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Iran ist erbarmungslos mit Maryam Naghash Zargaran

Die vierjährige Haftdauer der gefangenen Christin Maryam Naghash Zargaran wurde um 42 Tage verlängert, um die Zeit zu kompensieren, die sie wegen ihrer ärztlichen Behandlung ausserhalb des Gefängnisses verbracht hatte.

mec./ Februar 2017 - Die ehemalige Muslimin Maryam Naghash Zargaran wurde am 15. Januar 2013 verhaftet und vom Revolutionsgericht in Teheran wegen „Propaganda gegen das islamische Regime und Untergrabung der nationalen Sicherheit“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Am 15. Juli 2013 trat sie im Frauentrakt des Evin-Gefängnisses ihre Haftstrafe an. In den vergangenen Monaten wurde ihr aufgrund ihrer prekären gesundheitlichen Verfassung einige Tage Hafturlaub gewährt. Im Spital und zuhause konnte sie medizinisch versorgt werden, was ihr im Gefängnis bis heute verwehrt wird (HMK berichtete letztmals in der verfolgt-Ausgabe Dezember 2016).


Am Ende ihrer Kräfte
Anfang Dezember 2016 konnte sie das Gefängnis wegen ihres äusserst besorgniserregenden Gesundheitszustands erneut zwecks medizinischer Behandlung für fünf Tage verlassen. Als sie am 6. Dezember 2016 ins Gefängnis zurückkehrte, wurde ihr mitgeteilt, dass ihre vierjährige Haftstrafe um 42 Tage verlängert worden sei, um die ausserhalb des Gefängnisses verbrachten Tage auszugleichen. Maryam Naghash Zargaran ist Diabetikerin, leidet an einer Herzkrankheit (Atriumseptumdefekt kurz ASD), an Osteoporose und lumbalem Bandscheibenvorfall. Die schlechten Haftbedingungen haben ihren Gesundheitszustand weiter verschlimmert und sie leidet an Depressionen.

Zermürbendes Jahr
Nach einem am 26. Mai 2016 begonnenen Hungerstreik bekam Maryam Naghash Zargaran am 6. Juni 2016 erstmals die Erlaubnis, gegen eine Kaution von 350 Millionen Toman (US-Dollar 100’000) das Gefängnis für einige Tage zur externen Behandlung zu verlassen. Am 19. Juni 2016 befahl ihr das Gericht, ins Gefängnis zurückzukehren. Ihre Familie beantragte eine Verlängerung des Hafturlaubs, doch die Staatsanwaltschaft weigerte sich, den Urlaub zu verlängern, und drohte mit dem Einzug der Kaution. Am 27. Juni 2016 wurde sie von ihrer Familie ins Gefängnis zurück begleitet.
Am 5. Juli 2016 begann Maryam Naghash Zargaran mit einem erneuten Hungerstreik, um angesichts der mangelhaften medizinischen Versorgung ihre sofortige und bedingungslose Freilassung zu erwirken. Gefängnisbeamte untersuchten sie am 20. Juli 2016 und bestätigten in einem medizinischen Bericht, dass ihr Zustand ernst sei. Aber ihr Antrag auf Freilassung wurde dieses Mal von einem iranischen Gericht auf Veranlassung des iranischen Staatssicherheitsministeriums (MOIS) abgelehnt. Sie beendete ihren Hungerstreik auf Bitten ihrer Familie Anfang August 2016.
Die Gefängnisbehörden erlaubten dann Maryam Naghash Zargaran Ende August 2016 erneut, zwecks medizinischer Behandlung das Gefängis zu verlassen. Doch sie musste am 17. September 2016 wieder ins Gefängnis zurückkehren.

Stehen Sie im Gebet ein!
Beten Sie, dass Maryam Naghash Zargaran die Hoffnung im Gefängnis nicht aufgibt und dass Gott sie inmitten dieser entmutigenden Ereignisse der letzten Monate ermutigt und stärkt. Beten Sie, dass Maryam Naghash Zargaran gesundheitlich völlig wiederhergestellt wird und dass der Herr auch ihrer Familie beisteht. Bitte beten Sie für die bedingungslose Freilassung und dass die iranischen Behörden ihr unrechtes Handeln einsehen und sich erbarmen.

 

 

Maryam Naghash Zargaran im Juli 2016, als sie sich von ihrer Schwester verabschiedet, um ins Evin-Gefängnis zurückzukehren. Quelle: Facebook Free Maryam Naghash-Zargaran Nasim