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Syrien: Winter bedroht Flüchtlinge

Die Kinder leiden am meisten unter den katastrophalen Bedingungen. Viele von ihnen haben seit Tagen kaum gegessen und getrunken.

Tausende von Familien leiden unter den Kriegswirren in ihrer Heimat Syrien. Damit die Betroffenen den Winter überleben, leisten wir Nothilfe über unsere Partner vor Ort und verteilen Nahrungsmittel und Winterhilfspakete.

hmk/Februar 2013 – Der im Frühling 2011 begonnene Konflikt in Syrien weitet sich durch massive Einmischung von aussen immer mehr aus. Auf der einen Seite unterstützen Saudi-Arabien, Katar und die Türkei die sunnitischen Rebellen, teilweise auch mit Waffenhilfe und Anwerbung von Söldnern. Auf der anderen Seite leistet das syrisch-alawitische Regime um Machthaber Assad einen massiven Verteidigungskampf und wird dabei vom Iran, von Russland und China unterstützt. Beide Seiten führen einen immer brutaleren Kampf, bei dem Hunderttausende von Zivilisten unvorstellbar leiden.

Katastrophale Versorgungslage
Der Kampf um die Vorherrschaft in den grossen Städte Aleppo, Homs, Hama und Damaskus, in denen viele einheimische Christen leben, führt zu einer immer katastrophaleren Versorgungslage. Grosse Teile der Infrastruktur sind zerstört, und für die Menschen ist es schwierig, sich fortzubewegen. Der Güter- und Personentransport ist nahezu zum Erliegen gekommen. Deshalb fehlt es an Lebensmitteln, Medikamenten, Benzin, Diesel und Heizöl. Viele Menschen wissen nicht, wie es ihren Verwandten und Bekannten geht und ob sie überhaupt noch leben. Die Telefonleitungen und das Internet funktionieren vielerorts nicht oder nur beschränkt. In den umkämpften Städten mussten die Menschen ihre Häuser verlassen, weil sie von den Kämpfern als Kampfzone genutzt werden. „Ich sehe gerade, wie Rebellen in mein Quartier vorrücken. Sie schiessen auf jeden, den sie sehen.“ Dies sagte eine Augenzeugin vor Ort, die von ihrem Balkon aus das Geschehen beobachtete und sich anschliessend in Sicherheit bringen konnte.

Winter verschlimmert die Situation
Nebst all dem Leid verschlimmert der kalte Winter die Situation der Flüchtlinge zusätzlich. In Syrien kann es vor allem im Norden des Landes zu Minustemperaturen kommen. Dies hat für die Bevölkerung dramatische Auswirkungen: „Jeden Tag drängen mehr Flüchtlinge in unser Stadtviertel. Sie kommen aus zerstörten Stadtteilen und suchen Zuflucht in Notunterkünften. Dort helfen wir, so gut es geht. Viele Flüchtlinge haben seit Tagen kaum gegessen und getrunken. Mütter haben weder Milch noch Windeln oder warme Kleidung für ihre Babys und Kleinkinder. So leiden diese am meisten unter der Situation“, berichtet unser Partner in der syrischen Stadt Aleppo.

Syrien: Winter bedroht Flüchtlinge

Flüchtlingsfamilien erhalten Nahrungsmittel, warme Kleider, Decken und etwas Heizöl, damit sie den kalten Winter überleben. (Quelle: G. Merheb)


Nahrungsmittel & Winterhilfspakete
Über verlässliche Partner vor Ort leisten wir als HMK Nothilfe und versorgen Flüchtlinge mit Nahrungsmitteln, Wasser, warmen Kleidern, Decken und Heizöl. Unsere Partner sind trotz schwieriger Umstände in der Lage, den Menschen in ihrem Elend direkt und persönlich zu helfen. Sie erreichen insbesondere auch Mütter mit Kleinkindern. Helfen Sie uns, das Elend der Flüchtlinge in Syrien zu lindern?

  • Mit 90 Franken (70 Euro) unterstützen Sie eine Flüchtlingsfamilie einen Monat lang mit Nahrungsmitteln
  • Mit 150 Franken (120 Euro) finanzieren Sie einer Flüchtlingsfamilie ein Winterhilfspaket (warme Kleider, Decken, etwas Heizöl).


Situation der Christen
Unter dem Regime Assads genossen nicht-sunnitische Minderheiten wie die Christen noch einen gewissen Schutz. Zurzeit stehen sie zwischen den Fronten der Parteien, welche die Macht rücksichtslos für sich beanspruchen. Es gibt Anzeichen dafür, dass sich das Regime Assads nicht mehr lange an der Macht halten kann und sich die islamistische Opposition durchsetzen wird. Falls sie sich dann auch politisch etablieren – wie dies zurzeit in Ägypten der Fall ist – verheisst das für die religiösen Minderheiten im Land nichts Gutes. Trotzdem gibt es aber auch Hoffnung: Im Volk zeigt sich eine grosse geistliche Offenheit, vor allem unter Kurden im Norden und unter Drusen im Süden des Landes. Zudem sucht die Bevölkerung bei all dem Leid persönliche Freiräume. Viele Menschen kommen vermehrt mit christlichen Gemeinden in Kontakt. All dies eröffnet den Christen trotz der angespannten Lage neue Möglichkeiten, ihren Glauben gegenüber ihren Mitmenschen zu bezeugen.

Stiftung Hoffnungsnetz
In Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Stiftung Hoffnungsnetz ist die HMK intensiv an der Nothilfe für Flüchtlinge in Syrien und den umliegenden Ländern beteiligt. Das Hoffnungsnetz ist eine Kooperation christlicher Hilfswerke und wird tätig bei Katastrophen. Über verlässliche Partnerorganisationen sind wir trotz schwieriger Umstände in der Lage, Menschen in Notsituationen direkt zu helfen.

 

 

Ausharren trotz Krieg

Der Bürgerkrieg tobt. Das Elend wächst. Über vier Millionen Menschen sind bisher aus Syrien geflohen, die Hälfte sind Kinder. Neun Millionen sind in Syrien selbst auf der Flucht – die Hälfte der Bevölkerung. Drei Millionen sind es im Irak.