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Pakistan: Polizei zögert, Überfall auf Kirche zu untersuchen

Für pakistanische Christen ist ein Gottesdienstbesuch leider auch mit der Angst vor Übergriffen verbunden.

dic./September 2011 – Bewaffnete Muslime unterbrachen den Gottesdienst einer Gemeinde vor den Toren Lahores, beschimpften die Anwesenden, zertrümmerten einen gläsernen Altar und schändeten Bibeln und ein Kreuz, wie leitende Christen berichteten. Die Polizei versuchte zuerst, den Anführer der muslimischen Eindringlinge zu schützen. Statt Verhaftungen vorzunehmen, drängte sie vielmehr die Christen dazu, eine Entschuldigung von ihm entgegenzunehmen.


Pastor Ashraf Masih von der Numseoul Presbyterian Church im Dorf Lakhoki Kahna erklärte, Muhammad Shoaib, ein Neffe des ehemaligen Mitglieds des Parlaments von Punjab Mansha Sindhu, sei in Begleitung von vier mit Gewehren und Pistolen bewaffneten Männern in das Kirchengebäude eingedrungen und habe die Gemeinde beschimpft, weil sie „den Frieden des Ortes dadurch störe, dass sie die Gottesdienste mit Lautsprechern übertrage“. Dabei benutzte die Gemeinde Lautsprecher nur innerhalb des Gebäudes.
Die Polizei zögerte, eine Anzeige entgegenzunehmen, bis der Pastor ihr sagte, dass ihre Kollegen die in der Kirche angerichtete Verwüstung bezeugen könnten, dass auch Journalisten den Tatort fotografiert hätten und dass sie die Hauptstrasse aus Protest blockieren würden, wenn die Beamten ihre Anzeige nicht entgegennähmen. Nachdem Sindhu mit Vertretern der Christen verhandelt hatte, willigte er ein zu veranlassen, dass Shoaib sich öffentlich entschuldigte. Eine lokale Zeitung zitierte einen Polizeibeamten, der gesagt habe, Shoaib habe keine Waffe bei sich getragen und keine Bibeln geschändet. Der Polizeikommissar lehnte es ab, Anfragen von Journalisten zu beantworten, die wissen wollten, warum der Neffe des früheren Parlamentariers sich entschuldigt habe, wenn er unschuldig sei, und warum die Polizei die Anzeige wegen Vandalismus nicht akzeptiert habe.