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Palästinensische Gebiete: Versöhnung im Visier

Tass Saada ist langjähriger Projektpartner der HMK. In seiner Heimat setzt er sich für ein friedliches Zusammenleben verfeindeter Gruppen ein. / Quelle: Daniel Wagner

Tass Saada war ein gefürchteter Scharfschütze in den Reihen von Jassir Arafats PLO. Heute setzt er sich für Versöhnung im Nahen Osten ein.

Juli 2015 - Vom 17. bis 25. Mai 2015 war Tass Saada auf Schweizer Tournee. Am 17. Mai war er Gast in der Freien Evangelischen Gemeinde in Wil SG. Rund 200 Personen verfolgten sein Referat. Der gebürtige Palästinenser und ehemaliger Kämpfer für Arafat ist mit dem Nahost-Konflikt gross geworden. Tass Saada stellt klar: „Ich war kein Terrorist. Ich war ein Freiheitskämpfer. Wir kämpften für unser Heimatland, da wir überzeugt waren, dass es uns von Israel weggenommen worden ist.“ In wenigen Worten umreisst Tass Saada die Wurzel des Konflikts. Die Feindschaft begann vor rund 4‘200 Jahren mit Abrahams Söhnen Isaak und Ismael. Saada ist  überzeugt, dass der Konflikt nur überwunden werden kann, wenn sich die beiden Seiten versöhnen und Palästinenser und Juden gleichwertig miteinander leben. Diese Vision sieht er auch in den letzten Versen des 47. Kapitels im Prophetenbuch Hesekiel: „… die Fremdlinge, die unter euch wohnen, sollen euch gelten wie Eingeborene unter den Kindern Israels. Sie sollen mit euch unter den Stämmen Israels ihren Erbbesitz erhalten.“

Hinwendung zu Christus heilt Hass
Versöhnung mit den Juden und all jenen, die die Juden unterstützten, war für Tass lange keine Option. Er beschreibt jenen Moment, als er eines Tages im Wohnzimmer eines guten Freundes von Gott berührt wurde und sein Leben Jesus übergab: Er sah, wie ihn die Liebe Christi wie ein starkes Licht umstrahlte und seinen Hass wegnahm. Nur wenige Minuten zuvor hatten ihm seine Freunde gesagt: „Um den wahren Frieden zu erhalten, musst du einen Juden lieben.“ Nach seiner Hinwendung zu einem Leben mit Jesus Christus wurde auch dies möglich. Tass Saada erhielt durch seine Begegnung mit Jesus das Anliegen, sich erneut für die Sache seines Volkes einzusetzen. Diesmal nicht mit Waffengewalt, sondern durch Versöhnungsarbeit zwischen Arabern und Juden.

Ein neuer Auftrag
Mit seiner Organisation Hope for Ishmael (Hoffnung für Ismael) baute Tass Saada in Zusammenarbeit mit der Organisation HMK (Thun) Projekte in Jericho, in der Westbank und in Israel in den Bereichen Nothilfe, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung auf. Ziel ist, das gemeinschaftliche Zusammenleben der verfeindeten Gruppen zu ermöglichen. Laut Tass  Saada ist das nirgendwo besser ersichtlich als in ihrer Schule in Jerusalem: „Diese Schule ist das Herzstück unserer Arbeit. Dort passiert es – Araber und Juden kommen zusammen.”

Quelle: ideaSpektrum Nr. 21-2015, Seite 32

Tass Saada ist zurzeit auf der Suche nach Personen, die sein Team in Jericho im Bereich Kinder- Jugend- und Sozialarbeit verstärken. Haben Sie Interesse an einem Einsatz als freiwillige(r) Helfer/in?

Melden Sie sich direkt bei: Rolf Rupp,
rolf.rupp@hmk-aem.ch / Tel. 033 334 00 51.