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Pakistan: Vermutete Islamisten ermorden christliches Kabinettsmitglied

dic./Mai 2011 – Nicht identifizierte Schützen haben am 2. März 2011 den Bundesminister für Minderheiten Shahbaz Bhatti ermordet. Er war Pakistans einziger Christ auf Kabinettsebene und ein mutiger Kritiker der weithin abgelehnten „Blasphemie“-Gesetze des Landes. Vermutlich islamische Extremisten von Pakistans Taliban und Al-Qaida hinterliessen, wie es heisst, ein Schreiben am Tatort, in dem steht, dass jeder, der versuchen wolle, Pakistans Blasphemie-Gesetze zu ändern, getötet würde. Der Mord geschah zwei Monate, nachdem der Gouverneur von Punjab, Salman Taseer von seinem Leibwächter getötet wurde, weil er sich für Asia Noreen (auch als Asia Bibi bekannt) eingesetzt hatte, die erste Christin, die in Pakistan wegen Blasphemiebeschuldigungen zum Tode verurteilt wurde.


Die Angreifer durchsiebten Bhattis Wagen mit einem Hagel von 25 bis 30 Kugeln, als er aus dem Haus seiner Mutter in einem Wohnquartier der pakistanischen Hauptstadt kam und zu einem Kabinettstreffen fahren wollte. Die Regierung hatte zwar Leibwächter für Bhatti bestellt, aber sie waren zur Zeit des Überfalls nicht vor Ort. Ein am Tatort gefundenes Schreiben – angeblich von pakistanischen Taliban und Al-Qaida-Terroristen – übernahm die Verantwortung für den Mord. Polizeiquellen äusserten sich, dass das Bekennerschreiben Bhatti beschuldigte, eine Kampagne zu leiten, um das Blasphemiegesetz zu ändern. Der Polizeichef von Islamabad, Wajid Durrani, sagte, drei oder vier bewaffnete Männer in einem weissen Suzuki hätten Bhattis Dienstfahrzeug abgefangen. „Der Offizier der [Personenschutz]mannschaft hat mir gesagt, der Minister habe ihn angewiesen, im Büro auf ihn zu warten.“ Durrani behauptete: „Er hat oft seine Mutter ohne Begleitschutz besucht.“ Bhatti wollte sich nicht den Todesdrohungen beugen, die er nach der Ermordung von Taseer am 4. Januar erhalten hatte. Er gab in mehreren Interviews zu, dass er „jetzt zuoberst auf der Abschussliste“ stehe, aber er beteuerte, sein Engagement fortführen zu wollen und sein Leben Gott anzuvertrauen.