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Arabien: „Mein Leben als Dschihadist”

Früher war Sultan (links) ein gewaltbereiter Islamist. Heute bezeugt er seinen Glauben an Jesus Christus und betet für den Mörder seiner Frau.

Sultan wollte im Irak als Dschihadist kämpfen und sterben. Doch Gottes Plan war ein anderer.

hmk./August 2015 - Am 15. Mai 2015 bewegte Sultan an der Grossveranstaltung „Aarena15“ in Wichtrach BE das Publikum mit seinem Lebensbericht. Auf die Frage, was genau ein Dschihadist sei, antwortete Sultan: „Das ist jemand, der versucht, mit allem was er hat, Gott zu gefallen. Im Islam versucht ein Dschihadist zu tun, was im Koran steht, damit er auf sicher einen Platz im Himmel bekommt, weil er für Gott kämpft und stirbt.“

Radikalisierung beginnt
Als 16-Jähriger kam Sultan über seinen damaligen Kollegen in Kontakt mit einem Scheich. Dieser lud Sultan zum Islamunterricht ein; er wurde radikalisiert. Es gäbe nur einen sicheren Weg ins Paradies: Für Gott zu kämpfen und für ihn zu sterben. Dann würde Allah ihm alle Sünden vergeben und ihn mit 72 Jungfrauen belohnen. Sultans Entschluss stand fest: „Ich möchte in den Himmel kommen, ich möchte Dschihadist sein.“ Er bat den Scheich um Hilfe und mehrmals pro Woche wurde Sultan nun von dem Scheich unterrichtet und lernte Teile des Korans auswendig.

Der Weg ins Paradies scheitert
Eines Tages bot ihm der Scheich an, einer islamistischen Gruppe beizutreten. Sultan sagte zu, denn er wollte ja in den Himmel. „Das Einzige, was ich wollte, war Gott zu gefallen. Ich wollte nicht in die Hölle. So hatte ich keine andere Option, als mein Studium zu beenden, meine Familie zu verlassen und den Dschihad zu kämpfen.“ Sultan zog in den Irak, um für Gott zu sterben. Viele seiner Kameraden liessen ihr Leben. „Doch ich war nicht einmal im Stande, jemanden anderes zu töten, obwohl der Koran lehrt, dass, wer einen Ungläubigen tötet, dieser in die Hölle kommt und der Muslim für seine Tat in den Himmel.“ Nach einigen Wochen kehrte Sultan in sein Heimatland zurück. Eine  erneute Ausreise wurde ihm von den Sicherheitsbehörden verwehrt. Die Islamisten sahen Sultan deshalb als Sicherheitsrisiko an und schlossen ihn aus.

Botschaft der Feindesliebe
Sultan heiratete und gemeinsam mit seiner Frau bekam er zwei Kinder. Eines Tages diskutierte er mit einer Christin über den Koran und die Bibel. Ihre Aussage, die sie aus der Bibel zitierte, schlug bei Sultan ein: „Betet für eure Feinde, liebt sie, akzeptiert sie.“ Diese Worte liessen Sultan nicht mehr los. „Eines Tages wusste ich: Jesus ist Gottes Sohn und das ist die Wahrheit. Im Schlafzimmer auf dem Boden übergab ich mein Leben Jesus. Ich bat Ihn um Vergebung und dass Er mich verändern soll. Der Geist Gottes war da. Ich habe geweint, ich habe gelacht. Und ich wusste genau, wenn ich heute sterbe, gehe ich in den Himmel.“

Schwiegervater ermordet Sultans Frau
Sultans Vater erfuhr von der Entscheidung seines Sohns und verwüstete seine Wohnung. Sultan: „Ich musste fliehen und das Land verlassen. Später hat mein Schwiegervater meine Frau und unsere beiden Kinder genommen. Er bedrohte seine eigene Tochter mit dem Tod und forderte von ihr, sich von mir scheiden zu lassen. Als sie sich weigerte, brachte er sie um. Mein Schwiegervater ermordete meine Frau! Ich weinte und hatte ein schlechtes Gewissen.“ Sultan seufzt. Wenn er ein Mann sei, solle er bezeugen, dass er ein Muslim sei, sagte sein Vater zu ihm. Und sein Schwiegervater würde mit dem Tod bestraft werden. Er solle seiner Frau und seinen Kindern treu bleiben. „Doch ich wollte kein Mann sein, ich wollte Christ sein“, so Sultan.

Ruhe in Jesus
Früher hätte Sultan seinen Schwiegervater wegen dessen Mord umgebracht. Doch nun betete er für ihn, dass er Jesus kennenlernt und Vergebung findet. Und er betete für seine Familie. Sultan selbst war von nun an auf der Flucht, er musste sein Land verlassen.
Später kam Sultans Vater zum Glauben an Jesus. Im Jahr 2012 durfte er ihn persönlich taufen. „Es gibt Leute, die sagen, dass ich einen hohen Preis für meine Entscheidung, Jesus nachzufolgen, bezahlt habe. Ich sage euch: Nein. Jesus ist es, der einen hohen Preis bezahlt hat.”