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Ukraine: Dienst der Barmherzigkeit

Wir wollten den unschuldig verurteilten Jugendpastor Yaroslav Misiak im Gefängnis besuchen. Nach einigem Hin und Her erhielten wir endlich Zugang zum Hochsicherheitstrakt. Dort sind nur die «schweren Jungs» inhaftiert, also schuldige oder angebliche Mehrfachmörder. Den Pass mussten wir schon bei der ersten Sicherheitsüberprüfung abgeben. Nach weiteren Kontrollen kam dann die letzte mechanisch-elektrische Zutrittsschranke. Erst im dritten Anlauf gelang es dem Wachpersonal, die schwere Eisentüre zu öffnen.

 

Mai 2021 - hmk. Einmal drinnen, trafen wir die Inhaftierten in kleinen Gruppen an. Unverblümt erzählten sie, dass sie zwei, drei oder mehr Menschen umgebracht hätten. Einige waren in kriminellen Gangs, andere rasteten nach übermässigem Alkoholgenuss aus und wieder andere wollten sich für ein erlittenes Unrecht rächen. Wir waren mitten in einer Gefängnis-Gemeinde, welche aus über zwanzig verurteilten Mehrfachmördern besteht, die in den vergangenen Jahren dank Misiak einen Neustart mit Jesus gemacht haben.

 

Seit mehr als zwanzig Jahren unterstützt die HMK in verschiedenen Regionen der Ukraine evangelische Gefängnisseelsorger. Einer davon ist Pastor Victor Dudka. Mit Häftlingen will meistens niemand etwas zu tun haben und so bricht der Kontakt zu Angehörigen oft ab. Wenn Häftlinge nach langer Zeit entlassen werden, stehen sie vor dem Nichts. Sie haben keine Arbeit, keine Wohnung und auch kein Geld. Über die Jahre hinweg konnte Dudka dank Spenden aus Europa sowie der tatkräftigen Mitarbeit von entlassenen Häftlingen drei Rehabilitationshäuser mit über zwanzig Bewohnern aufbauen, je eins für Familien, Männer und Frauen. Die Rückfallquote für Menschen in seinem Reha-Programm ist tief, aber es braucht viel Arbeit. Sergej Trofimov, zum Beispiel, verbrachte zwanzig Jahre in Haft. Er war wiederholt bei Pastor Dudka in der Reha und obwohl er noch im Gefängnis Jesus angenommen hatte, zerbrach er am harten Leben. Nach acht Jahren in der Freiheit überwältigte ihn die Alkoholsucht. Es folgten der wiederholte Entzug und mehrere Abstürze. Als er wieder einmal am Tor stand, war selbst Dudkas Team zuerst nicht mehr bereit, ihn aufzunehmen. Wegen Sergejs schlechtem Gesundheitszustand (ein inoperabler Hirntumor) siegte aber doch die Barmherzigkeit. Nach wenigen Tagen ging es mit ihm rasant abwärts. Immer wieder verlor er das Bewusstsein. Dudkas Team überzeugte Sergejs Ex-Frau und seinen Sohn, ihn noch einmal zu besuchen. Die Aussprache tat allen Beteiligten gut. Sergej wusste um den Ernst seiner Lage und gab sein Leben nochmals ganz bewusst in Jesu Hände. Die kurze Zeit der Gemeinschaft mit Dudkas Team zauberten eine merk  liche Gelassenheit und Fröhlichkeit auf Sergejs Gesicht. Dann rief ihn Gott zu sich und Sergejs Kampf kam zum Abschluss. Danke vielmals, dass Sie solche Dienste der Barmherzigkeit ermöglichen!Seit mehr als zwanzig Jahren unterstützt die HMK in verschiedenen Regionen der Ukraine evangelische Gefängnisseelsorger. Einer davon ist Pastor Victor Dudka. Mit Häftlingen will meistens niemand etwas zu tun haben und so bricht der Kontakt zu Angehörigen oft ab. Wenn Häftlinge nach langer Zeit entlassen werden, stehen sie vor dem Nichts. Sie haben keine Arbeit, keine Wohnung und auch kein Geld. Über die Jahre hinweg konnte Dudka dank Spenden aus Europa sowie der tatkräftigen Mitarbeit von entlassenen Häftlingen drei Rehabilitationshäuser mit über zwanzig Bewohnern aufbauen, je eins für Familien, Männer und Frauen.


Die Rückfallquote für Menschen in seinem Reha-Programm ist tief, aber es braucht viel Arbeit. Sergej Trofimov, zum Beispiel, verbrachte zwanzig Jahre in Haft. Er war wiederholt bei Pastor Dudka in der Reha und obwohl er noch im Gefängnis Jesus angenommen hatte, zerbrach er am harten Leben. Nach acht Jahren in der Freiheit überwältigte ihn die Alkoholsucht. Es folgten der wiederholte Entzug und mehrere Abstürze. Als er wieder einmal am Tor stand, war selbst Dudkas Team zuerst nicht mehr bereit, ihn aufzunehmen. Wegen Sergejs schlechtem Gesundheitszustand (ein inoperabler Hirntumor) siegte aber doch die Barmherzigkeit. Nach wenigen Tagen ging es mit ihm rasant abwärts. Immer wieder verlor er das Bewusstsein. Dudkas Team überzeugte Sergejs Ex-Frau und seinen Sohn, ihn noch einmal zu besuchen. Die Aussprache tat allen Beteiligten gut. Sergej wusste um den Ernst seiner Lage und gab sein Leben nochmals ganz bewusst in Jesu Hände. Die kurze Zeit der Gemeinschaft mit Dudkas Team zauberten eine merk  liche Gelassenheit und Fröhlichkeit auf Sergejs Gesicht. Dann rief ihn Gott zu sich und Sergejs Kampf kam zum Abschluss. Danke vielmals, dass Sie solche Dienste der Barmherzigkeit ermöglichen!

Rehabilitationshäuser

Ihre Unterstützung hilft mit, dass bis zu zwanzig ehemaligen Häftlingen in einer betreuten Gemeinschaft ein Neuanfang möglich wird.
Mit rund 150 Franken (134 Euro) ermöglichen Sie einer Person einen 2-monatigen Aufenthalt in einem der Rehabilitationshäuser.