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Thailand: Sao entkommt dem Menschenhandel

Die 16-jährige Sao aus Myanmar geht in die Avoda-Schule und macht eine Ausbildung in Hauswirtschaft.

hmk/Mai 2014 - Im Grenzgebiet zu Myanmar (Burma) unterstützt die HMK Schulen für burmesische Flüchtlingskinder. Eines von ihnen ist die 16-jährige Sao. Der zuständige HMK-Projektleiter hat mit ihr gesprochen.

Sao, warum lebst du heute in Thailand?
Ich stamme aus dem Volk der Karen in Myanmar. Als ich noch klein war, flüchtete meine Familie nach Thailand, weil unser Gebiet von der burmesischen Armee angegriffen wurde. Vater und Mutter arbeiten hier als Kalkstein-Brenner. Die Arbeit ist hart und sie versuchen, uns als Familie durchzubringen.

 

Wie hast du die Zeit als Kind in einem fremden Land erlebt?
Am Anfang war es schwierig. Wir wollten zum Beispiel mit anderen Kindern spielen. Doch als Flüchtlingskinder war es uns nicht erlaubt, dass wir uns von unserem Haus entfernten. Als Illegale mussten wir uns versteckt halten. Ausserdem behandelten uns die Thai-Kinder sehr abschätzig.

Konntest du zur Schule gehen?
Eine Thai-Schule durften wir nicht besuchen. Als ich ungefähr neun Jahre alt war, kam ein Pastor in unsere Siedlung und lud mich ein, den Unterricht in der Avoda-Schule zu besuchen. Meine Eltern waren damit einverstanden. Damals sprach ich im Gegensatz zu heute praktisch kein Thai. In der Avoda-Schule lerne ich viele Fächer, auch Thai und Englisch.

Was ist das Beste, das du in deinem Leben erlebt hast?
Das war, als ich Jesus in mein Leben aufnahm. Meine Eltern hatten mir erzählt, dass die Christen das Wasser anbeten würden. Diese Idee hatten sie wohl wegen der Taufe. Also ging ich in einen Gottesdienst und wollte sehen, ob das tatsächlich so ist. Ich hörte, dass Jesus mich liebt und er durch seinen Tod am Kreuz all meine Sünden auf sich genommen hat. Ich wurde überwältigt und übergab Ihm mein Leben.

Und was war das Schlimmste?
Als ich zwölf wurde, wollte mich meine Mutter an einen Agenten verkaufen. Dieser Mann versprach meiner Mutter, dass er in Bangkok Arbeit habe für mich. Von anderen Mädchen hörte ich, dass einige als Hausangestellte arbeiteten, andere in Restaurants und auch in Bars. Ich weigerte mich zu gehen. Da schlug mich mein Vater.

Und dann, was passierte?

Ich flüchtete zu Juna bei der Avoda-Schule. Wir beteten zusammen. Juna unterstützte mich und es gelang ihr, meine Eltern davon zu überzeugen, mich weiter die Schule besuchen zu lassen. Nebst der Schule mache ich eine Ausbildung in Hauswirtschaft, was mir für meine Zukunft sehr nützlich sein wird.

Hast du Zukunftspläne?
Ich möchte Lehrerin werden und Burmesen unterrichten. In meiner Gemeinde will ich mich musikalisch investieren.

Ich danke dir vielmals für dieses Gespräch.

 

Unterstützen Sie Kinder wie Sao

100 burmesische Flüchtlingskinder haben dank der Avoda-Schule Zugang zu Bildung und werden von einheimischen Christen liebevoll betreut. Junge Frauen haben zudem die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Hauswirtschaftsausbildung zu absolvieren. Dank der Avoda-Schule sind diese Flüchtlingskinder dem Menschenhandel entkommen.

Mit bereits 50 Franken (40 Euros) pro Monat ermöglichen Sie einem Flüchtlingskind wie Sao die Schulbildung in der Avoda-Schule sowie regelmässig warme Mahlzeiten. Dürfen die Kinder mit Ihrer Unterstützung rechnen?