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Ukraine-Konflikt: „Am meisten brauchen die Menschen Gott“

Bis im Jahr 2014 war Elisey Pastor einer christlichen Gemeinde in der Ostukraine. Dann mussten er und seine Familie vor den Separatisten in den Westen des Landes fliehen. Das Wochenmagazin ideaSpektrum hat ihn interviewt.

Pastor Elisey, wie ist die Situation in der Ukraine heute?
Die Situation hat sich nicht verbessert. Die finanzielle Not ist noch schlimmer geworden. Wegen des Krieges und der unsicheren politischen Situation hat die ukrainische Währung stark an Wert verloren. Die Preise für Konsumgüter sind gestiegen. Vor drei Jahren war der Wechselkurs des Hrywnja zum Dollar 1:8. Jetzt liegt er bei 1:25. Die Preise für Häuser und viele andere Güter sind aber an den Dollar gebunden. Die Löhne und Pensionen sind nicht gestiegen. Korruption und Bürokratie sind allgegenwärtig und die Leute verlieren ihre Hoffnung.

Ukraine – Auf der Suche nach einem neuen Zuhause

Mit dem Krieg verlor Pastor Elisey alles. Im Westen der Ukraine fanden er und seine Familie ein neues Zuhause. Elisey unterrichtet an einer Bibelschule und baut unter Flüchtlingen eine neue Gemeinde auf. Mit seinem Team reist er regelmässig ins Kriegsgebiet. Die Hilfsgüter und Päckli aus der Schweiz bringen wertvolle Hilfe und Hoffnung.

Ist im Osten des Landes immer noch Krieg?
Die militärische Situation ist kompliziert. Die Grenzen des von prorussischen Separatisten besetzten Gebietes haben sich nicht verändert. Bombardements und militärische Aktionen haben zwar abgenommen, aber es gibt noch fast jeden Tag Explosionen und Menschen sterben. Vor meinem Flug in die Schweiz habe ich erfahren, dass es in meiner Heimatstadt Perwomajsk ein schweres Bombardement gegeben hat und einige Granaten direkt in das Stadtzentrum geflogen sind. Der Krieg stellt ein sehr profitables Geschäft für einige Leute dar. Sie verdienen am Leid der Zivilbevölkerung.

 

Wie geht es Ihnen und Ihrer Familie?
Gott sei Dank geht es uns gut. Wir haben uns in der Westukraine eingelebt, fühlen uns zuhause und erleben, wie Gott unseren Dienst segnet. Vor zwei Jahren haben wir eine neue Kirche gegründet, die den Flüchtlingen aus der Ostukraine hilft. Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung durch die HMK, die für uns eine wichtige Ressource geworden ist. Wir leisten humanitäre Hilfe, verteilen Weihnachtspäckli, laden Menschen in Kleingruppen ein und erzählen ihnen von Jesus Christus. Etwa 70 Personen sind bereits zu unseren Treffen gekommen und mehrere liessen sich taufen. All das ist für uns ein Zeugnis dafür, dass uns Gott hier haben will.

Pastor Elisey mit seiner Familie und dem Waisenkind Oleg (rechts), den die Familie vorübergehend bei sich aufgenommen hatte. Foto: © Elisey

Was brauchen die Menschen am Nötigsten?

Gott! Sie brauchen aber nicht nur Worte, sondern müssen sehen und erleben, was Er tut und wie Er es tut. Dafür sind wir Christen und die Kirche da. Die Menschen sollen die Liebe Gottes spüren und erleben sie durch das, was wir ihnen geben und wie wir sie behandeln. Gott ist die einzige Hoffnung. Bitte tun auch Sie Ihr möglichstes, damit Menschen Gott kennenlernen.


Wie kann man Sie unterstützen?
Beten Sie für unseren Dienst und unterstützen Sie uns mit humanitärer Hilfe (Abgabestelle für Hilfsgüter bei der HMK in Thun, Anmerkung HMK) und mit der „Aktion Weihnachtspäckli“ (www.weihnachtspäckli.ch). Das ist ein grosses Zeugnis für die Leute. Unterstützen Sie die HMK, die uns hilft, neue Projekte zu lancieren. Gott segne Sie!

Pastor Elisey ist ein lokaler Projektpartner der HMK. Er war im September 2017 auf Schweizer Tournee und gab aus erster Hand einen Einblick in sein Engagement und die Verteilung der Weihnachtspäckli aus der Schweiz.

Interview: Christof Bauernfeind
Quelle: ideaschweiz.ch