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Palästinensische Gebiete: Tass Saada – Früherer PLO-Kämpfer setzt heute auf Nächstenliebe

Tass Saada, Geoffrey Cohen: Der eine war Muslim, der andere ist Jude – heute sind sie eins in Christus.

idea./August 2014 – Am Israel-Tag vom 9. Juni im ICF Rapperswil waren spannende Lebenszeugnisse mehrerer Referenten zu hören. So auch jenes des HMK-Partners Tass Saada, der früher als PLO-Mann an der Seite Arafats gegen Israel kämpfte und heute das von HMK mitgetragene Hilfswerk „Seeds of Hope” leitet.

 

Einst waren sie aufgrund ihrer unterschiedlichen Ideologien Todfeinde, heute sind sie Brüder in Jesus Christus und gute Freunde. Geoffrey Cohen bekämpfte als Jude das Evangelium – und hatte auch mit den Arabern nicht viel am Hut. Der frühere PLO-Kämpfer Tass Saada kämpfte als Moslem an der Seite von Jassir Arafat gegen die Israelis. Heute leitet er das von HMK mitfinanzierte christliche Hilfswerk „Seeds of Hope“ in Jericho, welches auf Nächstenliebe zwischen den Glaubensrichtungen setzt.


Tass Saada ist langjähriger Partner der HMK, mit dessen Hilfe er vor rund zehn Jahren seine Entwicklungsprojekte in den Palästinensergebieten begann. In einer immer stärker von Intoleranz, Rassismus, Hass und Unversöhnlichkeit geprägten arabischen Gesellschaft setzt er positive Impulse von Versöhnung, Toleranz, Respekt und aktiver Nächstenliebe. Zu den gemeinsamen Projekten zählen ein Kindergarten in Jericho und ein Versöhnungskindergarten in Jerusalem, Englisch- und Computerkurse für Jugendliche sowie Startup- und Einkommenshilfen (u.a Eier- und Hühnerfarm, Restaurantbetrieb, Trinkwasser-Brunnenprojekt).


Tass Saada und der in den USA evangelistisch tätige Geoffrey Cohen erzählten am 9. Juni aus ihrem veränderten Leben. Sie gaben am Israel-Tag des ICF in Rapperswil SG unmissverständlich zu verstehen: Rückblickend seien es unbegründete Vorurteile gewesen, welche Hass und Antipathie gegenüber Andersgläubigen geschürt und zu falschen Vorstellungen geführt hätten.

„Wir sind keine Terroristen”
Tass Saada möchte mit Vorurteilen aufräumen: „Nur weil es unter den Muslimen ein paar böse Jungs gibt, darf man nicht die ganze muslimische Bevölkerung verurteilen und denken, wir alle seien Terroristen.” Umgekehrt war alles aus dem Westen für Tass Saada fremd und moralisch verwerflich. „Ich dachte, wenn jemand Christ ist, dann darf er trinken und Frauen haben.” Und er fügte hinzu: „Wahres Christentum ist aber nicht das, was wir im TV sehen.”

„Ich lebe nur für Gottes Reich”
Umso positiver war die Überraschung für ihn, als er nach Amerika auswanderte. „Die Menschen empfingen mich dort sehr herzlich und offen.” In den Staaten fand er dann auch zu Jesus Christus. Diese Liebe und das Licht von Christen habe ihn zu diesem entscheidenden und überzeugenden Schritt bewogen.
Genau so möchte er diese Liebe an Moslems weitergeben. Voller Überzeugung sagte er zu den rund 300 Zuhörern: „Eine derart starke Liebe habe ich früher als Moslem nie gespürt. Heute lebe ich für nichts anderes mehr als für Gottes Reich.”
Auf die Frage, was diese bedeutende Freundschaft zwischen ihnen beiden wirklich ausmache, antwortete Cohen: „Es ist mehr als lediglich die Versöhnung. Vielmehr stärkt die intensive Zusammenarbeit unsere mittlerweile fünfjährige Freundschaft. Auf den gemeinsamen Vortragstourneen möchten wir Versöhnung und Christsein vorleben.”


Autor: Daniel Wagner, ideaSpektrum

Projektvideo Tass Saada