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Ostukraine: Pastor Elisey berichtet direkt von der Kriegsfront!

Diese Kirche wurde Mitte August angezündet und ist komplett ausgebrannt. Pastor Elisey war im Sommer 2013 in der Schweiz und erzählte von der „Aktion Weihnachtspäckli”.

hmk/Oktober 2014 - „Liebe Schweizerinnen und Schweizer

Wir sind am Leben und danken Gott dafür. Über Wochen schlugen in unserer Stadt immer wieder Granaten ein und wir standen unter Dauerbeschuss von Artilleriefeuer und Bomben. Die Zerstörung ist verheerend: Viele Häuser und Wohnungen sind komplett vernichtet, die Einkaufsläden geplündert.

Mitten im Kampfgebiet
Unsere Stadt ist von der Armee umringt und es hat viele Separatisten. Sie betreiben eine taktische Geiselnahme. Seit Wochen gibt es in unserer Stadt keine Elektrizität, kein fliessendes Wasser, kein Benzin, keine Medikamente und die Kommunikation ist sehr schwierig.

Es gibt auch keine Gesundheitsversorgung, viele Leute leiden unter Dauerstress und haben psychische Probleme. Löhne und Pensionsgelder werden seit Monaten nicht ausbezahlt, zahlreiche Menschen kämpfen ums Überleben. Ich bin überrascht, dass Gott mich bisher bewahrt hat. Wir machen hier ‚die Hölle‘ durch.

Unsere Kirche und Rehabilitationszentrum zerstört
Mitte August brannte unsere Kirche komplett aus, ich bin voller Schmerz. Zudem haben zwei Artilleriegranaten unser Drogenrehabilitationszentrum getroffen. Die Gebäude sind zerstört. Gott sei Dank wurde von unseren Leuten niemand verletzt. Doch Splitterbomben trafen einen Nachbarn. Niemand konnte ihm helfen. Unsere Jungs versuchten es, aber es half nichts und er starb.

Ausharren im Keller
Aus Angst vor den Granaten harrten wir zusammen mit Nachbarn und Freunden tagelang im Keller aus, ohne Strom, ohne fliessendes Wasser, ohne Notausgang. Wir lasen in der Bibel und ich erzählte ihnen Zeugnisse. Es gab so viele Möglichkeiten, um Seelsorge zu machen und von Jesus zu erzählen.

Evakuierungen und Flüchtlingshilfe

Doch dann kam der Moment, wo wir unsere Frauen und Kinder evakuierten. Sie verliessen die Stadt unter Lebensgefahr in Richtung Zentralukraine und sind inzwischen gut dort angekommen. Zusammen mit ein paar Freunden harrte ich weitere Tage in unserer Stadt aus, um zu helfen.

Seit mehreren Wochen evakuieren wir nun die Einwohner. Wir haben ein Flüchtlingslager im Nachbardorf eingerichtet, wo wir die Menschen hinbringen. Wir geben dort den Leuten Wasser, drei Mahlzeiten am Tag und Medikamente. Und wir organisieren ihnen ein Dach über den Kopf, wo sie schlafen können und sicher sind.

Elisey, Pastor in der Ostukraine und lokaler Partner der HMK.



Beten Sie!
Bitte beten Sie für meine Gesundheit. Wegen all dem Stress habe ich Herzschmerzen. Beten Sie auch für meine Familie, für meinen 4-jährigen Sohn David und meine 14-jährige Tochter Viola, die beide krank sind. Und für meine Frau Oksana, die viel weint. Wir vertrauen Gott. Er gibt uns Friede und Ruhe in unsere Herzen. In diesen Tagen kommen viele Menschen zum Glauben an Jesus.

Wenn Sie die Möglichkeit haben, uns finanziell zu unterstützen, wären wir sehr dankbar. Ich hoffe, dass das Ganze bald vorbei ist. Gott helfe uns! Gott segne Sie.”

Mit 50 Franken (40 Euro) unterstützen Sie einen Monat lang die Versorgung eines Flüchtlings mit dem Lebensnotwendigsten.

 

Diese Erlebnisse berichtete uns Pastor Elisey im September 2014. Da sich die Ereignisse in der Ostukraine zurzeit überschlagen, kann es sein, dass sich die Situation zum Erscheinungszeitpunkt dieser Publikation bereits verändert hat. Die Betreuung der Flüchtlinge und der ganze Wiederaufbau nach Kriegsende dürfte die Ostukraine aber noch Monate bzw. Jahre beschäftigen.

Pastor aus Ostukraine erzählt…

Ich bin Elisey Pronin, Pastor aus der Ostukraine, Region Luhansk.
Letzten Frühling (2014) hat sich in meiner Stadt alles verändert. Die Separatisten haben die Kontrolle in unserer Stadt übernommen. Sie haben uns angedroht, unsere Kirche niederzubrennen und sie haben uns persönlich bedroht...

Drogenentzug für Abhängige in der Ukraine

Der gesellschaftliche Zerfall in der Ukraine ist gross. Alkohol- und Drogenprobleme, Kriminalität und hohe Arbeitslosigkeit prägen das Alltagsleben vieler Menschen. Dieser schier unendlich grossen Not stellt sich eine christliche Gemeinde ganz im Osten der Ukraine. Sie engagiert sich durch mehrere sozial-karitative Projekte. Eines davon ist das Rehabilitationszentrum für Alkohol- und Drogenabhängige.