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Scheichs finden zu Christus: „Die Christen im Jemen sind mutig und aktiv“

hmk./ Juli 2018 - Der Jemen ist das Land mit der grössten Anzahl einheimischer Christen auf der gesamten Arabischen Halbinsel.

 

livenet/hmk. Im Jemen ist es schwer, sich fortzubewegen. Al-Qaida ist dort einer der gefährlichsten Player. „Obschon es als besonders verschlossene Region gilt, geschehen geistliche Aufbrüche“, beobachtet der Nahost-Projektleiter der HMK. Er lebte lange als Entwicklungshelfer im Nahen Osten. „Der Jemen ist eine faszinierende Nation. Von der Landschaft her ist es für mich die Schweiz Arabiens und gleichzeitig Orient pur, malerisch wie '1001 Nacht'. Andererseits ist ein sehr konservativer Islam tief verankert.“

Im Stich gelassen

Der Jemen ist je zur Hälfte sunnitisch und schiitisch. „Saudi-Arabien fürchtet, dass die Huthi-Schiiten-Miliz immer mehr Rückhalt in der Bevölkerung erhält. Deshalb übt es sich schon lange im Destabilisieren Jemens. Das Land hat die höchste Zahl einheimischer Christen auf der Arabischen Halbinsel. Sie sind mutig und sehr aktiv“, so der Projektleiter. Jemen war einst christlich geprägt. Leider werden die jemenitischen Christen vom Westen weitgehend vergessen und im Stich gelassen.

 

 

Foto: © HMK

 

Bombenkrieg

Seit März 2015 bombardiert eine sunnitische Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens den Jemen. „Spitäler und Schulen werden dem Erdboden gleichgemacht. Schon nach fünf Monaten Krieg sagte der IKRK-Präsident Peter Maurer, dass es im Jemen schlimmer aussieht als in Syrien nach fünf Jahren Krieg. Inzwischen hungern 85 Prozent der Bevölkerung (mehr als 23 Millionen Menschen), in Syrien sind es 78 Prozent (mehr als 13 Millionen).“

Christen bekennen sich

Zwar spreche die saudische Koalition von einem Kampf gegen den Terror, aber alle, die nicht streng sunnitisch sind, werden verfolgt. Und doch wächst die arabische Untergrundgemeinde. Seit Beginn des Krieges hat sie sich vervielfacht. Mehrere tausend Christen haben sich mittlerweile zu ihrem Glauben bekannt. „Sie müssen aufpassen und werden gejagt. Einer meiner besten Freunde wurde mit einer Kalaschnikow durchsiebt. Er war einer der christlichen Leiter im Land.“ Fast täglich telefoniert der Projektleiter mit Leuten aus dem Jemen. „Die Frustration gegenüber dem Islam ist gross“, da Saudi-Arabien, das Mutterland des Islam, regelmässig Bomben abwirft. „Im Untergrund wachsen die Gemeinden weiter. Es gibt regelmässig Taufen.“


Autor: Daniel Gerber,
Quelle: livenet.ch und HMK

Untergrundkirche leistet Nothilfe

Als HMK unterstützen wir die Untergrundkirche im Jemen, damit sie Nothilfeprogramme selbst durchführen kann. 18‘000 Menschen erhalten regelmässig das Lebensnotwendigste. Unter den Nothilfe-Teams sind sehr gut ausgebildete Leute, Scheichs und Stammesleiter. Sie vernetzen einheimische Christen über Stammesgrenzen hinweg und haben Zugang zu Gebieten, wo selbst die UNO und andere keinen Zugang haben. Sie sind loyal ihrem Volk gegenüber. Ihren Platz sehen sie in ihrem Land, selbst in schwierigster Zeit, was ihnen hoch angerechnet wird.


Mit CHF 70.– (€ 58.–) können Sie einer Familie eine Monatsration Essen zukommen lassen.

Mit CHF 100.– (€ 83.–) ermöglichen Sie für eine Familie Trinkwasserversorgung und Cholera-Prävention.

Mit CHF 60.– (€ 50.–) ermöglichen Sie einem Kind die Schulbildung für ein Jahr.