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Turkvölker: Die Gute Nachricht für die Turkvölker

März 2019 - Geistlicher Aufbruch unter den Turkvölkern? „Ja, Gruppen wachsen, erleben Jüngerschaft, teilen
und multiplizieren sich“, sagt der zuständige HMK-Projektleiter.

Zentralasien – Die Turkvölker auf dem Herzen

Hier auf dem Balkan gibt es viele Romas. Die Romas kamen ursprünglich aus Indien. Sie galten schon immer als minderwertige Menschen ohne Rechte. Man schaut auf sie herab, sie werden diskriminiert und leben oft in sehr armen Verhältnissen. Es sind die ärmsten Menschen in Europa. Sie wachsen in elenden Orten auf, es gibt viele Krankheiten.

Die Turkvölker umfassen 40 Ethnien in Zentral- und Westasien sowie in Sibirien und Südosteuropa bis hin zu den Uiguren in China. „Mit dem Istanbul-Türkisch, mit dem ich daheim aufgewachsen bin, komme ich da fast überall durch“, orientiert Eno, langjähriger Projektleiter für die Turkvölker bei der HMK. „Mit Kultur und Leuten bin ich gut vertraut. Dies vereinfacht die Gemeindegründungen. Doch erschwert werden sie durch die Regierungen.“ Die meiste Zeit des Jahres ist Eno entlang der Seidenstrasse unterwegs und steht den einheimischen Gemeindegründungs-Netzwerken zur Seite.

Gemeindegründungsinitiativen

Eno erklärt: „Unsere Teams trainieren die einheimischen Gläubigen für Gemeindegründungen. Sogenannte apostolische Teams werden gebildet, die dann in verschiedenen Regionen oder Volksgruppen Netzwerke von Hausgemeinden starten. Diese Teams erhalten Zuwachs, bilden wiederum selber Leute aus mit dem Ziel, sich wieder zu teilen. So generieren wir Arbeiter, die wir aussenden in neue Gebiete, um neue Gemeindegründungsinitiativen zu starten.“

 

Abwanderung in Bulgarien
„In Bulgarien existieren über 150 christliche, türkischsprachige Gemeinden. In keinem anderen Land gibt es mehr“, so Eno. Aber es gibt auch eine grosse Bevölkerungsabwanderung in Richtung Westen. Inzwischen stehen 500 Dörfer leer, sind also sogenannte Geisterdörfer, und weitere 500 Dörfer haben zehn oder weniger Einwohner. Die Bevölkerung schrumpfte von zehn auf sechs Millionen Menschen. „Doch jene Christen, die abgewandert sind – nach Deutschland, Frankreich oder den Niederlanden –, haben mittlerweile dort begonnen, Gemeinden zu gründen; inzwischen sind es rund 40 Gemeinden in Westeuropa. Unser Anliegen ist es, dass sie auch die türkischen Völker in Westeuropa erreichen.“ Es gebe immer noch Turkvölker, die das Evangelium noch nie gehört haben und für die sich niemand engagiere. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, dass wir bewusst zu diesen Volksgruppen gehen – mögen sie noch so klein sein –, um sie in ihrer Muttersprache zu erreichen.“

Inmitten zunehmender Repression ist in Zentralasien eine wachsende geistliche Offenheit zu beobachten. Foto: © HMK

 

Türkei: Die grösste unerreichte Nation
Eno beobachtet auch geistliche Aufbrüche in der Türkei, wo bis jetzt lediglich 6’000 Gläubige bekannt sind, was bei einer Bevölkerung von 80 Millionen Menschen verschwindend wenig ist. In 45 von 81 Provinzen existiere immer noch keine einzige Gemeinde. „Doch wir erleben, wie Menschen zum Glauben an Jesus Christus finden, sich taufen lassen, ein neues Leben beginnen und jüngerschaftlich miteinander unterwegs sind. Das gibt uns Hoffnung – auch für die Türkei!“

Krim-Christen werden aktiv
Seit rund zehn Jahren ist Eno mit seinem Netzwerk auch auf der Krim aktiv. Er erzählt: „Als wir dort mit unserem Engagement anfingen, war uns nur eine Handvoll von gläubigen Krim-Tataren bekannt. Die Volksgruppe war damals verschlossen für das Evangelium.“ Die Krim-Tataren haben in ihrer Geschichte immer wieder Schlimmes erlebt; jüngst die russische Invasion. Jesus sei für sie „etwas Russisches“ gewesen. Doch das habe sich nun geändert. Inzwischen gibt es 900 Christen auf der Halbinsel. Das Training durch Enos Netzwerke nutzen sie und geben es jetzt selbst einer Gruppe von 50 Krim-Tataren weiter, damit diese wiederum ihrerseits beginnen, Gemeinden zu gründen.


Polizei greift Hochzeitsgesellschaft an

Dann kommt Eno auf die Situation der Christen in Zentralasien zu sprechen: „Die Repression nimmt vielerorts zu, worunter christliche Gemeinden zu leiden haben.“ Zum Beispiel stiegen die Hürden für eine offizielle Registrierung, ohne die eine Gemeinde illegal ist. Viele Gläubige müssen damit rechnen, jederzeit inhaftiert zu werden. Eno erzählt von der Stürmung eines christlichen Hochzeitsfestes durch die Polizei. „Vier Jugendliche wurden massiv verprügelt und ins Gefängnis geworfen. Laptops und Handys wurden konfisziert. Einige der Gläubigen wurden in den Medien verunglimpft. Ein Mann wurde als Sektierer verhöhnt, seinen beiden Töchtern wurde der Uniabschluss verwehrt.“

Gott steht zu Seiner Gemeinde
Inmitten aller Schwierigkeiten sei es aber faszinierend, persönlich mitzuerleben, wie Dutzende Menschen zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben. „Gott steht zu Seiner Gemeinde und tut gewaltige Wunder!“, sagt Eno. „Bei der Stürmung des Hochzeitsfestes erlitt der Jugendarbeiter der Gemeinde einen Herzinfarkt. Die Ärzte meinten, er müsse dringend operiert werden, weil er einen zweiten Infarkt nicht überleben würde. Als Team beteten wir um Heilung, und beim nächsten Arztbesuch meinte der Arzt: ‚Dein Herz ist völlig in Ordnung’.“

Autor: Daniel Gerber
Quelle: ideaSpektrum 30/31.2018 und
livenet.ch

Das Verbreitungsgebiet der heutigen Turkvölker. Sie siedeln hauptsächlich von Osteuropa bis Zentralasien. Quelle: „Metzler Lexikon Sprache”, erstellt durch Michael Postmann

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