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Vietnam: Die kommunistische Schlinge

Gerade Christen in abgelegenen Volksstämmen werden von der vietnamesischen Polizei oftmals schikaniert, geschlagen oder sogar eingesperrt und gefoltert.

Christen in Vietnam werden oftmals von der kommunistischen Regierung daran gehindert, ihren Glauben auszuüben. Damit nicht genug: Die Regierung ist darum bemüht, dass keine Nachrichten über Verfolgung an die Aussenwelt dringen. Deshalb machen wir als HMK auf die Situation verfolgter vietnamesischer Christen aufmerksam und stehen ihnen bei.

hmk./November 2013 – „Keine Nachrichten sind gute Nachrichten”, wird oft gesagt. Das trifft leider nicht auf die Situation der Christen in Vietnam zu. Hin und wieder dringen einige Fälle von Diskriminierung und Verfolgung von vietnamesischen Christen an die Öffentlichkeit. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs.  Kürzlich wurde ein Vietnamese, der zum christlichen Glauben fand und sich weigerte, diesen zu widerrufen, eingesperrt und mit Elektrodrähten gefoltert.

Bedrohung für die nationale Sicherheit
Obwohl die Kommunistische Partei Vietnams von westlichen Staaten für die Einführung politischer Reformen gelobt wurde, betrachtet die Regierung Christen weiterhin als eine Bedrohung für die nationale Sicherheit. Vietnam, eines der wenigen übriggebliebenen kommunistischen Länder, ist ein Einparteienstaat. Die Kommunisten befürchten, dass jede Gruppe, die ohne Kontrolle durch die Regierung funktionieren dürfte, eines Tages zur Bedrohung für ihre Herrschaft werden könnte.


Diese Furcht wird sichtbar in einem neuen Dekret – bekannt als Dekret Nr. 92 – das am 1. Januar 2013 in Kraft trat. Es fordert, dass alle registrierten religiösen Gruppierungen bei den örtlichen Behörden um Genehmigung für alle ihre religiösen Aktivitäten nachsuchen müssen. Es fordert auch, dass nicht registrierte Gruppen, inklusive Hausgemeinden, eine Erlaubnis von den Dorfleitern einholen müssen, wenn sie einen wöchentlichen Gottesdienst abhalten wollen.


Dieses Dekret zielt vor allem auf die Christen in Stammesdörfern ab. Es wird geschätzt, dass mindestens 50 Prozent der evangelischen Christen zu Volksstämmen gehören. Die Christen vom Hmong-Stamm werden unter diesem Dekret wohl noch mehr leiden, als dass sie es bereits jetzt als diskriminierte Minderheit schon tun. Bis heute misstraut ihnen die Regierung, da sie in den 50er und 60er Jahren während des Vietnamkrieges gegen die Kommunisten kämpften.
Im November 2012 hat ein Gericht in der Provinz Lai Chau vier Hmong-Christen zu Gefängnisstrafen zwischen drei und sieben Jahren verurteilt wegen der „Planung, die Regierung zu stürzen“. In Wirklichkeit wurden sie verurteilt, weil sie eine Gebetsversammlung besucht hatten.

 

Gesetze als Vorwand

2004 führte die Regierung ein neues Registrierungssystem für religiöse Gruppen ein. Als Grund dafür nannte sie das damit verbundene „Ende der Feindseligkeit gegenüber religiösen Gruppen”. 2005 wurde die „Instruktion bezüglich einiger Aufgaben in Bezug auf den Protestantismus“ erlassen, um angeblich eine schnelle Registrierung von Religionsgemeinschaften zu erlauben. Was waren dann tatsächlich die Folgen? Gemäss einer offiziellen Pressemitteilung vom 28. Februar 2012 habe die Instruktion des Premierministers von 2005 der Regierung geholfen „die ungewöhnlich schnelle Entwicklung der protestantischen Religion zu begrenzen.“ Der stellvertretende Vorsitzende der Nationalversammlung von Vietnam, Tòng Thị Phóng, sagte kürzlich, dass Vietnam mehr und mehr versuchen wolle, China in Sachen Religionspolitik zu imitieren.


Die  eigentliche Absicht hinter den erlassenen Gesetzen ist also die Beschränkung der Religionsfreiheit, wobei die Christen besonders stark davon betroffen sind.
Auf diese Entwicklung hat die US-Kommission für internationale Religionsfreiheit in einem Bericht 2013 erklärt:  „Die Bedingungen bezüglich Religionsfreiheit bleiben sehr mangelhaft, trotz einiger positiver Veränderungen im Laufe der letzten Jahrzehnte – aufgrund internationaler Aufmerksamkeit. Die vietnamesische Regierung inhaftiert weiterhin Individuen wegen religiöser Aktivität oder weil sie sich für Religionsfreiheit einsetzen.“

 

Vietnamesische Christen unterstützen

Trotz aller Verfolgung wächst die Anzahl Christen in Vietnam! Christliche Leiter sind bereit, sich trotz aller Gefahren für Gottes Reich einzusetzen. Dabei unterstützen wir sie:

  • Das Bedürfnis vietnamesischer christlicher Leiter nach theologischer Schulung ist gross. Deshalb unterstützen wir 100 Gemeindeleiter durch eine modulartige theologische Ausbildung. Diese Leiter sind hauptsächlich in abgelegenen Gebieten unterwegs, in denen christliche Minderheiten unter starkem behördlichen Druck stehen.
  • Wir verhelfen jungen Menschen zur Ausbildung an Bibelschulen. Hunderte sind bereit, ihr Leben für den Dienst Gottes einzusetzen.
  • Die christlichen Gemeinden sind auf Gebäude angewiesen, in denen sie sich versammeln und Gottesdienste feiern können. Deshalb helfen wir ihnen beim Bau von einfachen „Kapellen”.


Liegen Ihnen unsere vietnamesischen Glaubensgeschwister am Herzen? Dann lassen Sie uns Ihre Spende zukommen.

Pastor Steve aus Vietnam erzählt…

Ich bin ein Pastor aus Vietnam. Seit vielen Jahren bin ich mit Gott unterwegs. Ich war auch viele Jahre wegen meinem Glauben im Gefängnis. Meine Kirche wuchs in kurzer Zeit sehr schnell. Denn Gott hat viele Wunder unter uns gewirkt.

Viel Widerstand, grosses Wachstum

„Ich wurde zusammengeschlagen.” „Mein Mann wurde gerade inhaftiert.” Solche und ähnliche Telefonanrufe erhält der vietnamesische HMK-Projektpartner täglich. Die vietnamesische Regierung hat Angst, dass Christen das kommunistische System unterwandern könnten und setzt deshalb alles daran, sie zu überwachen und in Schach zu halten. Trotzdem berichtet er: „Menschen finden zum Glauben an Jesus und neue Gemeinden entstehen. Das macht uns Mut.“