie, Freunde, … weil du jetzt Christ bist? Weil du für sie dann ein „Kaffar“ bist. „Kaffar“ („Ungläubiger“) ist ein Wort, das bedeutet, dass du Schande über den Islam und die Familie brachtest.

Dieser Ort ist mein Zuhause geworden
Hier, wo ich lebe, muss ich sehr vorsichtig sein, was und wie ich etwas sage. Ich respektiere meine Mitmenschen und das merken sie. Ich stehe aber auch offen zu meinem christlichen Glauben. Das wird geschätzt und ich werde akzeptiert. Zwar habe ich keine eigene Familie, aber ich bin Gott dankbar, dass Er mir hier eine Familie geschenkt hat. Diese Leute habe ich lieb gewonnen, und so ist dieser Ort mein Zuhause geworden. Ich sehe die Früchte meiner Arbeit und das ist der Grund, warum ich hier bin und hier bleiben will.

Kinder und Frauen erhalten eine Würde
Seit mehreren Jahren führe ich mit meinem Team regelmässig Freizeitaktivitäten für die Kinder durch, die aus menschlicher Sicht kaum eine Lebensperspektive haben. Rund 3‘500 Kinder besuchen regelmäs-sig diese Animationen, die von 40 jungen Frauen organisiert und durchgeführt werden. Zudem haben wir Sozialprojekte für junge Frauen. Sie leben hier in einem schwierigen Kontext und wir zeigen ihnen, wie sie einander helfen können. Sie realisieren, dass sie wichtig sind, und sie lernen, wie sie ihr eigenes Leben und das Leben anderer Frauen positiv verändern können. Es erfüllt mich mit tiefer Freude, wenn ich sehe, wie ihr Selbstvertrauen gestärkt wird und wie sie neuen Lebensmut finden. Für die Gesellschaft hier ist das ein grosses Zeugnis und die Menschen fragen sich: „Wie kommt es nur, dass diese Frauen sich um andere kümmern?“ Eine der Frauen sagte mir: „Ich bin jetzt 30 Jahre alt. Aber mit diesem Projekt fühle ich mich, als hätte ich erst jetzt begonnen zu leben.“
Mein Wunsch ist, dass ich, wenn ich in den Himmel eintrete, dort viele Menschen dieser Volksgruppe antreffen werde und ich mit ihnen die Ewigkeit verbringen kann.

Deborah ist eine langjährige lokale Projektpartnerin der HMK. Haben Sie es auf dem Herzen, die Arbeit von ihr finanziell zu unterstützen? Mit bereits 20 Franken (17 Euro) können Sie ein Lebensmittelpaket für vernachlässigte Betagte ermöglichen.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.