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Türkei: Christen leiden unter Diskriminierung und Angriffen

Leider werden türkische Christen nach wie vor diskriminiert und im Alltagsleben benachteiligt.

hmk./Mai 2012 – Trotz einigen positiven Entwicklungen leiden die Christen in der Türkei weiterhin unter ihrem intoleranten Umfeld und werden immer wieder von den Behörden diskriminiert. Ebenso werden sie und ihr Glaube sowohl in Schulbüchern als auch in den Medien durch verleumderische Beiträge schlecht gemacht, wie die Studie einer protestantischen Gruppe ergibt.

 

Wurzel der Intoleranz...

In seinem im Januar veröffentlichten jährlichen „Bericht über Menschenrechtsverletzungen“ hat der Bund Protestantischer Kirchen vereinzelte Anzeichen einer Verbesserung festgestellt aber auch, dass es eine „Wurzel der Intoleranz“ in der türkischen Gesellschaft gegenüber Angehörigen nicht-islamischer Glaubensrichtungen gibt. „Die Entfernung dieser Wurzel der Intoleranz ist dringend“, stellt der Bericht fest und Mine Yildirim, ein Mitglied des juristischen Beirates des Bundes, fügt hinzu: „Es gibt immer noch viel Verbesserungspotenzial.“ In dem Bericht werden zwölf Angriffe auf Christen im Jahr 2011 dokumentiert. Darunter Übergriffe auf zwei junge Männer, die in Istanbul christliche Traktate weitergaben und über ihren Glauben erzählten, oder Kirchengebäude, die angegriffen wurden. Keiner der Angreifer wurde je ergriffen und zur Rechenschaft gezogen. Der Bericht besagt weiter, dass einige der Gemeindeleiter „unter einer Art Polizeischutz leben.“ Er hält fest: „Mindestens fünf Gemeindeleiter haben Leibwächter und mindestens zwei haben eine direkte Telefonnummer zu einer Polizeieinheit. Einige Gemeinden haben Polizeischutz, wenn sie sich zum Gottesdienst versammeln.“

 

… aber auch positive Entwicklungen

Der Bericht nennt aber auch einige positive Entwicklungen im vergangenen Jahr, zum Beispiel, dass Schuldirektoren eher einmal auf die Rechte nicht-muslimischer Schüler eingegangen sind. Beispielsweise, dass sie sich vom Islamunterricht, der durch den Staat angeordneten ist, abmelden können. Ein weiterer Fortschritt ist, dass türkische Bürger in ihrem Ausweis nun die Spalte mit der Religionszugehörigkeit leer lassen können.