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Sri Lanka: Feindesliebe hat Ausstrahlungskraft

Ruwan* erlebt Diskriminierung und Verfolgung am eigenen Leib. Sein Umgang damit öffnet die Herzen der Täter.

hmk./ Dezember 2018 Die Polizei und zwei Hindu-Priester verlangten das Ende der Gebetstreffen. Pastor Ruwan* ging daraufhin auf das zuständige Behördenbüro, um die Sache zu klären, wurde aber nicht empfangen. Er reichte Beschwerde bei der Ombudsstelle für Menschenrechte ein, worauf ein Treffen einberufen wurde. Dort sagte man ihm, dass er religiöse Unruhe stifte. Mit den Gebetstreffen provoziere man, angegriffen zu werden. Die Polizei sei nicht in der Lage, die Sicherheit der Gemeinde zu gewährleisten.


Messer und Macheten

Am Sonntag darauf griff eine aufgebrachte Menschenmenge von fast 100 Personen, bewaffnet mit Messern und Macheten, 25 Menschen an, die Gottesdienst feierten. Die Angreifer stachen auf die Menschen ein. Alle wurden verletzt, acht von ihnen schwer. „Ich war in einer anderen Kirche, als ich davon erfuhr und kontaktierte die Polizei. Doch als ich eine Stunde später bei der Kirche eintraf, war die Polizei nicht da. Sie kam erst, als sie jemand persönlich beim Revier holte. Gemacht hat sie aber auch dann nichts.” Ruwan brachte die verletzten Personen ins Spital. „Plötzlich war einer der Angreifer dort und begann, ein Mädchen aus der Kirche zu würgen! Wir konnten den Mann vertreiben.”

13 Mal wurden Kirchen, die Pastor Ruwan betreut, zerstört oder in Brand gesteckt. Foto: © HMK


Brutal zusammengeschlagen
In der Zwischenzeit hatte sich die Meute neu gesammelt und war auf dem Weg zu einer weiteren Kirche. „Ich und meine Frau hörten davon und eilten dorthin. Wir wurden brutal verprügelt, 30 weitere Personen waren verwundet, vier mussten ins Spital. Doch bereits am nächsten Tag mussten sie es verlassen. Die Behörden wollten den Eindruck eines ernsten Vorfalls vermeiden. Alle vier leiden bis heute an den Folgen ihrer Verletzungen; auch ich habe seither Probleme mit meinen Händen.”


Vergebung statt Vergeltung
Die lokale Projektpartnerin der HMK – eine für Rechtshilfe zuständige Anwältin – unterstützte Ruwan bei der Anzeige. „Der Richter hat die Angreifer verurteilt und uns aufgefordert, die Strafe und Entschädigung zu bestimmen. Doch wir baten den Richter, sie nicht zu bestrafen. Wir haben ihnen vergeben und hegen keinen Hass gegen sie.” Die Männer waren von dieser Reaktion tief beeindruckt. Drei von ihnen besuchten daraufhin die Kirche und haben inzwischen ihr Leben Jesus übergeben. „Einige Jungs der ehemaligen Schlägergruppe begleiten uns nun jeweils, wenn wir Besuche in den Dörfern machen, und sorgen für unsere Sicherheit.“

Unterstützen Sie die Arbeit der HMK in Sri Lanka: Mit 200 Franken (165 Euro) können Sie wesentlich zur Linderung der Not von Christen beitragen, die Opfer von Gewalt wurden. Mit 400 Franken (330 Euro) können Sie die Durchschnittskosten christlicher Rechtsanwälte pro Fall abdecken. Mit 120 Franken (100 Euro) decken Sie einem Gemeindegründer die monatlichen Reisekosten und tragen zu seinem Lebensunterhalt bei.

*Name aus Sicherheitsgründen geändert.