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Pakistans Christen werden immer mehr isoliert

August 2018 – Pakistan ist für Christen eines der gefährlichsten Länder der Welt. Grund dafür sind die Blasphemie Gesetze, islamistische Angriffe und staatliche Diskriminierung.

 hmk/mst. Ende Juli 2018 wird in Pakistan gewählt und es wird versucht, die christliche Minderheit ins Abseits zu schieben, indem keine politische Partei ihnen irgendetwas in ihren Kampagnen verspricht. Das wurde ganz offensichtlich durch den kürzlichen Mordversuch am Innenminister, als er sich mit Christen traf. Der 59-jährige Minister Ahsan Iqbal wurde am 6. Mai 2018 von einem Mann angeschossen, der angeblich einer neuen radikalen islamischen Partei angehört, die sich Tehreek-e-Labaik nennt, was übersetzt heisst „Bewegung der Nachfolger des Propheten“. Diese fordert eine strengere Durchsetzung der drakonischen Blasphemie Gesetze des Landes (Blasphemie = Gotteslästerung). Der Minister dagegen ist von der regierenden Pakistan Muslim League-Nawaz (PML-N) Partei, die verhindern will, dass die Blasphemie Gesetze dazu missbraucht werden, religiöse Minderheiten zu diskriminieren.

Der 17-jährige Christ Sharoon Masih wurde im August 2017 von seinem muslimischen Klassenkameraden getötet. Quelle: mst/twitter

 

Angriffe auf hochrangige Politiker ist Teil der Strategie
Das Hauptziel der Tehreek-e-Labaik Partei ist die Bestrafung von Blasphemie. In der Partei befinden sich Anhänger von Mumtaz Qadri, der den Gouverneur der Provinz Punjab 2011, Salman Taseer, erschossen hat, weil er sich gegen die Blasphemie Gesetze eingesetzt hatte. Ironie des Schicksals war, dass Qadri einer von Taseers Leibwächtern war. Auch Shahbaz Bhatti, ein Christ und Minister für Minderheitenfragen, wurde 2011 ermordet, weil er forderte, dass eine christliche Mutter, Asia Bibi, die fälschlicherweise wegen Blasphemie angeklagt wurde, freigelassen würde.Attentate auf hochrangige Politiker, die sich für Christen oder für ihre Rechte äussern, gehören zu der Strategie der islamistischen Kräfte, mit der sie Minderheiten unter der Knute der muslimischen Bevölkerung des Landes halten können. Für die Islamisten ist das Isolieren von Minderheiten Teil ihrer Vision für ein Pakistan, das ihrer Meinung nach einzig und allein Muslimen gehört.

Christen als leicht verwundbare Ziele

Ein 17-jähriger christlicher Schüler, Sharoon Masih (Foto), wurde im August 2017 totgeschlagen, und zwar von seinem muslimischen Klassenkameraden Ahmed Raza. Der Grund? Er hatte Wasser aus einem Glas getrunken, das von allen Schülern im Klassenzimmer benutzt wurde, und Raza betrachtete Sharoon als „unrein“, weil er Christ war. Sharoon Masih war der einzige Christ in der Klasse. Seine Eltern akzeptierten eine Entschädigung von 13‘500 US-Dollar und bestanden nicht auf eine Bestrafung des Schuldigen. Anscheinend waren die Eltern unter Druck oder sie hatten kein Vertrauen zum Polizei- und Rechtssystem des Landes. „Es ist eine lebenslange Wunde, mit der wir leben müssen, aber wir hoffen, dass Ahmed einmal erkennt, was für Schreckliches er uns angetan hat“, sagte die Mutter des Opfers, Razia Bibi, den Medien. Die Polizei hatte keine ordentliche Untersuchung nach dem Mord durchgeführt, und das Gericht hätte daher den Täter nicht verurteilen können. Menschenrechtsgruppen melden, dass lokale Muslime oft Christen der Blasphemie bezichtigen, einfach nur um sich zu rächen oder wegen läppischer persönlicher Streitigkeiten. Das tun sie, obgleich sie wissen, dass die Blasphemie Gesetze die Todesstrafe vorsehen. Ungerechtfertigterweise sehen die Blasphemie Gesetze nicht vor, dass ein falscher Ankläger oder ein falscher Zeuge in Blasphemie Prozessen bestraft wird. Ausserdem sehen sich Pakistans Christen auch Angriffen durch Militante und Terroristen wie die Taliban und den sogenannten „Islamischen Staat“ (IS) ausgesetzt, sowie Diskriminierungen und Schikanen seitens der Behörden.

Parteien wollen nicht als anti-muslimisch gelten
In der Vergangenheit hat keine der regierenden Parteien gewagt, ernsthafte Schritte zu unternehmen, um das Land vom Extremismus zu befreien, weil die konservativen Anteile der Bevölkerung zu mächtig geworden sind. Im vorwiegend muslimischen Pakistan möchte keine Partei als „anti-muslimisch“ abgestempelt werden. Wie auch immer die Wahlen im Juli 2018 ausgehen: Als Glieder am Leib Christi darf uns die Not unserer Glaubensgeschwister in Pakistan nicht kalt lassen.

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Dank Urdu Bibeln können Menschen in Pakistan das Wort Gottes in ihrer Herzenssprache lesen.
Foto: © HMK