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Ukraine: „Wir haben am neuen Ort Fuss gefasst”

Pastor Elisey und seine Familie flüchteten vor dem Krieg in der Ostukraine. In der Westukraine haben sie ganz von vorne begonnen.

hmk./ Januar 2017 - Elisey: „Gott hat uns die Möglichkeit gegeben, hier an diesem neuen Ort zu wirken. Wir sind dankbar, dass Sie im Gebet hinter uns stehen und unseren Dienst in der Ukraine unterstützen. Das bedeutet uns viel.

Begleitung junger Pastoren
Am theologischen Seminar in Lwiw (Westukraine), wo ich unterrichte, gibt es viel Arbeit. Ich führe verschiedene Kurse durch, zum Beispiel zum Thema „Der Dienst der Kleingruppen.“ Die Studierenden sind dankbar und sagen, dass es für ihren Dienst sehr hilfreich ist. Ich bin glücklich, dass ich ihnen mit meiner Erfahrung dienen darf. Beten Sie für die zwölf Studierenden, die ich zurzeit begleite. Ich glaube und bete dafür, dass sie nach ihrem 4-jährigen Theologiestudium neue Gemeinden gründen werden.

Unsere Gemeinde entwickelt sich

Als Gemeinde sind wir getragen von unserem Herrn, auch gerade im Kontakt mit Aussenstehenden. Gott hat unsere kleine Kirche gesegnet. Vor einem Jahr starteten wir mit zwei Familien und erlebten viele Widerstände, fühlten uns oft müde und allein. Doch wir durften wachsen und uns multiplizieren. Jetzt sind wir eine richtige Gemeinschaft, das ist enorm ermutigend. Den Gottesdienst am Sonntag besuchen zwischen 40 und 50 Leute. Es ist jeweils eine sehr inspirierende Zeit und es ist schön, dass alle am Gottesdienst teilnehmen und dazu beitragen. Einige tragen Gedichte vor „Poems“, andere singen Lieder, geben Zeugnis oder beten. Wir haben auch angefangen, die Predigten aufzuzeichnen und online zu stellen. Somit können noch viele andere Leute reinhören und Unterstützung für ihr Leben erhalten.

Gott schickt uns immer wieder neue Leute, worüber wir uns sehr freuen. Kürzlich durften wir sechs Leute taufen und haben das gebührend gefeiert. Wir danken Gott für Seine Führung und wir danken Ihnen, weil das auch dank Ihrer Unterstützung möglich wurde. Mittwochs treffen wir uns jeweils in Kleingruppen. Inzwischen gibt es drei verschiedene Hauskreise an verschiedenen Orten in unserer Stadt, wo sich Leute regelmässig zum Gebet treffen. Eine vierte Gruppe entsteht gerade ausserhalb der Stadt, wo auch viele Flüchtlinge leben. Samstags treffen sich unsere Frauen, um Gemeinschaft untereinander zu pflegen und wir organisieren wöchentliche Kindertreffen, wo wir gemeinsam mit den Kindern in der Bibel lesen und ihnen vermitteln, was der Glaube an Jesus bedeutet. Zudem organisieren wir Treffen zwischen Studierenden und Lehrpersonen. Hier gibt es viele arme Studierende und wir knüpfen Kontakte zu ihnen. Wir planen, ihnen mit Hilfsgütern zu helfen und mit ihnen die Bibel zu studieren.

HMK-Projektpartner

Elisey Pronin ist lokaler HMK-Projektpartner in der Ukraine. Bis im Jahr 2014 war er Pastor einer 300-köpfigen Baptistengemeinde im äussersten Osten der Ukraine (Region Luhansk). Doch dann brach dort der Krieg aus.

 

Die Separatisten drohten ihm, seine Kirche niederzubrennen und ihn umzubringen, wenn er sie nicht unterstützt. Sie machten ihre Drohung wahr und im August 2014 stand die Kirche in Flammen – und brannte komplett aus (HMK berichtete in der verfolgt-Ausgabe Oktober 2014).

 

Die Sicherheitslage wurde immer prekärer, doch samt Familie und Freunden harrte Elisey nach wie vor aus. So lange wie möglich versorgten sie die notleidenden Menschen mit Hilfsgütern.

 

Doch die Bombardements wurden immer heftiger und so evakuierten Elisey und seine Freunde ihre Familien. Als Elisey und seine Kollegen nur noch im Keller ausharren konnten, um sich vor den Bomben zu schützen, flohen auch sie aus dem umkämpften Gebiet.

