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Thailand: Geborgenheit statt Drogenhandel

Die 16-jährige Kae lebt im Avoda-Zentrum in der Provinz Tak im Nordwesten Thailands. Unser Südostasien-Projektleiter hat mit ihr gesprochen.


hmk./ Juli 2017

Kae, in welchen Familienverhältnissen bist du aufgewachsen?

Ich wuchs bei meiner Mutter und meinem Stiefvater in einem Dorf auf. Als ich elf Jahre alt war, liessen sie sich scheiden. Die Situation war kompliziert und ich hatte niemanden mehr, der sich um mich kümmerte. Meine Grossmutter ist seit zehn Jahren wegen Drogenhandels im Gefängnis und mein Grossvater lebt in Laos.

Wie kam es dazu, dass du heute im Avoda-Zentrum bist?
Mit meiner Schulkollegin besuchte ich regelmässig den Gottesdienst einer christlichen Gemeinde. Was ich dort hörte, war neu für mich und gab mir Hoffnung, denn in unserem Dorf beteten wir Geister an (Ahnenkult, Anm. HMK). Da niemand mehr für mich sorgte, sagte mein Lehrer: Entweder musst du zu deinem Grossvater nach Laos ziehen oder in das Avoda-Zentrum gehen. Das war im Jahr 2011.

Was machst du im Avoda-Zentrum?
Es ist mein Zuhause. Ich mag die Leute hier und den Schulunterricht. Seit ich hier bin, habe ich gut Englisch gelernt (dieses Interview fand in Englisch statt, Anm. HMK). Es gefällt mir, dass ich einige Lernziele selbst definieren und dann darauf hinarbeiten kann. Zudem arbeite ich in der Buchhaltung mit und helfe bei den Reinigungsarbeiten unserer Gemeinde. Im Gottesdienst spiele ich Gitarre.

Was ist dein Wunsch für die Zukunft?
Ich möchte gerne einmal selbständig sein und mich um ältere Menschen kümmern.

Wie wäre wohl dein Leben verlaufen, wenn du nach Laos hättest gehen müssen?
Dort hätte ich keine Schule besuchen können, sondern meinem Grossvater beim Geld verdienen helfen müssen. Wahrscheinlich wäre ich jetzt im Drogenhandel tätig wie einige Mädchen, die ich kenne, und ich wäre wohl bereits verheiratet.
Ich bin dankbar, dass ich damals mit meiner Freundin den Gottesdienst besuchte und von Jesus Christus erfahren habe. Es ist nicht selbstverständlich, dass ich heute hier bin.

Avoda-Zentrum: Ein Zuhause für Kinder

Das von den lokalen HMK-Partnern geführte Zentrum Avoda bietet rund 50 Kindern aus schwierigen Verhältnissen ein Dach über dem Kopf. Die Kinder werden liebevoll betreut, erhalten Schulbildung, warme Mahlzeiten und Freizeitgestaltung. Sie können zudem erste Berufserfahrungen sammeln (Hauswirtschaft, Buchhaltung, Landwirtschaft). Diese Kinder sind der Kriminalität entkommen und haben eine hoffnungsvolle Zukunft.

Mit monatlich 50 Franken (45 Euro) ermöglichen Sie einem Kind wie Kae ein Zuhause im Avoda-Zentrum.

Kae lebt im Avoda-Zentrum, das von den thailändischen Projektpartnern der HMK geführt wird.