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Naher Osten: Christsein mit Konsequenzen

Amina* gewährt Frauen Unterschlupf, die wegen ihres Glaubens an Jesus akut bedroht werden.

hmk./Oktober 2013 – Amina* gewährt uns Einblick in ihr Leben und erzählt, wie sie zum Glauben an Jesus Christus fand. Diese Entscheidung hat ihr Leben komplett verändert.

Amina, Sie waren Muslima und haben zum Glauben an Jesus Christus gefunden. Was hatte diese Entscheidung in Ihrem Leben für Konsequenzen?

Die grösste Herausforderung war die Beziehung zu meinem Vater. Als ich das erste Mal seit meiner Entscheidung für Jesus wieder meine Familie besuchte, spuckte mich mein Vater an und verliess das Zimmer. Wann immer möglich mied er es zukünftig, im selben Auto zu fahren wie ich oder mit mir am selben Tisch zu essen.

 

Ihre Entscheidung muss wohl sehr schlimm für ihn gewesen sein?
Ja…obwohl er ein liberaler Muslim ist und der Islam in unserer Familie keine grosse Rolle spielte, schämte er sich gegenüber seiner Familie und seinen Freunden abgrundtief für mich. Da ich nicht mehr daheim wohnte, besuchte ich meine Familie zukünftig einfach dann, wenn sie Gäste bei sich hatten. Ich war mir sicher, dass mir dann mein Vater aus Scham nichts antun würde. Von meiner Mutter wusste ich jeweils im Voraus, wann sie Besuch hatten. So konnte ich den Kontakt zu meiner Familie aufrechterhalten. Ich bin froh, dass sich die Beziehung zu meinem Vater mit den Jahren wieder etwas normalisiert hat.

Wie fanden Sie zum Glauben an Jesus?
Als eine meiner Mitstudentinnen an der Universität fanatische Muslima wurde, machte mich das neugierig. Ich wollte mehr über den Islam und vor allem über die Rolle der Frauen im Islam wissen. So begann ich, den Koran mit einem besonderen Augenmerk auf die Frau zu lesen. Was ich las, schockierte mich und liess ernsthafte Zweifel in mir aufkommen. Ich fragte mich, ob Gott wirklich ein solcher Gott ist, wie er dort beschrieben wird. Frauen hätten einen mangelnden Verstand und in der Hölle seien die meisten Menschen Frauen. Im Paradies sei alles auf das sexuelle Wohl der Männer ausgerichtet und die Frauen hätten sich nach deren Wünschen zu richten. Ich schloss den Koran. Mit einem solchen Gott wollte ich nichts zu tun haben! Etwa zwei Jahre später habe ich über meine Arbeitsstelle einen Christen kennengelernt. Er erzählte mir, dass Gott ein liebender Gott sei. Ich lachte, doch wir diskutierten fortan immer wieder über den Koran und die Bibel. Mit der Zeit veränderte sich mein Denken, aber ich fürchtete mich vor allfälligen Konsequenzen.

Aber das konnte Sie nicht von Ihrer Entscheidung abhalten?
Nein. Eines Tages ging ich mit ein paar Freundinnen schwimmen. Plötzlich konnte ich mich nicht mehr über Wasser halten. In meiner Todesangst kamen mir die Gespräche mit dem Mann in den Sinn und dass es die Wahrheit sein könnte. Ich hatte keine Kraft mehr und begann unterzugehen. Da zog mich ein Rettungsschwimmer aus dem Wasser. Es schien mir, als wolle mir Gott eine weitere Chance geben, ihn kennenzulernen. Zuhause angekommen, rief ich meinen Arbeitskollegen an und fragte ihn nach einer Bibel. Als ich die Bergpredigt im Matthäusevangelium las, war ich erneut schockiert. Ich realisierte plötzlich, dass der Koran und die Bibel unmöglich von derselben Quelle sein konnten und dass ich mich entscheiden musste. So betete ich zu Gott und nannte ihn „Schöpfer des Universums”, weil ich nicht wusste, wie ich ihn nennen sollte. Ich teilte all meine Gedanken mit ihm und bat ihn, dass er sich mir zeigen solle. Plötzlich kam der Geist Gottes über mich und ich bezeugte immer und immer wieder, dass  Jesus der Sohn Gottes ist und dass er mein Retter ist. Der Friede von Gott war in mein Herz gekommen und ich wusste, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

Wie ging Ihr Leben weiter?
Mein Arbeitskollege ermutigte mich, mit anderen Christen in Kontakt zu treten. Das tat ich und ich schloss mich einer Gemeinde an. Bei einer Familie fand ich Unterschlupf und sie sorgten vorerst für mich. Heute investiere ich mich für das Reich Gottes. Ich unterstütze Frauen in meiner Heimat, die in ähnlichen Situationen sind wie ich damals. Ich und mein Team gewähren Frauen Unterschlupf, die wegen ihres Glaubens an Jesus akut von ihrer Familie bedroht werden und keinen anderen Ausweg mehr sehen, als unterzutauchen. Wir bekommen auch immer wieder Besuch von Frauen, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen und bei uns ungestört Gott loben können. Dort wo sie wohnen, ist das leider undenkbar.


*Name aus Sicherheitsgründen geändert.

Durch religiös motivierten Terror, Einschüchterung und Vertreibung ist die Existenz der Christen in der arabischen Welt bedroht.

 

Hilfe für Verfolgte, Bürgerkriegsopfer, Waisen, Witwen

Als HMK arbeiten wir im Nahen Osten mit einheimischen Christen wie Amina zusammen. Sie kennen die Kultur und die Sprache ihrer Mitmenschen. Wir leisten Hilfe in allen Ländern des Nahen Ostens, die eine arabische, kurdische oder persisch sprechende Bevölkerung haben und leider zurzeit unter blutigen Revolutionen, Kriegswirren, Terror sowie menschenrechtsverletzenden, brutalen Regimen zu leiden haben.

Viele dieser Länder bildeten einst die Wiege der Christenheit und auch der menschlichen Zivilisation: Irak, Iran, Syrien, Libanon, Jordanien, Ägypten und natürlich Israel. Seit Jahrhunderten leben in dieser Region heimatverbundene Christen, die unter 1'400 Jahren Islamherrschaft als geduldete Minderheit auch manche Diskriminierung und Verfolgung überlebt haben. Durch religiös motivierten Terror, Einschüchterung und Vertreibung ist nun aber ihre Existenz ernsthaft bedroht! Deshalb stärken wir unsere Glaubensgeschwister vor Ort und ermutigen sie. um ihres Glaubens Verfolgte, Bürgerkriegsopfer, Waisen und  Witwen erhalten medizinische Notversorgung und werden durch Entwicklungsprojekte längerfristig betreut.

Auch in den Ländern der Arabischen Halbinsel (Kuwait, Bahrain, Katar, Arabische Emirate, Saudi-Arabien, Jemen und Oman) helfen wir verfolgten Christen und notleidenden Menschen und sehen, dass sich immer mehr Muslime Jesus Christus zuwenden. Er ist für sie das Licht am Ende eines dunklen Tunnels, inmitten von Chaos, Angst und Unterdrückung.

Verfolgten geben wir Schutz und den Hungernden Brot und Arbeit. Helfen Sie uns dabei? Dann lassen Sie uns Ihre Spende zukommen.

Arabiens Christen brauchen Hilfe

unterdrückt, geächtet, verfolgt - Arabiens Christen brauchen Hilfe