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Tunesien: „Tunistans” schwarze Flagge

Salafisten unterwegs auf den Strassen Tunesiens.

hmk./August 2012 – Die politische und gesellschaftliche Entwicklung in Tunesien bewegt sich in eine besorgniserregende Richtung. Islamistische Gruppierungen etablieren sich und hissen vielerorts die schwarze Flagge. Tunesische Christen sind in grosser Sorge um ihr Land.

 

In Tunesien nahm die Arabische Revolution mit der so genannten „Jasmin-Revolution" ihren Anfang. Seither haben vor allem islamistische Kräfte das politische Vakuum geschickt ausgenutzt. Zwar ist seit dem Arabischen Frühling endlich Freiheit gekommen, aber nicht nur für Meinungsäusserung und politische Beteiligung, sondern auch für Anarchie, Drogen, Extremismus usw.

 

Islamisten auf dem Vormarsch

Die Salafisten (islamistische Gruppierung) haben sich in Tunesien beängstigend gut positioniert und hissen vielerorts ihre schwarze Flagge. Aufdringlich nehmen sie ihr Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch und schreien an Kundgebungen Hetzparolen gegen Juden und Christen – mit scheinbarer Billigung durch die Behörden. Gemäss den Salafisten habe die Korruption nur grassieren können, weil unter dem Regime Ben Alis der Islam nicht genügend praktiziert worden sei. Dank der Scharia werde in Zukunft nicht nur das Problem der Prostitution gelöst, sondern auch die Wirtschaft angekurbelt und der Tourismus wirklich gut, d.h. halal, gestaltet.

 

Tunesische Christen in Sorge

Solche Szenarien sind beängstigend. Aufgeklärte Tunesier können sich ein Leben unter einer schwarzen Flagge nach afghanischem oder iranischem Vorbild nicht vorstellen. Ein „Tunistan“ wollen sie verhindern. Doch es sieht schwarz aus. Tunesische Christen sind in grosser Sorge um ihr Land. Möge Gott Tunesien schützen und Frieden schenken. Das ist ein Gebetsanliegen von Freunden der HMK vor Ort. Eine wachsende Zahl von Menschen ist jedoch sehr interessiert am christlichen Glauben. Es scheint fast, als ob sie spürten, dass der Islam sie in der Dunkelheit liess und sie nun auf der Suche nach dem Weg, der Wahrheit und dem Leben Licht sehen und bei Jesus fündig würden.

 

Engagement der HMK

Tunesische Christen sind in ihrem muslimisch geprägten Land eine kleine Minderheit. In der Öffentlichkeit und gerade auch in der westlichen Welt werden ihre Probleme und Anliegen gar nicht oder ungenügend wahrgenommen. Uns als HMK ist es ein grosses Anliegen, dass einheimische Christen gehört werden. Wir stehen in regelmässigem Austausch mit unseren Freunden vor Ort. Wir unterstützen und ermutigen sie, damit sie gerade auch in der jetzigen unsicheren Zeit im christlichen Glauben wachsen und ein Zeugnis für Jesus Christus sein können.

Gemeindegründer Mohammed aus Nordafrika erzählt…

Mein Name ist Mohammed. Ich war früher Muslim. Ich war jemand, der den Islam praktizierte, Erholung und Frieden suchte, und versuchte, Gott zu gefallen. Doch eines Tages ist etwas geschehen...

Verfolgt und trotzdem ermutigt

Amara*: „Mein Mann wurde wiederholt wegen seines Glaubens verhaftet. Eines Tages haben sie ihn während eines Gottesdienstes abgeführt.“ Trotz Verfolgung sind Amara und ihr Mann in ihrer Heimat ein Zeugnis für Jesus. Die Gemeinden wachsen! Rüsten Sie die Gemeindegründer in Nordafrika aus, damit sie ihren Dienst tun können?