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Religiöse Unterdrückung in Laos

Oktober 2017 - Um wirtschaftlichen Fortschritt ist Laos bemüht, um eine Verbesserung der prekären Menschenrechtslage jedoch nicht. Viele religiöse Minderheiten leiden, unter ihnen viele Christen.

hmk. Im kommunistischen Staat bleiben die groben Menschenrechtsverletzungen gegenüber religiösen Minderheiten unverändert. So sind etwa viele Christen routinemässiger Verfolgung ausgesetzt. Sie werden aus ihren Dörfern vertrieben und gezwungen, sich anderswo anzusiedeln, sie stehen unter Druck, ihrem Glauben abzuschwören, sie werden festgenommen und inhaftiert, ihr Vieh und ihre Ernten werden zerstört und ihre Kirchen geschlossen. „Zu neun Monaten Haft verurteilter laotischer Christ stirbt, während er auf seinen Berufungsentscheid wartet“, so der Titel eines Berichts der Nichtregierungsorganisation Human Rights Watcher for Lao Religious Freedom (Menschenrechtsbeobachter für die religiöse Freiheit in Laos). Eine weitere Schlagzeile lautet: „Laotischer Pastor durch Polizei erstochen und kaltblütig umgebracht“. Oder „Offizielle Versammlung der Dorfbevölkerung in Laos verurteilt christliche Familie wegen ihres Glaubens zum Tode“.

Christliche Leiter werden in ihrer Heimat Laos geschult und für ihren Dienst zugerüstet. ©HMK

Kommunistische Herrschaft
Es gibt zwei Hauptgründe, warum Christen in Laos verfolgt werden. Erstens zählt Laos zu den wenigen verbliebenen kommunistischen Regierungen der Welt. Bürgerrechte werden als eine Bedrohung der kommunistischen Herrschaft gesehen. Religionen, insbesondere das Christentum, mobilisieren Menschen für Gottesdienst und Zeugnis; eine Gemeinschaft entsteht. Autoritäre Regierungen sehen jede Form der Vereinigung von Menschen als potenzielle Bedrohung. Deshalb verbietet die laotische Regierung alle unabhängigen religiösen Gruppen und besteht darauf, dass sie sich anerkannten Kirchen anschliessen. Doch diese sind durch die Regierung streng reguliert.
Zweitens gibt es grosse anti-amerikanische Gefühle in Teilen der laotischen Gesellschaft und der Regierung. Dies wegen des Vietnamkrieges zwischen den USA und den kommunistischen Kräften in dieser Region. Während des Krieges in Vietnam, Laos und Kambodscha in den 1960er und 1970er Jahren wurde Laos zum meist bombardierten Land der Welt pro Kopf der Bevölkerung. Die USA warfen mehr als 270 Millionen Bomben auf Laos, um die nordvietnamesischen Versorgungsrouten entlang dem Ho Chi Minh Pfad zu zerstören. Christen werden im Allgemeinen als pro-amerikanisch oder sogar als amerikanische Agenten angesehen. Die ethnischen Hmong-Christen, die Verbündete der USA im Vietnamkrieg und später auch während des Bürgerkriegs in Laos waren, sind Hauptziel der Verfolgung.

 

Dekret über religiöse Praxis
Im Jahr 2002 verabschiedete das laotische Parlament das Dekret des Premierministers über religiöse Praxis – bekannt als Dekret 92 – um in der Welt den Eindruck zu erwecken, dass Laos Religionsfreiheit ermöglicht. Dieses Dekret legalisiert zwar einige religiöse Aktivitäten, ermöglicht es der Regierung aber auch, alle religiösen Aktivitäten zu steuern. Heute pflegen Laos und die USA aus praktischen und strategischen Gründen recht gute Beziehungen. Lobenswert wäre es, wenn die USA den Ausbau der Beziehungen zu Laos auch an Bedingungen wie die Verbesserung der Bürgerrechte in Laos knüpfen würde. Genau aus diesem Grund gibt es die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit, in deren Jahresberichten die Bedenken über die Verfolgung von Christen seit 2009 stets grösser geworden sind.

Stehen wir unseren laotischen Glaubensgeschwistern bei!

„Wir danken Gott für Seine Liebe und Freundlichkeit. Obschon wir oft Schwierigkeiten erleben, tut Jesus Seine Werke unter uns. Lassen Sie mich erzählen, wie wir zum Glauben an Jesus kamen: Meine Frau wurde sehr krank, im Spital konnte man ihr nicht helfen. Von einem Bekannten wurden wir in eine christliche Gemeinde eingeladen, wo sie für meine Frau beteten – und sie wurde gesund! Wir nahmen Jesus Christus als unseren Herrn und Retter an. Kurz darauf verstarb meine Schwägerin, mit der wir im gleichen Haus wohnten.


Der Medizinmann kam und vollführte seine Rituale. Er meinte, dass meine Schwägerin gestorben sei, weil in unserem Haus verschiedene Religionen zugegen seien. Dies weckte den Zorn meines Bruders. Er schlug mich mit einem Stock und wollte uns zwingen, unseren Glauben aufzugeben und wieder an die Geister zu glauben. Weil wir uns weigerten, wurden wir mit unseren drei Kindern aus dem Haus geworfen. In dieser Not durften wir die Unterstützung unserer Glaubensgeschwister erfahren. Wir sind dankbar, dass sie uns Land zur Verfügung stellten, wo wir ein Haus bauen und uns neu ansiedeln konnten.“

Hilfe für Verfolgte: Um ihres Glaubens willen verfolgte Christen werden durch die laotischen Partnernetzwerke der HMK situationsgerecht unterstützt (u.a. durch medizinische Hilfe, Umplatzierungen).

Wegen des Wachstums zahlreicher nicht registrierter Gemeinden besteht eine grosse Nachfrage nach Aus- und Weiterbildung von Gemeindeverantwortlichen und christlicher Literatur.

Durch das Projekt Hoffnung für die Kinder der Bergvölker unterstützen wir ausgebeutete Kinder, damit sie eine Perspektive für die Zukunft erhalten.

Unterstützen Sie unsere Glaubensgeschwister in Laos und tragen Sie bereits mit 90 Franken (80 Euro) wesentlich dazu bei, dass Betroffene fallspezifische Hilfe erfahren.

Laos - Christen als Schandfleck

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Sonntag der verfolgten Kirche (SVK) wird Pastor David vom 29. Oktober bis 5. November 2017 auf Schweizer Tournee sein und von seinem Engagement und der Situation der Christen in seiner Heimat berichten. Die Terminübersicht mit den Veranstaltungen folgt mit der November-Ausgabe von «verfolgt».