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Tunesien: „Deshalb investiere ich mich in meiner Heimat”

Mein Name ist Anis*. Ich bin Tunesier und engagiere mich in meiner Heimat für meine Mitmenschen. Durch die Arbeit unseres Hilfswerks durften schon viele Menschen ermutigt werden.

hmk, November 2016. Eines Tages wendete sich Karim* an mich. Er war völlig verzweifelt, da seine Tochter an einem aggressiven Krebs erkrankt war. Ihm fehlten die finanziellen Mittel für die Chemotherapie. All seine Bekannten und Nachbarn fragte er um Hilfe, selbst in der Moschee bat er um Unterstützung – umsonst.

Wütend und hoffnungslos
Entrüstet meinte Karim mir gegenüber: „Die Religiösen finanzieren Moscheen, damit sie noch schöner werden und daneben sterben Menschen! Mir sind diese Heuchler verleidet, ich kann es nicht mehr ertragen, wenn ich sie in ihren schönen Moscheen sitzen sehe, mit ihren vielen Klimaanlagen und den geplättelten Wänden!“ Karim verkaufte alles, was er irgendwie zu Geld machen konnte und verschuldete sich, um die teuren Behandlungskosten seiner Tochter bezahlen zu können. Doch seiner Tochter ging es immer schlechter.

Dankbar und zuversichtlich
Gemeinsam mit meinem Team unterstützten und trösteten wir Karim und seine Familie, standen ihnen wo wir konnten zur Seite. Wenige Wochen später rief er mich dann an und teilte mir mit: „Ich bedanke mich ganz herzlich bei euch. Ihr wart die einzigen, die uns in dieser schwierigen Zeit unterstützt habt. Nie werde ich vergessen, was ihr für mich und meine Familie gemacht habt, wie ihr uns geholfen habt. Leider ist unsere Tochter gestorben. Gestern war die Beerdigung.“ Gemeinsam trauerten wir um die verstorbene Tochter. Den Kontakt zu Karim und seiner Familie pflegen wir weiter. Eine wertvolle Freundschaft ist am Entstehen.

Engagement in Tunesien – mit tunesischen Partnern

Über unsere lokalen Projektpartner sind wir als HMK in Tunesien sozial-karitativ tätig. Wir organisieren Bildungs-, Freizeit- und Sportangebote für Jugendliche und Kinder oder Nahrungsmittelverteilung an Bedürftige. Zudem kümmern wir uns um Menschen, die zum Glauben an Jesus Christus gefunden haben und sich dadurch in Schwierigkeiten befinden. Eine Form der Unterstützung ist hier zum Beispiel die wirtschaftliche Start-up Hilfe. Unsere tunesischen Partner sind in ihrer muslimisch geprägten Heimat ein Licht für Mitmenschen wie Karim und helfen, wo Hilfe nötig ist.

Möchten Sie das Engagement von Anis und seinem Team finanziell mittragen? Mit 150 Franken (136 Euro) können Sie die durchschnittlichen Kosten pro Monat für ein Start-up-Unternehmen wie zum Beispiel einen Lebensmittelladen, eine Tierzucht, ein Taxiunternehmen oder einen Coiffeur-Salon abdecken.

Anis aus Nordafrika erzählt…

Hallo, ich heisse Anis und komme aus Nordafrika. Früher war ich Muslim.

Vor einigen Wochen hatte meine Schwester ein sehr ernstes Problem. Ein junger Extremist aus ihrem Quartier bedrohte sie auf der Strasse: „Alle, die den Islam verlassen haben, müssen sterben!“