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Tunesien: „Meine Beziehung zu Jesus hat sich vertieft“

Jessica ist Lehrerin in der Schweiz. Sie war einige Monate in Tunesien, wo sie Schulkinder unterrichtete.


hmk./ Mai 2018 Warum hast du gerade einen Einsatz in Tunesien gemacht?
Ich liebe es, andere Kulturen zu entdecken, zu sehen, wie die Menschen leben, mit ihnen meinen Glauben an Jesus zu teilen und von ihnen zu lernen. Bereits als ich mich entschieden habe, Lehrerin zu werden, hatte ich den Traum, einmal in einem anderen Land zu unterrichten. So fragte ich Gott, wo es hingehen sollte, und die Tür nach Tunesien öffnete sich. Die orientalische Kultur fasziniert mich.

Mit was für Menschen verbrachtest du deine Zeit?

Vor dem Schulstart lebte ich einen Monat bei einer tunesischen Christin. Sie führte eine Hauskirche in ihrer Wohnung, wodurch ich andere Christen kennenlernte. Anschliessend wohnte ich mit zwei Französinnen, welche als Volontärinnen in der Schule engagiert waren. In der Schule waren die Lehrerpersonen zwar freundlich, aber es brauchte einige Zeit, bis sie mich aktiv integrierten, das heisst zum Beispiel ihr Essen mit mir teilten, was sehr wichtig ist in Tunesien. Auch im Training (Kung Fu) habe ich junge Leute kennengelernt, die mich sehr herzlich aufnahmen.

Jessica mit zwei ihrer tunesischen Schülerinnen. Foto: © HMK

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Mit 240 Franken (200 Euro) kann ein Tunesier die Fahrzeugführerprüfung absolvieren und anschliessend das Taxi von jemandem fahren. Das bescheidene Einkommen führt ihn aus der Arbeitslosigkeit. Unterstützen Sie dieses Projekt?

Welche Situation bleibt dir besonders in Erinnerung?
Beim Klettern fiel ich von fünf Metern Höhe mit dem Rücken auf einen Felsen. Meine Begleitpersonen rechneten mit dem Schlimmsten. Ich war bei vollem Bewusstsein und wurde mit der Ambulanz ins Spital gefahren, wo etwas andere Standards herrschen als in der Schweiz. Ich hatte zwar sehr starke Schmerzen, spürte aber, dass Jesus mit mir war und zum Erstaunen der Ärzte hatte ich weder Brüche noch innere Verletzungen. So spazierte ich um zwei Uhr nachts, nach etwa 13 Stunden, aus dem Spital mit einem Rezept für Schmerzmedikamente. Praise the Lord!

Mit was hattest du Mühe?
Persönliche Beziehungen fehlten mir und ich hatte nicht erwartet, dass Unterrichten in einer fremden Kultur so anders ist. Am Anfang war es ein totales Chaos in meinen Klassen. Die Kinder in Tunesien sprechen gerne laut, lieben es zu singen, zu tanzen und sich zu bewegen, was in einem kleinen Klassenzimmer schwierig ist. Mit Misserfolg und Frustration umzugehen und mich überfordert zu fühlen war schwierig. Es half mir, diese Not bei Jesus abzuladen, Ihn um Rat zu fragen und Seine Liebe zu spüren.  

Was hat dieser Einsatz bei dir persönlich verändert?
Meine Beziehung zu Jesus hat sich vertieft. Er war, ist und wird immer an meiner Seite sein. Viele Menschen müssen Schwieriges ertragen, durch Jesus können wir Hoffnung in Situationen hineinsprechen. Er gibt uns Kraft und Liebe um dranzubleiben, wenn wir keinen Erfolg sehen. Er sorgt immer für uns und gibt uns Lebensfreude. Zudem habe ich mein Leben in der Schweiz neu schätzen gelernt: Meine Familie, meine WG, meine Gemeinde und die Zeit mit meinem Verlobten, die Bewegungsfreiheit, die Nähe zur Natur, die Zuverlässigkeit der Leute und dass der Kopierer und das Internet funktionieren.