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Ukraine: Berufung mit Leidenschaft

<b>Pastor Elisey</b><br />Elisey ist 35 Jahre alt und Pastor einer grossen, aufstrebenden Gemeinde ganz im Osten der Ukraine. Er ist verantwortlich für die sozial-karitativen Projekte seiner Gemeinde. Dazu gehören unter anderem ein Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige und die Verteilung der Hilfsgüter und Weihnachtspäckli aus der Schweiz. Er und seine Frau Oksana haben zwei Kinder im Alter von 14 und drei Jahren.

 

Die HMK im Gespräch mit Pastor Elisey


Elisey, Sie sind ganz im Osten der Ukraine als Pastor tätig. Was ist Ihre Motivation?
Gott hat mich berufen, mich in meiner Heimat für sein Reich zu investieren. Trotz all der Korruption, den schlechten Strassen, der grossen Armut und trotz fehlendem Komfort. Ich mache meine Arbeit von Herzen und führe das aus, wofür ich vor Gott verantwortlich bin. Natürlich liegt mir dabei meine Gemeinde sehr am Herzen. Ich fand in dieser Gemeinde zum Glauben an Jesus und ich bin hier sozusagen geistlich gross geworden. Ich wurde gefördert und durfte immer mehr Verantwortung übernehmen, bis ich vor sieben Jahren schlussendlich Pastor wurde. Ich kenne die Menschen, die in meiner Gemeinde ein- und ausgehen und sie kennen mich. Ich bin berührt von der Offenheit meiner Kirche: Die Bereitschaft, zu dienen, der Wunsch, dass Gott Menschenleben verändert. Die Menschen in meiner Gemeinde machen mich glücklich und inspirieren mich, vorwärts zu gehen in dem, was ich mache.

Wo setzen Sie als Gemeinde den Schwerpunkt bei Ihrer Arbeit?
Die Vision meiner Gemeinde ist, die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Eine Kirche kann und soll Menschenleben verändern. Unsere Gemeinde soll immer eine Kirche sein, die Gott verherrlicht. Um unsere Vision umzusetzen, haben wir drei Schwerpunkte:

 

1. Inneres geistliches Wachstum: Wir wollen geistlich wachsen als Gemeinde. Das Gebet ist dabei zentral.

2. Soziales Engagement: Wir engagieren uns ganz praktisch in unserer Region und wollen unseren Mitmenschen dienen. Durch unsere Taten wollen wir Gott verherrlichen, und die Menschen sollen erkennen, dass Gott ein Gott ist, der liebt und hilft.

3. Kinder- und Jugendarbeit: Wir organsieren Sommerlager, Jugendtreffen und Kinderprogramme. Das ist eine grossartige Möglichkeit, mit unserer jungen Generation unterwegs zu sein. Sie sollen ermutigt werden, Jesus nachzufolgen.


Sie erwähnen, dass Sie sich sozial engagieren. Haben Sie ein Beispiel?
Im Jahr 2009 haben wir als Gemeinde ein Rehabilitationszentrum für Drogen- und Alkoholabhängige gegründet. Warum? Alkoholismus und Drogenabhängigkeit sind eine riesige Not in meiner Heimat – es ist eine Pest! Praktisch jede Familie in unserer Region ist von dieser verheerenden Epidemie betroffen. Viele Ehemänner sind Alkoholiker und junge Menschen sind drogenabhängig. Die Folgen sind Diebstahl, Kriminalität, Gefängnis, Arbeitslosigkeit und ein Leben auf der Strasse. Von unserer korrupten Regierung können diese Menschen keine Hilfe erwarten. Doch uns als Gemeinde darf dieses Leid nicht gleichgültig sein! Wir haben als Gemeinde Christi den Auftrag, denjenigen zu helfen, die leiden. Im Rehabilitationszentrum erhalten Abhängige Nahrung, Kleider und ein Dach über dem Kopf. Wir helfen ihnen, den kalten Entzug durchzustehen und von ihrer Sucht frei zu werden. Das Zentrum besteht aus zwei kleinen Häusern mit einem Stück Land für die Landwirtschaft. Zur Therapie gehört ein geregelter Tagesablauf mit einer sinnvollen Tätigkeit. Zum Beispiel durch Gartenarbeit, mit der auch ein Teil der Kosten finanziert wird. Fester Bestandteil ist auch das tägliche Gebet und das Bibelstudium. Schon viele Abhängige durften durch unser Zentrum und Dank Gottes Eingreifen frei werden von ihrer Sucht.

