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Sri Lanka: Buddhistische Mönche überfallen und besetzen Kirche

MoStNews/September 2012 – Im Süden Sri Lankas haben buddhistische Mönche eine Kirche gewaltsam besetzt und in einen buddhistischen Tempel umfunktioniert. Die Polizei hat bisher nichts dagegen unternommen, wie ein einheimischer Christ einem Vertreter der HMK sagte.

Ein einheimischer Christ erklärte einem Vertreter der HMK gegenüber, dass Mönche am 19. August 2012 die Gebäude einer christlichen Gemeinde in der Stadt Deniyaya, die vorwiegend von Buddhisten bewohnt wird, besetzt haben. Mehr als zwei Dutzend Leute seien unter Anführung zweier buddhistischer Mönche in die Kirche eingedrungen, hätten die Banner in der Kirche heruntergerissen und durch ein buddhistisches Banner ersetzt. Wie der Christ weiter berichtet, hätten sie dann rund um das Gebäude buddhistische Fahnen gespannt, die Kanzel und die Bänke heraus geworfen und die Kirche zum buddhistischen Tempel erklärt.

Gewalt & Morddrohungen
Die Gemeindeleitung rief sofort die Polizei an und erstattete Anzeige, jedoch ohne Erfolg. Es kam sogar noch schlimmer: Am 27. August verprügelte ein Mob von 100 Personen zwei der Gemeindeleiter vor dem Polizeirevier von Deniyaya, weil sie die Polizei um Hilfe ersuchen wollten. Am Tag darauf drangen einige Leute in das Haus eines Mitglieds der Gemeinde ein und bedrohten den Mann mit dem Tod, falls er die Gottesdienste weiter besuchen würde.
Der christliche Leiter, der mit der HMK gesprochen hat, sagte: "Bitte nennt meinen Namen nicht in der Öffentlichkeit, da ich sonst Probleme mit den Behörden bekomme, wenn sie mich identifizieren. Ich habe Angst."

Christenfeindlichkeit
Die etwa 500 Christen sind in der rund 180 Kilometer von der Hauptstadt Colombo entfernten Stadt Deniyaya eine kleine Minderheit. Auch in anderen Teilen Sri Lankas wird auf Christen immer wieder massiven Druck von der buddhistischen Mehrheit im Land ausgeübt. Obwohl in Sri Lanka offiziell Religionsfreiheit gilt, werden Christen immer wieder diskriminiert. Zwei der regierenden Parteien Sri Lankas sind bekannt für ihre Christenfeindlichkeit. Etwa 70 Prozent der Einwohner Sri Lankas sind Buddhisten, 8 Prozent sind Christen.

HMK Hilft Christen in Sri Lanka
Wir als HMK unterstützen mittels Rechtshilfe Christen, die Opfer von Verbrechen wurden, damit die Täter nicht straffrei bleiben. Zudem helfen wir beim Wiederaufbau von zerstörten christlichen Versammlungshäusern und unterstützen christliche Gemeindemitarbeiter an unterschiedlichen Standorten. Wir verhelfen Pastoren und Gemeindeleitern zu biblisch-theologischen Schulungen und Weiterbildungen, damit christliche Gemeinden in Sri Lanka gestärkt werden.