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Pakistan: Pakistanisches Gericht bestätigt Todesstrafe für Christin

Setzen Sie sich für die Freilassung von Asia Bibi ein und unterschreiben Sie die Online-Petition an den amerikanischen Botschafter in Pakistan: <a href="http://www.citizengo.org/de/12569-freiheit-fuer-asia-bibi" target="_blank">www.citizengo.org/de/12569-freiheit-fuer-asia-bibi</a>

Idea./Dezember 2014 - Die pakistanische Christin Asia Bibi soll sterben. Der Oberste Gerichtshof der Provinz Punjab bestätigte am 16. Oktober 2014 in Lahore die Todesstrafe gegen die Mutter von fünf Kindern. Bibi war vor vier Jahren als erste Frau in Pakistan wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden (HMK berichtete in den „verfolgt”-Ausgaben Februar 2011 und Oktober 2013).

Massiver Druck radikaler Muslime
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) appelliert an Abgeordnete des Europäischen Parlaments, sich für Bibis Freilassung einzusetzen. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation stand das Gericht unter massivem Druck radikaler Muslime. In der Vergangenheit hätten diese vielfach Richter und Anwälte in Blasphemie-Verfahren mit dem Tode bedroht. In einigen Fällen seien Richter, die Angeklagte wegen erwiesener Unschuld freisprachen, umgebracht worden.

Bei der Verhandlung über den Fall Bibi unter Leitung der Richter Anwar Ul Haq und Shahbaz Ali Rizvi seien bis zu 25 islamische Geistliche anwesend gewesen. IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht darin einen Versuch, den Druck auf die Richter weiter zu erhöhen. Es gebe keine Beweise für die Anschuldigungen gegen die Christin.

Blasphemie-Gesetz missbraucht
Bibi ist eine mittellose Landarbeiterin. Auf Anweisung eines Landbesitzers hatte sie Wasser für Feldarbeiterinnen geschöpft. Doch diese weigerten sich zu trinken, weil das Gefäss durch die Christin „unrein“ geworden sei. Sie beschuldigten Bibi, den Islam beleidigt zu haben. Hunderte Muslime überfielen später ihr Haus und schlugen auf sie, ihren Mann und ihre Kinder ein, bis die Polizei einschritt.

2009 wurde gegen sie Anklage wegen Gotteslästerung erhoben. Ende 2010 verhängte ein Gericht in Nankana (Provinz Punjab) die Todesstrafe. Das seit 1991 bestehende pakistanische Blasphemie-Gesetz bestraft die Beleidigung des Islam, wird aber oft von Muslimen zum Austragen privater Streitigkeiten missbraucht. Mehr als 650 Christen sind wegen eines oft unbegründeten Verdachts angeklagt worden.