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Vietnam: Pastor Ksor Y Du aus Gefängnis entlassen

Pastor Ksor Y Du war über fünf Jahre im Gefängnis. Hier nach seiner Entlassung am 27. Juli 2015.

Nach über fünf Jahren Gefängnis wurde der vietnamesische Pastor Ksor Y Du aus dem Gefängnis entlassen. Nun steht er für drei Jahre unter Hausarrest.

hmk./Oktober 2015 -
Der Fall Ksor Y Du erlangte internationale Aufmerksamkeit. Am 27. Juli 2015 wurde der seit Januar 2010 gefangen gehaltene vietnamesische Pastor aus der Haft entlassen. Er ist Mitglied der Hauskirchen-Bewegung „Vietnam Good News Mission“ und war wegen angeblicher „Untergrabung der nationalen Einheit“ verurteilt. Fakt ist, , dass er Christ ist und seinen Glauben mit anderen teilte. (HMK berichtete letztmals in der verfolgt-Ausgabe September 2015).
Der HMK-Projektleiter für Südostasien hatte zwei Tage nach Ksor Y Dus Haftentlassung die Gelegenheit, persönlich mit der Tochter des Pastors zu sprechen. Unter Tränen erzählte sie:

Seit dem Besuch meiner Mutter im Gefängnis im Juni 2015 nahmen wir an, dass mein Vater bald entlassen würde. Wir freuten uns alle und dachten, dass dies ein Freudentag sein würde. Über fünf Jahre hatte unsere Mutter uns vier Kinder ohne Ehemann und Vater unter sehr schwierigen Umständen durchgebracht.

Körperlich stark beeinträchtigt

Als aber dann ein Polizeifahrzeug meinen Vater nach Hause brachte, merkten wir, dass er sehr schwach ist und nur mit grosser Mühe gehen kann. Im Gefängnis wurde er sehr oft geschlagen und mit Schuhen getreten. Er hat viele Prellungen davongetragen. Ausserdem musste er äus-serst hart arbeiten. Damit versuchten sie mit allen Mitteln, ihn von seinem Glauben an Jesus abzubringen. Doch dies gelang den Behörden nicht.
Mein Vater war über fünf Jahre im Gefängnis, weil er Christ ist. Doch das hielt ihn nicht davon ab, selbst im Gefängnis von Jesus Christus zu erzählen. Viele Gefangene kamen durch ihn zum Glauben. Es entstanden Bibelstunden im Gefängnis.


Drei Jahre Hausarrest
Nun muss mein Vater noch drei Jahre unter Hausarrest verbringen. Er darf unsere Ortschaft nicht ohne Bewilligung der Behörden verlassen. Bereits am Tag nach seiner Entlassung wurde er auf die lokale Polizeistation gebracht. Dort sollte er ein Papier unterzeichnen, worauf er sich verpflichtet hätte, seine „Aktivitäten“ einzustellen und aufzuhören, Jesus nachzufolgen. Dies verweigerte er.

Danke für Ihre Gebete!
Während dieser schwierigen Zeit waren wir sehr ermutigt, als wir vernahmen, dass Christen anderswo für uns beten. Als wir dies bei unseren Gefängnisbesuchen meinem Vater mitteilten, freute er sich sehr und war ermutigt. Bitte beten Sie weiter für uns. Die Polizei beobachtet uns konstant. Wir haben jedoch keine Angst, weil wir wissen, dass Gott uns beschützt.


Als HMK sind wir darum besorgt, dass Pastor Ksor Y Du in einem Spital untersucht und medizinisch betreut wird. Die Bewilligung dafür konnte erwirkt werden. Im Namen von Ksor Y Du danken wir Ihnen für all Ihre Unterstützung und Ihre Gebete.
Mit 200 Franken (185 Euro) können Sie wesentlich dazu beitragen, dass die Not vietnamesischer Christen gelindert wird (Bezahlung von Bussen, medizinische Nothilfe, Umsiedelung in ein neues Gebiet).

Pastor Steve aus Vietnam erzählt…

Ich bin ein Pastor aus Vietnam. Seit vielen Jahren bin ich mit Gott unterwegs. Ich war auch viele Jahre wegen meinem Glauben im Gefängnis. Meine Kirche wuchs in kurzer Zeit sehr schnell. Denn Gott hat viele Wunder unter uns gewirkt.

Viel Widerstand, grosses Wachstum

„Ich wurde zusammengeschlagen.” „Mein Mann wurde gerade inhaftiert.” Solche und ähnliche Telefonanrufe erhält der vietnamesische HMK-Projektpartner täglich. Die vietnamesische Regierung hat Angst, dass Christen das kommunistische System unterwandern könnten und setzt deshalb alles daran, sie zu überwachen und in Schach zu halten. Trotzdem berichtet er: „Menschen finden zum Glauben an Jesus und neue Gemeinden entstehen. Das macht uns Mut.“