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Pakistan: Ein Funken Hoffnung für Asia Bibi

Asia Bibi wurde im Jahr 2010 in Pakistan
wegen angeblicher Blasphemie (Gottes-lästerung) zum Tode verurteilt.

Pakistans Oberstes Gericht hat am 22. Juli 2015 die Hinrichtung der wegen Gotteslästerung verurteilten Christin Asia Bibi vorübergehend ausgesetzt. Nun gibt es eine neue Anhörung.

dw./Oktober 2015 -
Asia Bibi soll sich im Jahr 2009 abfällig über den Propheten Mohammed geäussert haben. Deshalb wurde sie festgenommen und im November 2010 verurteilte ein pakistanisches Gericht die Christin zum Tode. Die Todesstrafe wurde im Oktober 2014 vom Berufungsgericht in Lahore bestätigt. Mittlerweile ist sie wegen der Blasphemie-Vorwürfe seit sechs Jahren in Haft. (HMK berichtete letztmals in der verfolgt-Ausgabe Dezember 2014). Der Fall sorgt international für grosses Aufsehen.

„Schritt in die richtige Richtung“
Das Todesurteil dürfe nicht vollstreckt werden, solange die Höchstrichter mit dem Fall befasst seien, sagte ihr Anwalt Saiful Malook. Ihr Fall werde neu angehört, entschied ein Gremium von drei Richtern am 22. Juli 2015 in Islamabad laut pakistanischen Medien. Asia Bibi selbst bestreitet die von ihren Arbeitskollegen angebrachten Vorwürfe.
Die Britisch-Pakistanische Christliche Vereinigung (BPCA) bewertete den aktuellen Entscheid des Obersten Gerichts in Islamabad als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“. Die Annahme der Berufungsbeschwerde bedeute, dass die Richter möglicherweise Gründe für eine Entlastung sehen. Ihr Anwalt hatte in vergangenen Verhandlungen auf eine mögliche Manipulation von Beweismitteln hingewiesen. Malook sagte, die Anschuldigung der Blasphemie sei von Bibis Feinden ausgeheckt worden, und würde einen Tatbestand nicht erfüllen.

Kaum Hoffnung auf schnelle Freilassung
Asia Bibi ist die erste Frau, die in Pakistan aufgrund des umstrittenen Blasphemie-Gesetzes zum Tode verurteilt worden war. Mehr als 570‘000 Menschen weltweit unterzeichneten in den vergangenen Monaten eine Petition an die pakistanischen Behörden, in der diese aufgefordert werden, die Christin freizulassen. Zahlreiche Politiker, Menschenrechtsgruppen, der Weltkirchenrat und religiöse Führer hatten sich bislang erfolglos für eine Freilassung der Christin eingesetzt. Todesurteile wegen Gotteslästerung wurden in Pakistan in den vergangenen Jahren nicht vollstreckt. Beschuldigte wurden aber häufig von Islamisten ermordet. Im Jahr 2011 wurde ein Provinzgouverneur ermordet, der sich für Bibi eingesetzt hatte.