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Ukraine: Hoffnungsschimmer nach über 22 Jahren Gefängnis

Manipulierte Untersuchungsergebnisse führten dazu, dass der ukrainische Pastor Yaroslav Misiak seit 22 Jahren unschuldig inhaftiert ist. Die Hoffnung auf Freiheit hat er nie aufgegeben, und nun kommt erneut Bewegung in die Sache.

Foto: © zvg

hmk./ 2020 – Seit 1998 sitzt Yaroslav Misiak in ukrainischen Gefängnissen, im Moment in Uschgorod, ganz im Westen des Landes. Er wurde zu Unrecht wegen angeblichen Mordes an seiner Grossmutter, seinem Grossvater und seinem Onkel verurteilt (HMK berichtete letztmals in der verfolgt-Ausgabe November 2018). Am 27. Mai 2020 fand erneut eine Gerichtsverhandlung in Mukatschewe (Westukraine) statt, wo auch die Anwesenheit eines Gerichtsexperten zwecks Befragung vorgesehen gewesen wäre. Yaroslav Misiak: „Dieser Experte hatte sich vor 22 Jahren angemasst, das Gutachten in meinem Fall zu verfälschen, so dass ich später widerrechtlich (d.h. unschuldig) verurteilt wurde.“

 

Grünes Licht für richterliche Untersuchung

Der genannte Gerichtsexperte war zwar an der Verhandlung vom 27. Mai nicht anwesend, jedoch gab die Justizbehörde dem Antrag von Yaroslav Misiaks Anwälten statt, alle Unterlagen zu beschlagnahmen, die vor 22 Jahren von Gerichtsexperten erstellt wurden. Bei diesen Unterlagen handelt es sich um Forschungsprotokolle aller damals involvierter Untersuchungsexperten. Die Justizbehörde ordnete ebenfalls eine gerichtliche Untersuchung dieser Unterlagen an, und zwar vom forensischen Untersuchungsbüro der Region Transkarpatien. Yaroslav Misiak meint: „Tatsache ist, dass all diese späteren Expertenprüfungsprotokolle völlig andere Daten enthalten als die ursprünglichen Resultate der Untersuchungen selbst. Daten, die bereits in den primären Expertenakten aufgezeichnet waren, wurden also nicht in die Forschungsprotokolle übernommen. Das ist inakzeptabel und weist darauf hin, dass jemand die Daten absichtlich manipuliert hat.“

Foto: © zvg

Das Ziel ist Freispruch

Ziel des laufenden Gerichts-verfahrens ist es, eine Revision des Urteils wegen neu identifizierter Entlastungsumstände zu erlangen. Yaroslav Misiak: „In unserem Land gibt es jedoch kein Prozedere zur Korrektur von Justizirrtümern. Daher ist es äusserst schwierig, ein heutiges Gerichtsgremium davon zu überzeugen, dass die Richterkollegen vor 22 Jahren auf Grund eines ihnen vorgelegten gefälschten Gutachtens ein Fehlurteil gefällt haben. Aber mit Gottes Hilfe, so glaube ich, wird es möglich sein. Ich bin mir völlig bewusst, dass es nicht realistisch ist zu glauben, ohne die Unterstützung des Herrn diesen nun 22 Jahre währenden Gerichtsfall zu gewinnen. Aber mit dem Herrn ist es möglich, denn der Herr macht das Unmögliche möglich. Loben wir Ihn für einen weiteren kleinen Sieg! Die nächste Anhörung ist in zwei Monaten vorgesehen. So bitte ich Sie wieder einmal um Ihre Gebetsunterstützung. Ich glaube, dass der Herr in diesem Gerichtsstreit ein Wunder tun wird und dass ich von der Anklage freigesprochen werde. Noch einmal Danke für alles, was Sie für mich getan haben! Gott segne und schütze Sie!!! Mit Liebe in Christus, Yaroslav Misiak.“

 

„P.S. Ich freue mich über diesen kleinen, aber grossen Sieg. Dies ist der Riss in all diesen Lügenblöcken, der zur Spaltung dieser Festung führen wird. Ich glaube, dass der Herr, der Sein Werk begonnen hat, es zu Ende bringen wird. Ich werde weiterhin auf den Herrn hoffen, und möge Er seinen endgültigen Sieg in dieser Angelegenheit erringen.“

Ermutigungsbrief an Familie Misiak

Hier finden Sie ein ausführliches Schreiben von Yaroslav Misiaks Ehefrau Snejanna vom Frühling 2017 mit Hintergrundinformationen zum Fall.

 

Über einen Ermutigungsbrief würde sich die Familie Misiak sehr freuen. Vorzugsweise in Englisch oder sonst auch in Deutsch oder Französisch (Übersetzungsmöglichkeiten vorhanden). Die Adresse von Ehefrau Snejanna und Tochter Olesia lautet:

 

Snejanna und Olesia Misiak
Dekabristov str. 39, Apt. 411
Uzhgorod
Zakarpats’ka Region
UA-88009
Ukraine

Was bisher geschah / Ermutigungsbrief