„Dank dem Rehabilitationszentrum und Gottes Hilfe bin ich heute ein freier Mann”, sagt Sasha (rechts).


Welchen Herausforderungen begegnen Sie bei Ihrer Arbeit?
Es ist oft schwierig, geeignete Mitarbeiter zu finden. Wir brauchen engagierte und treue Personen, die bereit sind, sich langfristig zu investieren. Deshalb habe ich angefangen, mit meinem Team Leute aus unserer Gemeinde jüngerschaftlich zu fördern und zu schulen, damit sie Verantwortung übernehmen können. Eine weitere Herausforderung sind natürlich die Finanzen. Die Lebensmittel, die Infrastruktur und die Betreuung der Menschen im Rehabilitationszentrum verursachen Kosten. Da durften wir bis jetzt aber immer Gottes Wirken und Treue erleben.

Waren Sie schon einmal so entmutigt, dass Sie am liebsten resigniert hätten?
Meine Arbeit ist meine Berufung. Ich kann mir nicht vorstellen, ohne sie zu sein. Was auch immer passiert, ich werde immer einen Weg finden, um Gott zu dienen. Natürlich hatte ich schon harte Zeiten, aber Gott hat mich nie verlassen und schenkte mir immer wieder neue Zuversicht.

Was ist Ihr grösster Wunsch?
Ich habe mehrere Wünsche. Zum Beispiel, dass wir für die Jugendlichen unserer Gemeinde einen grossen Raum haben, wo sie sich treffen, austauschen und Musik spielen können. Ein weiterer Wunsch von mir ist, dass ich ein Buch schreiben kann, durch das viele Menschen Gott kennenlernen dürfen. Für meine Familie wünsche ich mir, dass meine zwei Kinder Gott noch mehr dienen als ich es tue.

Unterstützen

Als HMK helfen wir der Gemeinde von Elisey bei ihrem sozialen Engagement, indem wir das erwähnte Rehabilitationszentrum sowie weitere Projekte unterstützen. Wir stärken christliche Gemeinden in der Ukraine, damit ihr Einfluss in der Gesellschaft zunimmt und Menschen positiv verändert werden. Wollen Sie unsere Arbeit unterstützen? Dann können Sie das mit Ihrer Spende tun.

Drogenentzug für Abhängige in der Ukraine

Der gesellschaftliche Zerfall in der Ukraine ist gross. Alkohol- und Drogenprobleme, Kriminalität und hohe Arbeitslosigkeit prägen das Alltagsleben vieler Menschen. Dieser schier unendlich grossen Not stellt sich eine christliche Gemeinde ganz im Osten der Ukraine. Sie engagiert sich durch mehrere sozial-karitative Projekte. Eines davon ist das Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige.

Dein Päckli in der Ukraine

Die Ukraine ist geprägt von Armut und Korruption. Kriminalität, Alkohol, Drogen und zerrüttete Familien sind allgegenwärtig. Mit der «Aktion Weihnachtspäckli» erhalten bedürftige Familien, Waisenkinder, Witwen sowie Menschen in Spitälern und in Alkohol- und Drogenentzugskliniken ein Geschenk aus der Schweiz. Das können viele Menschen kaum fassen! Der Segen ist enorm und verändert Menschenleben.