Taufe in der Gemeinde von Pastor Elisey im Herbst 2016. Foto: Elisey tauft seine Tochter Viola.

Ukraine – Weihnachtspäckli erreichen Kriegsfront

Pastor Elisey auf CH-Tournee: 27. August bis 10. September 2017

Mit dem Krieg verlor Pastor Elisey alles. Im Westen der Ukraine fanden er und seine Familie ein neues Zuhause. Elisey unterrichtet an einer Bibelschule und baut unter Flüchtlingen eine neue Gemeinde auf. Mit seinem Team reist er regelmässig ins Kriegsgebiet. Die Hilfsgüter und Päckli aus der Schweiz bringen wertvolle Hilfe und Hoffnung. Mehr Infos

Schweizer Hilfsgüter erreichten die Ukraine und lösten bei den Beschenkten Freudentränen aus.

 

Weihnachtspäckli für Flüchtlinge
Wir haben geplant, Weihnachten mit Flüchtlingen aus der Ostukraine zu feiern, und organisieren Events für Kinder, Weihnachtskonzerte und die Verteilung der Weihnachtsgeschenke aus der Schweiz („Aktion Weihnachtspäckli“). Die Weihnachtspäckli sowie weitere Hilfsgüter werden wir auch in der Ostukraine verteilen – an Menschen, die an der Kriegsfront leben und in grosser Not sind. Beten Sie bitte um Bewahrung, wenn wir in den Kriegsgebieten unterwegs sein werden und dass wir vielen Menschen helfen können. Und beten Sie, dass alles zur Ehre Gottes dient.

Die Jugend auf dem Herzen
Unsere Jugendarbeit nimmt Gestalt an und nun ging auch ein grosses Gebetsanliegen in Erfüllung: Wir haben einen Raum gefunden, wo sich die Jugendlichen regelmässig treffen können. Wir haben grosse Pläne, damit die junge Generation hier in der Umgebung von der Liebe von Jesus Christus erfährt und dass wir sie in den Alltag des Gemeindelebens integrieren können:

  • Englischunterricht: Die Jugendlichen hier in der Umgebung sind darauf angewiesen, dass sie Englisch lernen können. Deshalb möchten wir als Gemeinde Englischlektionen anbieten.
  • Bibelkurse: Wir planen, für junge Leute Bibellektionen durchzuführen und das Evangelium gerade unter der jungen Generation bekannt zu machen. Das hat für uns eine hohe Priorität.
  • Christliche Filme: Einmal pro Woche planen wir, mit Jugendlichen einen christlichen Film zu schauen und anschliessend darüber zu diskutieren. Das soll ihnen helfen, besser zu verstehen, wer Gott ist. Die nötige Ausrüstung dafür fehlt noch, beten Sie bitte dafür.
  • Begegnungsort für Jugendliche: Wir wollen mit Jugendlichen Zeit verbringen, ihnen einen Kaffee oder einen Tee offerieren, mit ihnen über wichtige Themen des Alltags sprechen. Und wir wollen Musiker für Singwettbewerbe einladen. Mit dem neuen Raum haben wir nun auch die Infrastruktur dafür erhalten.

Unsere Familie
Der Start in unser „neues Leben“ hier in der Westukraine war verbunden mit neuen Erfahrungen. Vieles war für uns neu und anders. Inzwischen haben wir uns als Familie gut eingelebt und haben auch neue Beziehungen geknüpft. Wir danken Gott dafür. Beten Sie bitte, dass unsere beiden Kinder Viola und David im Glauben wachsen dürfen. Unser Sohn David geht mittlerweile zur Schule und hat sich an die ukrainische Sprache hier im Westen des Landes gewöhnt. Er wurde auch ärztlich untersucht und wir sind Gott von Herzen dankbar, dass er gesund ist (er war in der Vergangenheit oftmals krank).

Jesus im Zentrum
Eine grosse Herausforderung sind die vielen kranken Menschen. Bitte beten Sie, dass Gott heilt. Durch die humanitäre Hilfe und die Liebe, die wir den Menschen entgegenbringen, lernen sie Jesus Christus kennen. Das ist die grösste Hilfe, die wir geben können. Stehen Sie im Gebet dafür ein, dass Gott uns weiterhin braucht und dass Menschen zu Jesus finden. Danke für all Ihre Gebete, Ihre Unterstützung und Ihre Freundschaft. Das bedeutet uns viel. Liebe Grüsse von meiner Familie und unserer ganzen Gemeinde. Ihr Freund Elisey.”