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Bürgerkrieg in Syrien: Christen fliehen vor radikalen Rebellen

Wie sieht wohl die Zukunft dieser syrischen Kinder in ihrem Land aus?

Tausende Syrer flüchten in den Libanon. Vor allem syrische Christen haben unter Attacken von Rebellentrupps zu leiden.

Spiegel Online./Oktober 2012 – Churis* sind aus ihrer Heimat Syrien in den Libanon geflohen. Hier, in der Grenzstadt Kaa, berichten die Frauen zögerlich, was ihren Männern, Brüdern und Neffen in ihrer Heimat Kusair widerfahren ist: Sie wurden von syrischen Rebellenkämpfern getötet, erzählen die Frauen. Ermordet, weil sie Christen waren, und somit aus der Sicht der radikalislamischen Freiheitskämpfer keinen Platz im neuen Syrien haben. Seit eineinhalb Jahren, seit der Aufstand gegen den Diktator Baschar al-Assad begann, sind Hunderttausende Syrer aus ihrer Heimat ins Ausland geflohen. Weiterhin sollen nach Schätzungen der UNO eine Million Menschen als Binnenvertriebene innerhalb des Landes auf der Flucht sein. Die Rebellen haben sich in den vergangenen Monaten rasant radikalisiert. Einige sind dabei unter den Einfluss von aus dem Ausland nach Syrien eingereisten Dschihadisten geraten: So berichten es Augenzeugen auch aus Kusair, wo in vergangenen Monaten heftige Kämpfe tobten.

Kampagne gegen Christen
„Es gab immer Christen in Kusair, vor dem Krieg waren wir etwa zehntausend“, sagt Leila*. Zu Beginn hätten die Aufständischen die Christen in Ruhe gelassen. Doch vergangenen Sommer habe sich das Blatt gewendet. „Wir haben Angst zu reden“, erklärt Rim*, die Tochter von Leila. Dann überwindet sie sich und sagt: „Vergangenen Sommer kamen Salafisten nach Kusair, Ausländer. Sie haben die örtlichen Rebellen gegen uns aufgehetzt", sagt sie. Schon bald sei eine regelrechte Kampagne gegen die Christen von Kusair im Gange gewesen. „Sie haben am Freitag in der Moschee gepredigt, dass es eine heilige Pflicht sei, uns zu vertreiben. Ständig wurden wir beschuldigt, für das Regime zu arbeiten. Immer wieder mussten Christen Schmiergelder an die Dschihadisten zahlen, um nicht an die Wand gestellt zu werden. Kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres sind Churis schliesslich aus Kusair in den Libanon geflohen. „Mein Mann wurde dabei von Rebellen erwischt, als er nochmals nach Kusair zurückkehrte, um Lebensmittel zu holen. Sie wussten, dass er Christ ist, haben ihn mitgenommen und nach fünf bis sechs Stunden tot vor die Tür seiner Eltern geworfen", sagt Rim. Der Aufstand in Syrien sei inzwischen von Islamisten vereinnahmt worden, sagt der Bürgermeister von Kaa. „Und wir kennen die Sorte Muslime, die sich an die Spitze der Rebellion gesetzt haben. Das sind die, die die Leute zurück in die Steinzeit führen wollen." So der Bürgermeister von Kaa zu Spiegel Online.

HMK hilft einheimischen Christen
Die HMK hilft einheimischen Christen in Syrien, so gut es unter den erschwerten Umständen möglich ist. Wir stehen in regelmässigem Kontakt mit Einheimischen und leisten Soforthilfe für verfolgte Christen. Wollen Sie unsere Arbeit und damit syrische Christen unterstützen? Spenden Sie mit dem Vermerk „Syrien".


*Name aus Sicherheitsgründen geändert.