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Ukraine: „Gott, unser Versorger”

Seit Sommer 2014 leben Miroslav aus Luhansk (Ostukraine) und seine Familie in Tscherkassy (Zentralukraine). Foto: Miroslav mit seinen zwei jüngeren Söhnen. Foto: © HMK

Miroslav und seine Frau Nadja flüchteten mit ihren vier Kindern vor dem Krieg in der Ostukraine. Seit 2014 leben sie in Tscherkassy in der Zentralukraine.

 

hmk. / Juli 2016 - Seit 2003 war ich Pastor einer kleinen Gemeinde in Luhansk in der Ostukraine. Doch im Frühling 2014 begannen die Unruhen. Plötzlich waren überall Strassenbarrikaden und Kontrollen. Schon bald wurde geschossen und gebombt. Menschen verliessen zunehmend die Stadt, auch Mitglieder unserer Gemeinde.

Gottesdienst vor der Flucht
Unseren letzten Gottesdienst in Luhansk feierten wir am 6. Juli 2014, nur wir als Familie und zwei Gemeindeglieder waren übrig geblieben. Während wir beteten, hörten wir überall Schüsse. Wir versteckten uns im Keller, wo bereits andere Leute ausharrten. Unversehrt kamen wir nach Hause und verliessen nun auch die Stadt. Wir machten uns auf zu Freunden nach Tscherkassy in der Überzeugung, dass sich die Lage beruhigen würde. All unser Hab und Gut liessen wir in unserer Wohnung. Doch wir kehrten nie mehr zurück. Später habe ich vernommen, dass an dem Ort, wo wir unseren letzten Gottesdienst gefeiert hatten, Granaten einschlugen. Sie trafen eine Gruppe Menschen, die Wasser suchten. Drei Männer kamen um.

Zukunftsängste
Die letzten zwei Jahre führten mir vor Augen, dass das Leben schwierig werden kann. Zuvor hörten wir lediglich von Not, nun erleben wir sie selbst. Da kommen plötzlich Fragen wie: Vertraue ich Gott? Wo werden die Kinder zur Schule gehen? Wie werden wir finanziell über die Runden kommen? Wie geht es mit der Gemeinde weiter? Wo sollen wir wohnen? Es ist nicht besonders herausfordernd, an Gott zu glauben, wenn im Leben alles rund läuft. Aber wenn es ans Lebendige geht, wenn du nicht mehr weisst, wie die Zukunft für dich und deine Familie aussieht...

Gott hat einen Plan
Eines Tages spazierte ich dem Dnepr entlang und betete. Da spürte ich die Nähe Gottes, dass Er Seine schützende Hand über uns hält. Ein tiefer Frieden erfüllte mein Herz. Mir wurde bewusst, dass wir Kinder unseres himmlischen Vaters sind und dass Er sich um uns kümmert, dass Er einen Plan für mich und meine Familie hat. Ich bin dankbar, dass unsere Kinder hier Freunde gefunden haben und gerne zur Schule gehen. Wir schätzen die Gemeinschaft mit anderen Christen und ich bin dankbar für deren Unterstützung. Etwas Geld verdiene ich mit dem Programmieren von Webseiten, aber wegen der Wirtschaftskrise ist es zunehmend schwierig, noch an Aufträge zu kommen. Unsere Zukunft legen wir getrost in Gottes Hand. Danke, dass Sie Anteil nehmen an unserer Situation, dass Sie für uns beten und uns finanziell unterstützen. Es tut gut zu wissen, dass wir eine grosse Familie in Christus sind.

Mit 150 Franken (136 Euro) können Sie die Lebenshaltungskosten eines ukrainischen Pastors wie Miroslav (inkl. Familie) sowie seinen Pastorendienst einen Monat lang finanziell abdecken.