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Ukraine: Strahlende Augen, selbst an der Kriegsfront

Dezember 2017 - Im Januar 2017 wurden 97'100 Geschenkpakete in den ärmsten Regionen Osteuropas verteilt. Zu Weihnachten waren diese Päckli in der Schweiz bei der Aktion Weihnachtspäckli gesammelt worden. Ein Film-Team war in der Ukraine mit dabei.

livenet. „Wir besuchten viele Flüchtlinge, die im umkämpften Osten der Ukraine ausharren, und filmten die Verteilung der Weihnachtspäckli. Die Zerstörung und Hoffnungslosigkeit machten mich sehr betroffen“, blickt Tamara, Mitglied des Film-Teams und HMK-Mitarbeiterin, auf den Einsatz zurück. „Die Menschen leben teils in menschenunwürdigen Zuständen. Die leuchtenden Augen derjenigen, die ein Päckli erhielten, werde ich nie mehr vergessen.“ Das Team traf auf Menschen, die nicht nur ihr Zuhause verloren haben, sondern auch ihren Job und sogar Familienangehörige. „Obwohl viele in andere Regionen der Ukraine geflüchtet sind, harren immer noch zahlreiche Menschen im Kriegsgebiet aus und versuchen, unter prekären Bedingungen zu überleben.“

Flüchtlingskinder aus der Ostukraine. Foto: © HMK

Überwältigende Dankbarkeit
Ein Mann erzählte, dass er seine Schwester und andere Verwandte seit Beginn des Krieges im Jahre 2014 nicht mehr gesehen hat. Es sei für ihn schlicht zu gefährlich, ins Kriegsgebiet zurückzukehren. Auch trafen die Filmer bei ihrer Dokumentationsarbeit eine Frau, auf deren Feldern sich Minen befinden – direkt vor ihrem Haus. „Das Gebiet war von den Separatisten eingenommen worden und konnte später von der ukrainischen Armee zurückerobert werden. Ein Junge spielte draussen und trat auf eine Mine, die ihn schwer verletzte. Gott sei Dank überlebte er die Explosion, aber seither können die Kinder nicht mehr alleine draussen spielen.“
Die Dankbarkeit sei überwältigend gewesen, erinnert sich Tamara. „Dass die Menschen solch eine Freude haben an einem Päckli, habe ich mir zuvor beim besten Willen nicht vorstellen können. Die Päckli sind für die Menschen hier nicht nur eine gute Ergänzung zu dem Wenigen, das sie haben, sondern auch eine grosse Ermutigung. Dass da jemand aus der Schweiz an sie denkt, das können sie oftmals fast nicht glauben.“

Ein Miteinander, das Hoffnung gibt
Es sind Menschen in Not, welche die Geschenke erhalten haben. „Wir besuchten zum Beispiel eine Anlaufstelle für Menschen mit Behinderungen, ein Zentrum für autistische Kinder, ein Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige, Flüchtlingsfamilien und christliche Gemeinden.“
Es sei grossartig zu sehen, mit welcher Motivation und Nächstenliebe die ukrainischen Projektpartner den Bedürftigen helfen. „Tausende von Flüchtlingen haben nur geringe Chancen auf eine gute Wohnmöglichkeit oder einen Job und sind dankbar für jegliche Hilfe. Viele der Notleidenden erhalten nicht nur ein Weihnachtspäckli, sondern unter dem Jahr auch Lebensmittelpakete und Hilfsgüter. Freundschaften entstehen und das Miteinander gibt Hoffnung.“

Herzlichen Dank!

Die Weihnachtspäckli aus der Schweiz lösen eine Dankbarkeit und Freude aus, die kaum in Worte zu fassen sind. Neben dem wertvollen Inhalt bringen die Geschenke Hoffnung zu Tausenden von Empfängerinnen und Empfängern. Für Menschen, die unter dem Existenzminimum leben, für Kranke, Behinderte, Einsame und für Menschen am Rande der Gesellschaft haben sie unbezahlbaren Wert. Und nicht zuletzt sind die Päckli ein Zeichen der praktischen, christlichen Nächstenliebe.

Ukraine – Weihnachtspäckli erreichen Kriegsfront

Die Aktion Weihnachtspäckli setzt ein Zeichen der Verbundenheit mit notleidenden Menschen. Mit einem Paket bringen Sie Freude und Hoffnung in den grauen Alltag vieler Kinder und Hilfbedürftiger in Osteuropa und lassen sie Gottes Liebe erleben.

Suche nach Gott ausgelöst
„Friede und Stabilität scheinen in weite Ferne gerückt zu sein“, sagt Tamara. „Obwohl in unseren Medien kaum noch über die Situation vor Ort berichtet wird, ist der bewaffnete Konflikt nicht zu Ende. Viele Menschen harren immer noch in den Kriegsgebieten aus. Ein Ehepaar aus unserem Team übernachtete ganz in der Nähe des Kriegsgebietes und konnte Bomben fallen hören.“
Der ganze Krieg löst bei vielen Menschen eine neue Suche nach Gott aus, stellt das Film-Team fest. Sie sprachen mit einem Mann, „der evakuiert wurde und deshalb anfing, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Er realisierte, dass nur Gott seine Situation ändern und ihm und seiner Familie helfen kann.“

Autor: Daniel Gerber, livenet.ch