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Ukraine: 22 Jahre unschuldig im Gefängnis sind genug!

Yaroslav Misiak ist ein Pastor, der wegen eines Dreifachmordes, den er nicht beging, eine lebenslange Haftstrafe verbüsst.

Februar 2021 - hmk / stories.khpg.org. Yaroslav wurde am 4. August 1974 in eine christliche Familie geboren. Als Jugendpastor war er in der transkarpatischen Region engagiert. Inzwischen ist er 46 Jahre alt. 22 davon hat er im Gefängnis verbracht.

Geständnis erzwungen
Seit 1998 ist Yaroslav unschuldig im Gefängnis (HMK berichtete letztmals in der verfolgt-Ausgabe September 2020). Am 18. Oktober 1999 verurteilte ihn das Transkarpatische Landgericht zum Tode wegen angeblichen dreifachen Mordes an seiner Grossmutter, seinem Grossvater und seinem Onkel. Da weder ein Motiv noch Beweise zu finden waren, erzwangen die Ermittler ein Geständnis durch Anwendung von Folter und Drohungen, dass seiner Familie etwas passieren würde. Yaroslav widerrief zwar später sein Geständnis, als er einen Anwalt hatte, doch das Gericht hielt an dem Urteil der Todesstrafe durch Erschiessen fest. Weil zu dieser Zeit die Ukraine einen Hinrichtungsstopp im Land verfügte, wurde im Jahr 2000 die Todesstrafe von Yaroslav in eine lebenslängliche Haftstrafe umgewandelt.

Korruption und Ungerechtigkeit
Das Urteil stützt sich auf Annahmen und falsche Beweise. Das Alibi des Angeklagten wurde nicht überprüft. Die Schlussfolgerungen der Sachverständigen entsprechen nicht den Fakten. Eine unabhängige Untersuchung der Verteidigung widerlegt die wichtigsten Argumente der Staatsanwaltschaft. Seit 2015 wird das Urteil von den transkarpatischen Gerichten überprüft. Vertreter der Staatsanwaltschaft ignorieren jedoch die Version, dass der Bürger G. und andere Personen in das Verbrechen verwickelt waren, die laut Zeuge Sh. zum Tatzeitpunkt betrunken und bewaffnet in der Nähe des Tatorts waren. Ein Verfahren nach rechtsstaatlichen Prinzipien scheiterte bisher an Korruption, Ungerechtigkeit und der fehlenden Bereitschaft, den Fall eingehend zu studieren.


Im Gefängnis ein Segen für andere
Trotz der schrecklichen Realität von inzwischen 22 Jahren Gefängnis verzweifelt Yaroslaw nicht. Er vertraut Gott und bleibt hoffnungsvoll. Seine Gefangenschaft sieht er als Möglichkeit, für andere Insassen da zu sein. Durch Yaroslaw haben inzwischen mehr als sechzig Sträflinge, die zu lebenslanger Haft verurteilt sind, zum Glauben an Christus gefunden. Seine Frau Snejanna, seine Tochter Olesia, sein Schwiegersohn, sein Enkel und seine Mutter unterstützen ihn, so gut es geht. Sie alle warten auf ihn und verlieren die Hoffnung auf eine Freilassung nicht.

Yaroslav teilt uns mit: „Bitte unterstützen Sie mich in Ihren Gebeten. Ich glaube, dass nichts unmöglich für Gott ist, und ich weiss, dass derjenige, der seine Hoffnung auf Ihn setzt, nicht beschämt werden wird.”

Quelle: hmk / stories.khpg.org/yaroslav-misyak

Unterschreiben Sie die Petition zur Freilassung von Pastor Yaroslav Misiak: