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Ukraine: Gott öffnet Türen

Elisey Pronin, Pastor in der Ostukraine und lokaler Partner der HMK

„Ich weiss, was du getan und geleistet hast. Sieh, ich habe dir eine Tür geöffnet, die niemand verschliessen kann. Deine Kraft ist klein; doch du hast an dem, was ich gesagt habe, festgehalten und dich unerschrocken zu mir bekannt.” Offenbarung 3,8

hmk./April 2013 - 75 Jahre lang waren die Türen in meinem Heimatland Ukraine für Jesus Christus geschlossen. Unsere Eltern und Grosseltern waren in einem Geist des Säkularismus erzogen worden und mussten einfach glauben, dass es keinen Gott gebe. Der KGB (der Sowjetische Staatssicherheitsdienst) unternahm jeden erdenklichen Versuch, das Land von dem Einfluss durch Gläubige zu reinigen.

Leben im Dunkeln
Es war eine schreckliche Zeit für die evangelischen Gemeinden. Es war eine Zeit, in der unsinnige Gesetze erlassen wurden. Eine Zeit, in der Christen gefoltert wurden, wenn sie sich weigerten, ihren Glauben an Jesus aufzugeben. Hier sind ein paar Beispiele für solche Gesetze, die in meinem Land herrschten, als ich geboren wurde:

- Es war verboten, neue Leute in die Gemeinde einzuladen.
- Es war verboten, von Jesus zu sprechen.
- Eltern durften ihre Kinder nicht mit in den Gottesdienst nehmen. Taten sie es, gab es enorme Geldbussen. Auch Jugendtreffen waren verboten.
- Es war verboten, bei den Gottesdiensten Musikinstrumente zu benutzen.
- Ebenso war christliche Literatur verboten.

Die Regierung tat alles, um diese Gesetze durchzusetzen. Eine Christin zum Beispiel, die im Büro einer Fabrik arbeitete, schrieb in ihrer Mittagspause einen Text mit einem christlichen Lied. Ihr Chef sah das und rief den KGB. Sie wurde verhaftet und musste sieben Jahre ins Gefängnis! Ihr Mann und ihre vier Kinder mussten ohne sie auskommen. Es war eine Zeit voller Schrecken.

Gott hat die Türen geöffnet
Doch die Lage hat sich geändert. Unser Land ist frei geworden und wir haben religiöse Freiheit erlebt. Gott hat die Türen geöffnet, so dass wir predigen und Ihm dienen können. Wir können Menschen helfen und ihnen Gottes Wort weitergeben. In der Gemeinde, in der ich nun seit sieben Jahre als Pastor diene, haben sich drei Schwerpunkte herauskristallisiert, in denen wir unseren Dienst entwickeln wollen:

1. Inneres geistliches Wachstum: Lobpreis und Anbetung, Gebetsgruppen, geistliches Wachstum unter Christen.
2. Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen: Wir organisieren Sommerlager, Jugendtreffen und Kinderprogramme.
3. Sozialarbeit: Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige, humanitäre Hilfe für Notleidende, Betreuung von Behinderten und Waisen.

Elisey Pronin und Linus Pfister (Geschäftsführer HMK) im Päcklilager in der Ostukraine.


Armut und Korruption
Heute gibt es zwar Religionsfreiheit in der Ukraine, doch die Armut ist ungeheuer gross. Viele Menschen haben weder eine Krankenversicherung, noch erhalten sie Sozialleistungen. Auch die medizinische Versorgung ist nicht oder kaum vorhanden. Die Umstände sind schwierig und unsere Regierung kümmert sich nicht um die Menschen. Die Korruption ist enorm und sie beherrscht alles. Gewisse Politiker erhalten ein offizielles Monatsgehalt von 5'700 Euro, aber in Wirklichkeit bekommen sie noch viel mehr. Leute wie meine Mutter, die ihr ganzes Leben lang als Kindergartenlehrerin gearbeitet hat, verdienen um die 90 Euro im Monat. Daher sind die Menschen wenig motiviert, etwas für die Allgemeinheit zu tun. Eigentlich ist es nur die Kirche, die da etwas unternimmt.

Sozialarbeit und humanitäre Hilfe
Vor drei Jahren haben wir ein Rehabilitationszentrum für Drogen- und Alkoholabhängige gegründet. Wir helfen ihnen, von ihrer Sucht loszukommen. Viele der Abhängigen lebten vorher auf der Strasse und wir bieten ihnen nun ein neues Zuhause mit einem geregelten Tagesablauf. Die humanitäre Hilfe, die wir aus der Schweiz erhalten, verteilen wir an die Menschen in Not. Ich danke Ihnen von Herzen für all Ihre Hilfe! Viele Menschen sind sehr dankbar für die Kleidung, Schuhe, Decken und Velos, die sie aus der Schweiz erhalten haben. Als Folge davon entstanden viele wertvolle Beziehungen zu Menschen, die vorher unserer Gemeinde sehr kritisch gegenüberstanden.

Weihnachtspäckli
Im Januar 2013 erhielten wir viele Weihnachtsgeschenke aus der Schweiz. Es war eine grosse Überraschung für viele Menschen in unserer Region. Wir gaben diese Päckli an Kinder im Waisenhaus, an Frauen mit Babys im Spital, an Kinder in armen Familien, an notleidende Erwachsene und an behinderte Kinder weiter. Ich sah viele Tränen fliessen, weil die Menschen so bewegt waren. Viele Menschen spürten die Liebe Gottes. In Matthäus 5,16 lesen wir: „So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.” Ihre Gaben sind nicht bloss Schokolade, Zucker und Spielsachen. Nein! Sie sind viel mehr. Sie verherrlichen unseren Vater im Himmel! Die Menschen in der Ukraine sind gewohnt, im Dunkeln zu leben. Sie haben sich daran gewöhnt, nicht gebraucht zu werden. Und sie sind gewohnt, überall bestechen zu müssen. Aber in diesem Dienst offenbart sich Gott als der Gott, der sich um sie sorgt, der sie liebt und der ohne Gegenleistung schenkt.

Drogenentzug für Abhängige in der Ukraine

Der gesellschaftliche Zerfall in der Ukraine ist gross. Alkohol- und Drogenprobleme, Kriminalität und hohe Arbeitslosigkeit prägen das Alltagsleben vieler Menschen. Dieser schier unendlich grossen Not stellt sich eine christliche Gemeinde ganz im Osten der Ukraine. Sie engagiert sich durch mehrere sozial-karitative Projekte. Eines davon ist das Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige.

Dein Päckli in der Ukraine

Die Ukraine ist geprägt von Armut und Korruption. Kriminalität, Alkohol, Drogen und zerrüttete Familien sind allgegenwärtig. Mit der «Aktion Weihnachtspäckli» erhalten bedürftige Familien, Waisenkinder, Witwen sowie Menschen in Spitälern und in Alkohol- und Drogenentzugskliniken ein Geschenk aus der Schweiz. Das können viele Menschen kaum fassen! Der Segen ist enorm und verändert Menschenleben.