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Thailand: "Ich werde wie eine Aussätzige behandelt"

„Wer buddhistische Rituale in meiner Klasse nicht mitmacht, hat einen schweren Stand.“ Das berichtet ein burmesisches Flüchtlingsmädchen.

 

Oktober 2020 - hmk. „Ich gehöre zu einer burmesischen und buddhistischen Flüchtlingsfamilie. Im Kinderheim Avoda habe ich zum Glauben an Jesus gefunden.“ Das sagt die 16-jährige Kaijeh dem Südostasien-Projektleiter der HMK. „Deshalb wurde ich zu Beginn von meinen Eltern immer wieder geschlagen. Doch das hat meinen Glauben gestärkt, denn in der Bibel habe ich gelesen, dass Menschen um Jesu willen verfolgt werden.“

 

Spiessrutenlauf
Die Prügel zu Hause hätten inzwischen aufgehört. Aber in der buddhistischen Dorfschule gehe ihr Spiessrutenlaufen weiter. „Jeden Tag werden bud-dhistische Rituale abgehalten, an denen ich nicht teilnehmen möchte. Meine Klasse behandelt mich deshalb oft wie eine Aussätzige und mobbt mich. Einige Lehrpersonen üben Druck aus mit dem Ziel, dass ich an den Ritualen teilnehme. Weil ich mich aber widersetze, erhalte ich schlechte Noten oder ich muss als Strafe putzen.“ Das gehe schon seit ein paar Jahren so, seufzt Kaijeh. Trotzdem erreicht sie einen guten Notendurchschnitt. Beten, Vergebung und viel Fleiss helfen ihr. Sie unterstützt sogar christliche Kinder, die aus dem Kinderheim Avoda eingeschult werden. „Viele von ihnen machen aus Angst bei den Ritualen mit, aber ich ermutige sie, dies nicht zu tun.“ Oft hat Kaijeh Angst, in die Schule zu gehen. Sie möchte unbeschwert leben können, aber den christlichen Glauben will sie dafür nicht aufgeben. Ihre innere Überzeugung gibt ihr Kraft, trotz Widerstand.

 

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom
„Im Kinderheim habe ich einmal den Spruch gehört, dass nur tote Fische mit dem Strom schwimmen. Aber ich möchte ein lebendiger Fisch sein. Die Lehrkräfte in der Schule nennen mich einen Dickkopf. Ich erkläre ihnen jeweils, dass ich friedlich dem Herrn Jesus folge, und dass ich ja immer meine Hausaufgaben mache. Meinen Heimeltern erzähle ich von dem Ungemach meistens nichts, denn ich möchte lernen, mit Jesus zusammen den Weg zu gehen.“

Kinder in Not lassen uns nicht kalt

Dank des Zentrums Avoda im thailändischen Tak haben rund 50 burmesische Flüchtlingskinder wieder ein Dach über dem Kopf, erhalten warmes Essen, Schulbildung und werden durch Praktika auf das Berufsleben vorbereitet. Tragen Sie dieses Projekt finanziell mit? Die monatlichen Kosten eines Kindes im Avoda-Zentrum belaufen sich auf rund 50 Franken (45 Euro).

 

Auch in Mae Sot (Grenzstadt Thailand / Myanmar und relativ nahe bei Tak) engagieren wir uns als HMK für burmesische Flüchtlingskinder. Unsere lokalen Projektpartner betreiben dort eine Schule, die zurzeit von 139 Kindern besucht wird. Sie sollen ebenfalls eine berufliche Grundausbildung erhalten.